Samstag, 20. Januar 2018

Seltsam... {Samstagsplausch, In Heaven}

Seltsam genug
Ein Mensch erlebt den krassen Fall
Es menschelt deutlich - überall
Und trotzdem merkt man, weit und breit
Oft nicht die Spur von Menschlichkeit.

Eugen Roth



GESAMMELT: Wettereindrücke querbeet. Diese Woche war alles drin: Frost, Schnee, Wolken mit und ohne Regen, Sturm, Sonne mit Himmelsblau. Nur vom Sturm habe ich keine Bilder...

GEMOCHT: Habe ich dabei vorallem die eher winterlichen Stimmungen.





GENÄHT: die Quilt-Rückseite. Mit dem eigentlichen Quilten habe ich bereits begonnen. Mal schauen, dass ich am Wochenanfang vielleicht damit fertig werde. Den Binding-Streifen für die Umrandung habe ich schon zugeschnitten, aber das Bindung muss warten, erst muss ich das Muster quilten. (Den fertigen Babyquilt werde ich Euch zeigen, wenn das Baby dann auch auf der Welt ist, denn er soll doch eine Überraschung werden).

GEFRAGT: Welche Erfahrungen habt ihr beim Quilten oder sonstigen Nähen mit den Markierstiften gemacht? Benutzt Ihr Trickmarker, die auswaschbar sind oder von selbst verblassen? Welche bevorzugt Ihr? 

GESCHÄTZT: den Obertransportfuß für meine Bernina, der ist wirklich perfekt fürs Quilten. 




GEPLANT: ein paar Frühlingssachen für die Lockenmädchen, aber die rodeln derzeit noch den Driveway hinunter und lernen Langlaufski in der Schule... Also da werde ich erst noch in Ruhe den Babyquilt beenden.

GELESEN: Ich lese parallel zu Azar Nafisi: Reading Lolita in Tehran. A Memoir in Books noch deutsche Literatur. Peter Goldammer: Der Zirkus der Stille konnte mich am Ende nicht ganz überzeugen.
Am Wochenende werde ich wohl J. Ryan Stradal: Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens beenden.




GELACHT: als ich für Astrids aktuelle Linkparty über Spielzeug nachdachte. Hier im Haus liegt ständig Spielzeug herum - das gehört aber sämtlich dem Lockenhund. Enten, Katzen, Hund, Ratten, Hasen, Wiesel etc. (alles was beim Möbelschweden halt so zu bekommen ist.) werden herumgetragen, beschmust, benagt... 
  



GEWOLLT: die Eselfreunde besuchen und ihnen Möhren mitbringen. Die Möhren hatten wir dabei, aber die Esel sind wohl während des Sturms sicherheitshalber im Stall belassen worden.

GEGESSEN: Süßkartoffeln in verschiedenen Varianten (als Suppe mit Kürbis, als Pommes)





GESCHAUT: nach der Farbe des Sees. Während des Sturms war er dunkelgrün, gestern mit ein bisschen Wind tiefdunkelblau.

GEHOFFT: dass Ihr den Sturm alle wohlbehalten und ohne Schäden überstanden habt!



GEFREUT: dass Ursula (ohne Blog) mir ihre schöne Karte geschickt hat, die von der Eye-Poetry #11  vom Ende des vergangenen Jahres inspiriert ist. 

GESCHICKT: eine neue Ausgabe der Eye-Poetry #12 auf den Weg. Vielleicht habt Ihr Lust teilzunehmen?! Die Verlinkung startet am 14.2.



Heute morgen schauen wir mal, wer sich so auf dem Wochenmarkt tummelt und laufen ein wenig durch die Stadt. 
Am Wochenende werde ich wohl vor allem weiter quilten. Mal schauen, was ich lese, während ich auf das neue Buch von Murakami warte. 
Mit Vermont skypen werden wir auch, da muss man immer ein bisschen mit der Zeitverschiebung rechnen...

Habt ein feines Wochenende! 



Dienstag, 16. Januar 2018

15 Fakten über mich und Spielzeug {Über mich}

"Die Quelle alles Gutem liegt im Spiel."

