Donnerstag, 30. März 2017

12tel Blick(e) im März

Im März habe ich die Besuche meiner drei Foto-Standorte ein bisschen auf den Monatsverlauf verteilt. Wie schön, dass es durchweg sonnig und schon frühlingshaft warm war.
Da die Unterschiede zum Februar noch nicht so groß sind (das beginnt jetzt Ende März gerade erst), habe ich Euch von jedem Standort ein kleines Detail mitgebracht.

Am See war ich nun morgens schon nicht mehr allein. Ich brauchte ein bisschen Zeit und mehrere Versuche, um den richtigen Blickwinkel zu finden, und jedes Mal flanierten Leute an mir vorbei durchs Bild. Ob sie wohl schauen wollen, ob das Café schon geöffnet hat? Die Sonnenschirme hat man schon rausgestellt, Seht ihr sie?
In den Beeten an der Uferpromenade blüht es schon eifrig und am steinigen Ufer wachsen die Steinmännli in großer Zahl in die Höhe. Wenn man genau hinschaut, kann man sie auf dem Monatsfoto erkennen. Von Nahem, im morgendlichen Gegenlicht sehen sie fast ein wenig mystisch aus...


Am See, 17. März, vormittags
sonnig, 10 Grad
Detail: Steinmännchen am Ufer



Beim Blick auf das Schloss muss man sich schon etwas mehr anstrengen, um etwas Neues zu erblicken. Ich zoome es im Detailblick mal heran: eine Schafherde grast am Hang des Schlossberges.



Schlösschenblick, 10. März, nachmittags
sonnig, 12 Grad
Detail: Schafherde vor dem Schloss




An diesen Streuobstwiesen komme ich öfters vorbei und verfolge genau den Fortschritt in Richtung Obstbaumblüte. Naja, immerhin, die ersten Blättchen entfalten sich bereits.


Streuobstwiesen, 21. März, nachmittags
sonnig mit leichten Wolken, 13 Grad
Detail: erste Blättchen am Obstbaum




Im April wird die Natur einen großen Sprung tun, dann wird sich eine Menge auf den Bilder verändern.




Tabea bietet auf ihrem Blog wie an jedem Monatsende eine Plattform für alle Teilnehmerinnen dieses feinen Fotoprojektes. Danke, Tabea!

Dienstag, 28. März 2017

Kleidsames

Noch hat der Frühling nicht Einzug ins nordamerikanische Vermont gehalten. Wenn also die kleinen Lockenmädchen am nächsten Wochenende hier einfliegen, erwartet sie eine blumenreiche Überraschung. Dazu gehören natürlich Frühlingskleidchen, am besten solche, unter die man im Notfall doch noch ein langärmeliges Shirt und eine passende Leggings drunterziehen kann.

In meinem Stoffschrank warten etliche Webstoffe auf ihre Verarbeitung, da fanden sich dann schnell entsprechende Stoffe zueinander.
Ausgewählt hatte ich den Schnitt "Destina" von Farbenmix, der in der Weite hinten mit Bändchen reguliert werden kann, je nachdem, ob noch ein Shirt zum Drunterziehen benötigt wird oder nicht.
Da das kleine Lockenmädchen Blusen mit Knöpfen gerade mag, wird ihr ein Blusenkleid gewiss auch zusagen.      


Auch in  meinem Webbandfundus wurde ich problemlos fündig, endlich kann ich mal wieder welche vernähen. Die rotkarierten Knöpfe in passender Zahl beweisen, dass ich mich eichhörnchenmäßig bevorratet habe...  


Das große Kleid (Gr. 134) bekam am Kragen Bindebänder, das kleine (Gr. 116) einen Knopf mit Schlaufe. Ein bisschen Oldschool muten die Kleidchen an, das mögen die kleinen Mädels aus dem "middle of nowhere".

Ich kann die Anprobe gar nicht erwarten. Ob das Wetter mitspielt und sie schon draußen damit herumtoben können?


verlinkt bei Creadienstag und Handmade on tuesday


Samstag, 25. März 2017

Schäfchensamstag


"I am the pink sheep of the family."