Friedrich Fröbel

Astrid hat sich ein feines Thema für ihre monatliche Linkparty ausgesucht: "Spielzeug". Das hat so manche Erinnerung bei mir wach gerufen.

Hase Hansi, Spielkamerad aus der Kinderzeit von Herrn Holunder

1 Eine begeisterte Puppenmutter war ich nicht. Mir waren die Teddybären lieber. Bis heute weiß ich genau, wie der kleine Putzi und vor allem der große weiße Stoffel aussahen. Letzterer war sogar noch mit Stroh gefüllt. Dieses Geheimnis offenbarte sich, weil ich ihm wohl zu oft oder zu intensiv mit dem Löffel gefüttert hatte...

2 Meine Handarbeitslehrerin in der Grundschule machte mir deshalb keine Freude, als sie uns Mützchen und Schal für die Lieblingspuppe stricken ließ. Ich hatte nie den Drang, meine Spielgefährten selber einzukleiden. Papierene Anziehpuppen fand ich hingegen lustig.

3 Ich kann mich noch an die Puppenstube, wie an den Kaufladen erinnern, die mir meine Eltern hergerichtet haben. Sie wurden intensiv bespielt.
Besonders habe ich aber die Knopfkiste meiner Mutter geliebt. Mit den vielen verschiedenen Knöpfen ließen sich unendliche Fantasiewelten erschaffen.

4 Wenn ich mal die Puppen zur Hand nahm, dann wurden diese frisiert, d.h. die Haare wurden gekürzt. Dummerweise wuchsen sie nicht nach. Irgendwann habe ich mir dann versuchsweise die Haare meines kleinen Bruders im Laufstall vorgeknöpft. Das kam nicht so gut an...

5 Als mein langer Krankenhausaufenthalt mit 7 Jahren anstand, durfte ich mein Lieblingsspielzeug, mein S*teiff-Reh (da nicht abwaschbar oder desinfizierbar) nicht mitnehmen. Was für eine herbe Enttäuschung! Eine verständnisvolle Krankenschwester brachte mir dann (vermutlich habe ich nach meinen Teddys geweint...) eine weiche Teddyhandspielpuppe in die Intensivstation. Die war wohl waschbar und ein großer Trost.

Meine Töchter haben im Handarbeitsunterricht gelernt, selber Spieltiere herzustellen. Dieses hier ist von Liv (lebt jetzt in Vermont).


6 Draußen war mein Lieblingsspielzeug der Tretroller, mit dem ich wohl recht waghalsig fuhr. Das Freihändigfahren mit Roller hätte mich fast ein Auge gekostet. Hatten die Roller früher eine Bremse? Ich hab jedenfalls immer mit den Schuhen gebremst...

7 Mit meinem jüngeren Bruder spielte ich am liebsten über die "Genres" hinweg: Unsere kleinen Spieltiere bevölkerten gleichzeitig ein Reich aus Ritterburg, Cowboystadt und einfachsten Legohäusern (ohne Dach, damit man darin "wohnen" konnte.

8 Vor allem in der Vorweihnachtszeit war ich am elektrischen Kinderofen zugange und habe mit meiner Mutter Plätzchen gebacken, sie im Küchen- ich im Kinderbackofen.

9 Als Studenten sind wir heimlich nachts auf den Spielplatz gegangen und haben geschaukelt.... Was für ein Vergnügen war es, endlich gemeinsam mit den eigenen Kindern wieder spielen zu dürfen. Unsere gemeinsamen Favoriten waren die Ostheimer Figuren, die selbstgemachten Puppenstubenfiguren, der Bauernhof und die Puppenstube die mein Mann selber aus Holz gebaut hat.

10  Meinen eigenen Kindern nähte ich später selber kleine und große (Waldorf-)Puppen bis zur Babygröße. Natürlich habe ich ihnen auch Kleidung genäht. Ob mir als Kind die eigenen Puppen vielleicht zu hart waren, grübelte ich.
Die große Puppe auf dem Bild unten habe ich damals im Auftrag von befreundeten Kindergarteneltern für ihr Kind gefertigt.  Ob sie die Jahrzehnte gut überstanden hat?



11 Gesellschaftsspiele habe ich schon immer sehr gerne gemocht. Allerdings fehlt(e)  mir ab und an die nötige Frustrationstoleranz....

12 Sowohl ich selber als auch meine eigenen Kinder hatten eine Kinderpost. Ein Vergnügen, dass wohl Generationen übergreifend war.

13 Kinderbücher habe ich schon immer geliebt, eine Leidenschaft, die ich dann mit den eigenen Töchtern (und nun Enkeln) wieder ausleben durfte/darf. Meinem jüngeren Bruder hatte ich schon als Kind auch selber kleine Büchlein gestaltet.

14 Die Lieblingsstoffpuppe meiner mittleren Tochter musste ich mehrmals (heimlich!) nacharbeiten, weil Körper oder Kopf so stark "abgeliebt" waren. Sehr praktisch, wenn man das selber machen kann.

15 Ich selber habe leider kein Lieblingsspielzeug aus meiner Kindheit mehr, aber auf meine Töchter wartet ein halber Dachboden voller Spielsachen aus ihrer Kinderzeit. Einige Teile davon und viele Kinderbücher sind schon zu unseren Enkeltöchtern nach Vermont gereist. 

Danke, liebe Astrid, für dieses schöne Thema. Vielleicht mögt ihr Eure Erinnerungen auch noch beitragen?


Montag, 15. Januar 2018

Eye - Poetry # 12 - Die kreative Herausforderung für Januar / Februar 2018


Eigentlich wollte ich ja die Eye-Poetry mit dem Ende des letzten Jahres auslaufen lassen, weil ich die Aktion anfangs als Jahresprojekt geplant hatte. Aber es kamen im letzten Monat so viele Bitten, die "Augen-Poesie" weiterzuführen, dass ich mich nun doch umstimmen ließ.

Eine kleine Änderung möchte ich dabei aber einflechten:
Die Verlinkung wird wieder am 14. des Folgemonats öffnen, aber nur bis zum letzten Tag des jeweiligen Monats offen sein.

Außerdem habe ich gemerkt, dass es mir besonderen Spaß macht, wenn es mir gelingt, mich von dem jeweiligen Text zu einem Werk inspirieren zu lassen, was regelmäßig verwendet wird. Dann klingt einem das Gedicht oder Zitat jedes Mal, wenn man es zur Hand nimmt, wieder im Ohr.
Mal schauen, ob es in diesem Jahr auch öfters klappt, das ist mein persönliches Ziel.
Habt Ihr da auch eine kleine persönliche Herausforderung oder Projekt mit der Eye-Poetry verbunden? 

Ich habe lange über den Text für die 12te Ausgabe der Challenge nachgedacht, als mir plötzlich ein Gedicht eines mir bislang unbekannten Autors unter die Augen kam. Es ist kein typisches Wintergedicht, im Gegenteil, aber es ist doch in bestimmter Hinsicht recht aktuell.
Viel ist in den letzten Monaten über das Insekten- und Vogelsterben geschrieben worden, das wirklich bedrohlich klang. Aber dieses Gedicht traf mich mitten ins Herz. Wann habe ich überhaupt zuletzt eine Lerche gesehen und gehört, so wie hier  und dort ?

Johannes Trojan (1837  Danzig - 1915  Rostock) lebte zu einer Zeit, wo er morgens problemlos noch dem Gesang der Lerche lauschen konnte. Der Schriftsteller und Redakteur schrieb in der Berliner Morgenpost und leitete später den "Kladderadatsch", der dabei zur führenden satirischen Zeitschrift der Bismarck-Zeit wurde. Ein Naturliebhaber war er auch, aber das habt Ihr Euch wahrscheinlich schon gedacht...


Das Lerchenlied

Der Tag bringt seine Sorgen,
mich lässt es unbeschwert,
das macht, ich hab am Morgen
die Lerchen singen gehört.

Nun geh ich durch die Menge,
geh ruhig und mit Lust,
weiß keiner, was für Klänge
ich trag in meiner Brust.