Alexander McQueen

Man hat momentan in der Natur das Gefühl, dass die Farben überall herausschießen, aber Pink blieb, um bei der Wahrheit zu bleiben, den Blumen vorbehalten...
Ich mag den Frühling, jeden Tag kann man Neues entdecken: den ersten Löwenzahn begrüßen, das Meer der Buschwindröschen im Wald wogen sehen, die verschiedenen Gelbtöne der Schlüsselblumen unterscheiden, dicke Veilchenbündel entdecken....

Seidelbast


Bevor ich einen steifen Nacken beim Bestaunen der Frühlingsblüten bekomme, blicke ich himmelwärts und freue mich am Schäfchenwolkenhimmel (an diesem Morgen noch saharastaubfrei...., )
Der Lockenhund und ich haben es gerade gar nicht eilig, wir wollten ja auch noch die vielen Lämmer beobachten. Witzig, angesichts unseres früheren Hütehundes wurden die Schafe immer sehr unruhig, der Lockenhund fällt wohl eher unter die Kategorie schafähnliches Objekt (hehehe, Jagdschaf würde ich mal sagen...)    



GEFREUT: dass ich wieder alleine mit dem Lockenhund Morgenrunden drehen kann.

GEMERKT: dass man sich nicht auf Fachärzte verlassen sollte, sondern sich immer selber schlau machen muss.

GEKAUFT: Blumen, feine Frühlingsshirts, Bücher    

GESEHEN: Fasane, Enten, Krähen (alles auf der Lieblingsliste des Lockenhundes....)  



GELESEN: begonnen - Charlie Jane Anders 'Alle Vögel unter dem Himmel'.

GEKNIPST: Schäfchenhimmel für Katjas Himmelsbilder und Blümchen....

GENÄHT: zwei Sommerkleider für die Lockenmädchen. Heute beginne ich mit zwei Sweatshirts.

GEZÄHLT: die Tage, in einer Woche kommen unsere Vermonter ! Dann geht es hier drunter und drüber...

GEPLANT: das große Umräumen, das Nähzimmer muss zum zweiten Gästezimmer werden. Sind ja nur ein paar Handgriffe. Zumindest theoretisch.


GEÄRGERT: über die Wettervorhersage. Ausgerechnet wenn die wintergeplagten Vermonter hier ankommen, schwächelt der Frühling ein bisschen.

GESUNGEN: eines meiner Lieblingslieder.  Wenn Ihr alle mitsingt, dann sollte das Frühlingswetter die ganze erste Aprilwoche durchhalten!

GELACHT: über diesen genialen französischen Werbespot (Sprachkenntnisse nicht notwendig ;-)


Vielleicht stellt mir meine Namensvetterin (oder heißt das Namensbase?) Andrea bei ihrem Samstagsplausch einen feinen erfrischenden Matcha-Tee auf den Tisch. Danach muss ich aber schnell wieder an die Nähmaschine eilen. Außerdem wird der Dachboden nach Kinderspielsachen durchforstet, Gästezimmer vorbereitet und eigentlich wollten wir doch auch noch ein paar Dinge im Garten tun. Oh oh... vielleicht sollten wir vorher eine Prioritätenliste anlegen . (Führt Ihr solche Listen, um Anstehendes auf die Reihe zu bekommen?)

Freitag, 24. März 2017

Freitagsblumen


Eines ist mal klar, aus mir wird keine Deko-Queen mehr (dafür habe ich aber das Chaos-Gen)... Als die Kinder klein waren, hatten wir eine schöne alte Kommode restauriert, auf dem wir mit Leidenschaft unseren "Jahreszeitentisch" pflegten. Die Kinder liebten es, kleine Schätze, Blümchen, Steine, Zapfen etc. von draußen mitzubringen und dort ins Bild einzufügen oder gemeinsam mit uns zu basteln. Und auch uns Eltern machte dies riesigen Spaß, denn wir beobachteten ja gemeinsam mit den Kindern den jahreszeitlichen Wechsel in der Natur und teilten mit ihnen unsere Entdeckungen.

Die Töchter sind längst ausgeflogen, aber immer noch wandern schöne Dinge aus der Natur auf die Kommode - in viel geringerer Zahl natürlich.
Aber immer stehen dort Blumen oder Äste. Noch sind es keine selbstgepflückten oder geschnittenen.
Doch ohne Blumen geht es gar nicht, ganz besonders nicht im Winter...