Es klang so süß und labend,
rief Mut und Hoffen wach.
Den Tag lang bis zum Abend
klingt's mir im Herzen nach. 

Johannes Trojan


Ich bin gespannt, wie Euch Lerchengesang und Gedicht im Herzen nachklingt und inspiriert.

Am 14. Februar werde ich  nachfragen, was Euch an interessanten Ideen in den Sinn gekommen ist. Vom 14.  bis zum 28. Februar habt Ihr dann wieder Zeit zum Verlinken.

Hier noch einmal die Spielregeln:

Eure Möglichkeiten sind weit gefächert, je größer am Ende die Vielfalt, desto interessanter ist es doch.

* Eye Poetry - was ist damit gemeint?
"Lyrik fürs Auge" -  Literarisches für das Auge umgesetzt.

* Idee:
An jedem 15. eines Monats stelle ich ein Gedicht, ein Zitat oder ein kurzes Stück Prosa vor.
Wir haben einen Monat Zeit,  einen ganz persönlichen kreativen Weg zu finden, den Text für das Auge umzusetzen, zu interpretieren und in eine neue, eigene Form zu gießen.
Die Form ist frei. Möglich sind z.B.

- Foto, Fotoserie, die speziell für die Eye-Poetry vorgestellt wird
- Darstellung in gemalter, gezeichneter, collagierter, gestempelter ... etc. Form
- künstlerische Installation oder Aktion
- Genähtes, gestricktes, gesticktes, gefilztetes etc. Objekt
- Filmchen
- ...
- und - ja, wenn es zu einer Komposition inspiriert, würden wir es gern auf irgendeinem Weg auch gern hören!

Es gibt keinen falschen oder richtigen Zugang, sondern nur einen ganz persönlichen.
Es geht nicht um Perfektionismus, sondern um kreatives Schaffen, Spaß, Inspiration.
Jeder wählt die Form, die ihm gerade passend erscheint, an der er Spaß hat, wofür gerade die Zeit übrig ist. Und manchmal ist dann vielleicht auch der Zufall im richtigen Moment zur Stelle.

* Vorstellung
Teilnehmen könnt Ihr mit einem eigenen Blog-Posting. Am 14. des Folgemonats verlinkt Ihr die Darstellung Eurer Ergebnisse auf meinem Blog.
(Am besten, ihr sucht für das Thumbnail-Image, das dann hier auf dem Blog erscheint, Euer Ergebnis aus).
Spannend wäre es, wenn Ihr Eure Idee und den Weg dahin schildern würdet. Am Ende sollte auf jeden Fall das  Objekt / Foto/ Bild/ ... stehen mit dem zugrunde liegenden Zitat.

Bedingung ist nur, dass es keine älteren Beiträge sind und/oder die nicht in Zusammenhang mit unserem Projekt erstellt wurden. (Kommerzielle oder Werbung tragende Links sind unerwünscht, da bitte ich um Euer Verständnis).

Gern dürft Ihr diesen Button mit auf Euren Blog nehmen:

Viel Spaß!!!

Samstag, 13. Januar 2018

Der Augenblick ist mein.... {Samstagsplausch / In Heaven}

Betrachtung der Zeit

Mein sind die Jahre nicht,
Die mir die Zeit genommen:
Mein sind die Jahre nicht,
Die etwa möchten kommen.

Der Augenblick ist mein.
Und nehm' ich den in acht
So ist der mein.
Der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Andrea Gryphius



GEFUNDEN: drei neue Freunde (der dritte Esel ist nicht im Bild). Ich mag Esel so gerne. Ihr auch?

GESUCHT: nach schönen Himmelsstimmungen (für Katjas Fotoaktion "In Heaven"), was bei dem grauen Wetter hier bei uns gar nicht so einfach war. Manchmal kann Nebel ja auch sehr zaubrisch wirken, aber ein bisschen Farbe und Licht tut dann wirklich gut.


GEMOCHT: diese Nebelrunde mit dem Hund. Da kann ich mir sicher sein, dass ich auf der anderen Seite der Brücke niemanden treffe....