Weidenzweige brachte ich letzte Woche vom Markt, am Mittwoch entdeckte ich dort einen Blumenstand mit so feiner Auswahl, dass ich gleich zugreifen musste: Ranunkeln, Anemonen und Levkojen mit zartem Duft.


Während ich genau weiß, wo ich meine Sommersträuße kaufen oder selber pflücken kann. habe ich noch immer nicht den "Floristen meines Vertrauens" gefunden. 
Mal schauen, was sich in den nächsten Wochen so alles an diesem Blumenstand finden lässt und welche Erfahrungen ich mit den Sträußen so machen werde.  Ich gebe ja die Hoffnung nicht auf.
Wenn ich zufrieden mit den Pflanzen und der Beratung bin, dann bleibe ich gern als sehr treue Kundin. 


Da habe ich es doch tatsächlich mal wieder zum Friday-Flowerday geschafft.

Sonntag, 19. März 2017

Dominic Smith: Das letzte Bild der Sara de Vos {Bücherwelt}

Bei manchem Buch verleitet mich schon das Cover, die ersten Seiten aufzuschlagen. Es macht Andeutungen, lässt innere Bilder aufkommen, führt schon in ein Zeitalter, packt mich und zieht mich hinein...
Hat es zu viel versprochen? Nein, ganz und gar nicht!



Wie mit einem feinen Pinsel gemalt

Der Buchumschlag des Romans "Das letzte Bild der Sara de Vos" von Dominic Smith lockt nicht nur mit dem optischen Eindruck, als würde man ein Stück leinwandartigen Stoff beiseite schieben, um zu dem Bild zu gelangen, sondern auch mit dem taktilen Gefühl, wenn man mit der Hand über den Einband streicht.

Das macht neugierig und ist geschickt gewählt, denn sogleich wird das Gemälde ins Zentrum gerückt, man fühlt sich für einem Moment ins Museum versetzt, wenn zu Beginn des Romans die Kurzbeschreibung und die Daten eines holländischen Gemäldes wie auf einem Schildchen zu lesen ist: "Am Saum des Waldes" von Sara de Vos.
Anders als im Museum hat man das Bild nicht konkret an der Wand hängen, doch dank der  so exakten und ausdrucksstarken Beschreibung erscheint es förmlich vor Augen. Gleich fragt sich der Leser: was hat es mit dem Mädchen am Waldsaum auf sich?
Das Gemälde wird Sara de Vos zugeschrieben, des ersten weiblichen Mitglieds der berühmten Haarlemer Lukas-Gilde, welche alle  Aspekte  des künstlerischen Lebens im Holland der damaligen Zeit bestimmte. Auch Rembrandt, Hals und Vermeer gehörten der Gilde an. Als reales Vorbild der fiktiven Sara de Vos  diente dem Autor D. Smith die Malerin Sarah von Baalbergen, von der aber kein Werk mehr nachweisbar ist.

Es ist das sogenannte "Goldene Zeitalter" der Niederlande, eine rund hundert Jahre währende einzigartige wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit im 17. Jahrhundert, in dem mehrere Millionen von Gemälden im Land entstanden. Eine schier beispiellose Epoche der europäischen Kunstgeschichte.  So verankert lassen wir uns ein in die Geschichte des Gemäldes und seiner Malerin, die sich im Folgenden verbindet mit dem Leben seines reichen amerikanischen  Besitzers im 20. Jahrhundert und einer fatalen Entscheidung einer jungen Studentin der Kunstgeschichte.

In seinem dreistöckigen Penthouse mit Blick auf den Central Park lebt der Patentanwalt Marty de Groot mit holländischen Wurzeln inmitten seines über Jahrhunderte ererbten Wohlstands und über Generationen gesammelter Kunstwerke, allen voran die Sammlung holländischer Gemälde aus dem 17. Jahrhundert. Es fühlt sich steif und stickig an, in dieser wohlhabenden Residenz des ungewollt kinderlosen Ehepaars de Groot.
Über ihrem Ehebett hängt besagtes letztes Bild der Sara de Vos, bedacht von Martys abergläubischer Schuldzuschreibung sämtlicher negativer Ereignisse. So wurde kein De Groot älter als 60 Jahre seit das Werk vor 300 Jahren in Familienbesitz gelangte.