GECLICKT: Claudia schreibt über ihr Leben in Japan. Ein immer wieder spannender Blog!




GESTAUNT: über das Päckchen, in dem Astrid mir ein wunderschönes, selbst genähtes Täschchen sandte.

GESCHMÜCKT: ist die Stadt teilweise noch mit weihnachtlichen Motiven, da wehen schon die ersten Fasnachtsbändel im Wind





GEHÖRT: Marimba und dabei so gute Laune bekommen




GELACHT: dass ich in Sachen Blumen wohl meinen rosa Monat habe: begonnen mit einem rosafarbenen Christstern, rosa Tulpen schickten mir die Töchter eine gemischten  großen rosa Blumenstrauß. Passt alles perfekt zusammen, wunderbar!

GEFREUT: an der Hamamelis und an den ersten Schneeglöckchen




GELESEN: immer noch an Azar Nafisi: Reading Lolita in Tehran. Über Bernhard Schlink: Olga habe ich eine Rezension für Euch geschrieben. Begonnen habe ich Holly Goldberg Sloan: Glück ist eine Gleichung mit 7

GENÄHT: Das Quilt-Top für den ersten Babyquilt. Am Wochenende ist die Rückseite dran.


GEÄRGERT: über einen Paketdienst, der dafür sorgt, dass wir heute noch völlig unnötigerweise durch die Gegend gurken müssen

GEGRINST: über die giftgrünen bemoosten Bäume. Eine richtig coole Farbe! Als würde so ein Alien seine Greifer in den Waldboden senken...



Am Wochenende werde ich die Rückseite des Babyquilts nähen und in den Beständen wühlen, ob mein Fundus noch das "Batting" das Vlies hergibt, oder ob ich neues bestellen muss. 

Dann muss ich mir Gedanken über den Fortgang meiner Eye-Poetry-Challenge machen,  dass ich am Anfang der Woche hier ein bisschen was darüber berichten kann. 

Eigentlich vermisse ich den richtigen Winter ein wenig. Ein bisschen Schnee und Kälte würde ich schon gern noch haben. Geht es Euch auch so oder seid Ihr schon total auf den Frühling umgepolt?

Habt ein feines, buntes Wochenende!  

Freitag, 12. Januar 2018

12 von 12 im Januar 2018

Schon ist wieder der zwölfte Tag des Monats. Mal schauen, welche 12 Eindrücke des Tages heute blieben. Nunja, es war kein sonderlich spannender Freitag...


1 Ich löffle mein Müsli und schaue dabei den Vögeln beim Frühstücken zu.
2 Dann muss ich ein bisschen Blut beim Arzt abgeben und gehe auf dem Hin- und Rückweg am Seerhein entlang, um die Stadt von der "anderen" Seite anzuschauen.
3 Der Lockenhund freut sich bei meiner Heimkehr, dass auch ich noch eine Runde mit ihm drehe.

4 Dabei bemerke ich, dass es hier im Ort auch noch andere Mandalafreunde zu geben scheint.
5 Daheim beginne ich Stoff für eine Quiltrückseite zuzuscheiden...
6 und nette Blöcke zu nähen.

7 Meine rosa Blumenschar will gepflegt werden.
8 Auf vielen Hunderunden entdeckt man Bäume, die der Sturm letztens umgewippt hat (und was noch steht wird gerade eh wieder mit Inbrunst und Harvester gefällt und gestapelt)
9 Der Lockenhund sammelt derweil sein Futterdummy ein, während ich über die abgeholzten Bäume jammere.

10 Auf der Hunderunde planen der liebe Mann und ich die Aufgaben der nächsten Stunde: ich werde Maroni-Cashew-Würstchen herstellen und er fährt noch mal schnell Richtung Stadt, um etwas zu kaufen. 
11 Die liebe Astrid hat mir ein wunderschönes Täschchen genäht und geschenkt. Das werde ich jetzt füllen. Was für eine Freude!
12 Nachher lese ich dann noch in meinen beiden Büchern

Was heute sonst noch so im Lande geschehen ist, findet Ihr bei Caro (draußen-nur-Kännchen) 
   

Bernhard Schlink: Olga {Bücher}

Wie im letzten Jahr stelle ich Euch wieder allmonatlich Bücher-Neuerscheinungen vor.
Ganz frisch in den Buchläden steht gerade das neue Werk  "Olga" von Bernhard Schlink, dessen Buch "Der Vorleser" Ihr vielleicht kennt..



Es war Schlinks schlichte, unprätentiöse Art zu schreiben und sich seinen Protagonisten auf sensible, aber distanzierte Art zu nähern, die mich schon beim ersten Blättern in seinem neuen Roman "Olga" überzeugte, ihn unbedingt lesen zu wollen.

Schlink schlägt einen großen Bogen hinweg fast über ein ganzes Jahrhundert. Alles beginnt Ende des 19. Jahrhunderts in Breslau, wo Olga Rinke in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern wird sie von der Großmutter nach Pommern geholt.
Gerne würde diese der Enkelin einen deutschen, statt des slawischen Vornamen, den auch die Schwiegertochter trug, verpassen, aber Olga bleibt stur.
Ihr starker Willen trägt sie nicht nur durch die lieblosen Familienverhältnisse, sondern auch durch die Schul- und Ausbildungszeit.
Von klein auf ist sie eher still abwartend und genau beobachtend, zieht ihre Schlüsse und verfolgt dann gradlinig ihren Weg.
Obwohl sie in ihrer Lernbegierde keine Unterstützung durch Pfarrer, Lehrer oder Großmutter erhält, schafft es Olga allein und fleißig ihr Berufsziel Lehrerin zu erreichen.
Während der Schulzeit freundet sie sich mit dem Geschwisterpaar Schröder - Herbert und Viktoria - an, das im Dorf ebenso wie sie eine einsame Sonderstellung einnimmt.

Wie anders als Olga oder die anderen Dorfkinder wachsen diese auf dem pommerschen Rittergut ihrer reichen Eltern auf. Dort hofft man sehnsüchtig auf die Verleihung eines Adelstitels und verehrt das Kaisertum.
Kaum kann der kleine Herbert auf seinen stämmigen Beinen stehen, rennt er schon los, um die Weite zu erfahren, aber auch um sich selbst zu spüren, sich von Störendem loszureißen und weiter zu stürmen, einem Ziel entgegen, das ihm selber unbekannt ist. Diese Unrast wird sein wesentlicher Charakterzug.
Die patriotische Gesinnung und den Gedanken der Großmachtstellung Deutschlands übernimmt er gleich unreflektiert. Doch obwohl sein Elternhaus eine Verbindung mit der nicht standesgemäßen Olga ablehnt, verliebt er sich schon am Ende der Schulzeit in sie.

Olga steht Herberts politischer Haltung kritisch gegenüber, muss ihn aber als Freiwilligen der Schutztruppe nach Deutsch-Südwestafrika ziehen lassen. Dort heißt es, den Aufstand der Herero niederzuschlagen. Zurückgekehrt wird er sich in Entdeckungsreisen ferner Länder stürzen. Olga wird immer auf ihn warten. Letztendlich verrennt sich Herbert in die Idee einer Arktis-Expedition, mit dem Ziel die Nordostpassage zu durchqueren, obwohl ihm jegliche Erfahrung fehlt.

Lange will Olga die Hoffnung auf seine Rückkehr nicht aufgeben, schreibt ihm unermüdlich Briefe postlagernd nach Tromsö, aber Herbert und seine Begleiter bleiben verschollen. Berufsleben, zwei Weltkriege, die plötzliche Erkrankung an Gehörlosigkeit (die ihr den Lärm des Dritten Reiches und des Bombenhagels erspart) und Flucht übersteht sie tapfer.

Im zweiten Teil des Buches wechselt die Perspektive zu Ferdinand, bei dessen Eltern sich Olga im Pensionsalter als Näherin betätigt. Er ist es auch, der nach Olgas Tod im dritten Teil des Buches Olgas alte Tromsö-Briefe findet, die die Auflösung mancher Rätsel bringen.

Schlinks knapper, sachlicher Erzählstil ist zwar sehr interessant, lässt einen als Leser aber leider nicht richtig an die Gefühle der Protagonisten heran. Letztendlich kommt man Olga nicht näher, auch Herbert bleibt mir fremd und fern. Nur die Tatsache, dass zu dieser Romanfigur wohl der in der Arktis verschollene Herbert Schröder-Stranz inspirierte, weckt meine Neugierde (der ich durch weiteres Forschen im Internet nachgehen muss, denn das Buch liefert keinerlei Informationen).

Es sind die alten deutschen Begehrlichkeiten nach Größe und Macht, die Olga immer verachtet, aber ihren Lebensweg begleiten und beeinflussen, die im Roman thematisiert werden sollen. Mir scheint, dass der Roman damit überfrachtet wird, zumal die Stärke des ersten Teils nicht von den beiden anderen Romanteilen durchgehalten werden kann.

Gefallen hat mir Schlinks Erzählstil,  vor allem des ersten Teils, die geschichtlichen Denkanstöße, die er mit gibt.  Das allein macht das Buch schon lesenswert. Aber an Ende lässt es mich unzufrieden zurück, da ich das Gefühl habe, dass er Olga (vor allem ihren Gefühlen und Gedanken) nicht den Raum zugestanden hat, der ihr gebührt hätte.

Mein Dank geht an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.

Bernhard Schlink: Olga
Diogenes Verlag
320 Seiten
Januar 2018 

Dienstag, 9. Januar 2018

Meine Stadt {Tell a Story}

Am Anfang eines frisch geschlüpften Jahres freue ich mich immer über neue Ideen und Herausforderungen. Emma vom Blog 'Frühstück bei Emma' startet heute die Fotochallenge "Tell a Story",  im Januar geht es dabei um uns selber.
Heutiges Thema ist "Meine Stadt".

"Meine Stadt" Konstanz am Bodensee brauche ich Euch nicht groß vorzustellen. Sie ist ein Magnet für Touristen aus den unterschiedlichsten Ländern, deshalb kursieren unzählige Fotos von ihr im Netz. Da kann ich Euch kaum Neues erzählen. Selbst aus dem geheim geglaubten Ecken trudeln einem unerwartet Touris entgegen.
Als "meine Stadt" bezeichne ich sie seit nun mehr 34 Jahren, auch wenn wir ein paar Jahre in großer Entfernung gewohnt haben und unter Heimweh litten.

Heute morgen bin ich auch wieder in der Innenstadt unterwegs, um bei meiner Hausärztin reinzuschauen.  Auf dem Weg werde ich gewiss auch wieder hier nach oben schauen.  Ich habe mir zur Gewohnheit gemacht, stets den Blick in der Stadt so zu lenken, als würde ich sie zum ersten Mal betreten,  Neugierde zu zeigen, zu staunen, zu entdecken, zu bewundern, . Es gibt in der Altstadt so viel Spannendes und Interessantes, dass es schade wäre achtlos im Alltagstrott vorbei zu eilen.
Am liebsten bin ich morgens in der Stadt, wenn noch wenig los ist und sie noch etwas schlafmützig aus der Wäsche guckt.


Ob hier an der Laube unterwegs zum Parkhaus jetzt jemand den Kopf nach oben reckt und sich über die Jugendstilfassade freut?  Wirklich schön in Stand gehalten. Diese Farben und Formen...
Gerade sind die Alleebäume unbelaubt, da kann man den Blick genießen.

Die Touristen ballen sich dann eher hier vor diesem Gebäude. Die Fassadenmalerei zeigt zwar mittelalterliche Motive, stammt aber aus dem Jahr 1935.


Es wird nie langweilig, jedes Mal komme ich mit einer Neu- oder Wiederentdeckung heim, wie z.B. mein liebstes, schmales Haus...


Keine Lust auf Häuser? Dann lauft über die Marktstätte runter zum See und zum Hafen, dort wird es auch nie langweilig. Ich muss jetzt wieder nach Hause, der Hund wartet.

Komme ich dann heim, dann habe ich schon einen kleinen Kurzurlaub gehabt, ich mag ja Städtereisen...

Danke für die nette Idee, liebe Emma.

   

Samstag, 6. Januar 2018

Die gute alte Zeit.... {samstagsplausch, In Heaven}

"Heute ist die gute alte Zeit von morgen."

Karl Valentin


GECLICKT: 40 Portraits in 40 Jahren. 4 Frauen zeigen, wie die Zeit vergeht. Ein bisschen tröstlich, man fühlt sich nicht mehr so allein beim älter werden...

GEFÜHLT: dass in der Zeit zwischen den Jahren die Wahrnehmung entsteht, die Zeit halte an, oder dass ein Zeitloch zu umrunden sei. Geht Euch das auch so?

GESEHEN: am neuen Fotostandort für das 12tel-Blick Projekt 2018, dass der Orkan zwei Bäume umgeknickt hat (puh, nicht den, der meinen Standort kennzeichnen soll...) und dass der Blick in alle Richtungen lohnend ist (siehe Foto oben)




GEZEICHNET: an einem Entwurf für den ersten Babyquilt. Jetzt kann ich endlich ans Zuschneiden gehen. Keine Einblicke, Ihr müsst warten, bis das Baby da ist, der Quilt soll auch für meine Tochter eine Überraschung werden...

GELESEN: Azar Nafisi: Reading Lolita in Tehran, hat mir meine Tochter aus Vermont geschickt. Noch bin ich mittendrin. Sehr spannend und auch auf deutsch erhältlich.

GEÄRGERT: dass der hiesige Blumenladen bis 9.1. geschlossen ist, genau wenn ich gerade dringend Blumen fürs Gemüt brauche


GELACHT: dass sich die Schafherde sich wieder einmal grübelnd und beobachtend dem vorbeilaufenden Lockenhund zuwandten ("Schaf oder Hund? Das ist hier die Frage"). Als wir noch unseren Australian Shepherd hatten, suchten sie immer das Weite, da er natürlich immer als Hütehund erkannt wurde. Jetzt sind wir "undercover" unterwegs...

GENOSSEN: mal wieder blauen Himmel und - noch mehr Schäfchen. Die müssen aufpassen, dass sie sich nicht in den Ästen verfangen...


GEPLANT: für den Blog
* wieder eine monatliche Vorstellung von Bücherneuerscheinungen. Das macht mir Spaß.
* Teilnahme an Emmas Fotoblogparade "Tell a Story"
* vielleicht die Eye-Poetry weiterzuführen. Dazu in den nächsten Tagen mehr...

GEFREUT: dass mir Ghislana so ein feines Buch geschenkt hat, wahrscheinlich, um mich zur Weiterführung der Eye-Poetry zu motivieren. Vielen lieben Dank!

GEWOLLT: weitgehend auf Zucker zu verzichten



GESCHWITZT: das sind doch keine Wintertemperaturen... Und überall stehen Pfützen und Überschwemmungen

GEDACHT: an den Vermonter Familienzweig, über den gerade ein schlimmer Schneesturm hinweg zieht. Hoffentlich fällt nicht auch noch der Strom aus... Vorbereitet haben sie sich bereits darauf.

GEKAUFT: noch etwas Stoff für den Babyquilt (nur für Rückseite und Sashing).

GEFUNDEN: eine Inspiration für die nächste Fensterputzaktion, mal auf die musikalische Art.



Der 6. Januar ist in Baden-Württemberg Feiertag, erst nach diesem Wochenende beginnt hier wieder das Leben zu pulsieren. Ein Samstag ohne Wochenmarkt und morgendlichen Bummel in der Stadt kommt mir komisch vor. Man hängt doch ein bisschen an seinen Ritualen.

Wir setzen uns deshalb in die Schweiz ab, gehen mit dem Hund eine Runde und kaufen ein, was wir hier vergessen haben. 
Im Nähzimmer warten für später das Zuschneiden der Babyquilt-Stoffe und an der Maschine die ersten Frühlingssachen für die Lockenmädels (wobei in Vermont nichts weiter entfernt ist als Frühling... Heute wieder schulfrei wegen des Schneesturms...)  

Ein schönes Wochenende!!