Doch im Herbst 1957 wird das Gemälde von Unbekannten heimlich entwendet und durch eine so akribisch genaue Fälschung ersetzt, dass es De Groot erst ein halbes Jahr später entdeckt und daraufhin einen Privatdetektiv engagiert. Dieser führt ihn auf die Spur einer jungen Kunststudentin.

Die Australierin Ellie Shipley machte am Courtauld Institute in London eine Ausbildung zur Kunstrestauratorin, nahm dann aber das Studium der Kunstgeschichte auf. Die Tatsache, dass nicht die Begabung, sondern das Geschlecht ausschlaggebend für die Zuteilung von Aufträgen war, hat sie desillusioniert. Anstatt jetzt endlich ihre Doktorarbeit abzuschließen, hockt sie in ihrem desolaten Brooklyner  Zimmerchen, lebt und malt wie Maler des "Goldenen Zeitalters" und scheut auch nicht davor zurück, dafür Kaninchenfell u.ä. für kleinere  Restaurierungsaufträge auf ihrem Herd zu kochen.
Als ihr ein Kunsthändler ein Foto des Gemäldes der Sara de Vos mit der Bitte um eine Kopie zeigt, ist es nicht das finanzielle Angebot, was sie lockt, sondern die Faszination des Werkes.
Das Kopieren wird zu einer neuen Form von künstlerischer Annäherung, voller Hingabe, in der sie mit der historischen Malerin fast verschmilzt.
Dass sie nun Anteil an einer kriminellen Kunstfälschung hat, schiebt sie eher zur Seite.

Dass Sara de Vos'  Gemälde so eine Faszination ausübt, mag an seiner Entstehungsgeschichte liegen. Denn Sara, eigentlich für Stillleben ausgebildet, malt dieses Landschaftsbild aus Kummer und Verzweiflung nach dem Tod ihres kleinen Kindes, der den Niedergang der Familie einleitet. Ihre Person bleibt in meinen Augen leider blasser und weniger vielschichtig. Auch ihre Position im damaligen Kunstschaffen ist mir zu grob angedeutet. Da hatte ich mir mehr erhofft.

Drei Zeitebenen werden kunstvoll im Roman verwoben:
- Niederlande um 1637, die bewegenden und tragischen Jahre im Leben der Sara de Vos, die sich in ihrem künstlerischen Schaffen niederschlagen
- New York 1957/58, der Zeit von Fälschung und Raub
- Sydney 2000, das Jahr, in dem alle Fäden wieder zusammengeführt werden.

Auf spannende Art kreuzen sich die Wege von Fälschung und Original, von Marty und Ellie mehrmals. Die Geschichte des Gemäldes überwindet Jahrhunderte und drei Kontinente und verknüpft das Leben der Protagonisten auf unterschiedlichste Art miteinander.

Der Autor Dominic Smith, in Australien geboren und in Texas lebend, legt seinen Roman wie ein Gemälde an, legt Schicht auf Schicht, beschreibt präzise, wie mit einem feinen Pinsel. Seine Darstellung von der Entstehung eines Gemäldes und seines Geheimnisses sind sehr beeindruckend: von der Herstellung der Farbe und der Leinwand, dem künstlerischen Entwurf, der Rolle des Lichts, des Farbauftrags bis hin zum Handel mit Kunst und zum Fälschen.  
Nie wird einem dabei langweilig bei der originellen und lebhaften Darstellung, die so eng mit der Handlung verwoben ist.

Es sind die kleinen Entscheidungen im Leben der Protagonisten, die für dessen weiteren Verlauf von Bedeutung sein werden und sei es nur, wie das Gelb auf der Palette angemischt wird.

Original und Fälschungen, Wahrheit und Unaufrichtigkeit, Täuschung und Enttäuschung sind große Themen des Romans. Am Ende heißt es für alle Protagonisten, sich den Fälschungen, Lügen und Versäumnissen seines Lebens zu stellen, daran - notfalls im letzten Moment - zu arbeiten, Wendungen einzuleiten, Schicksalsknoten aufzulösen - und sich für Unerwartetes zu öffnen.

Dominic Smith, der in Australien geboren wurde, nun in Texas lebt, hat mich mit seinem vierten Roman rasch in seinen Bann gezogen.
Zwar habe ich mir über die Figur der Sara de Vos noch mehr Einblicke in das Leben einer Malerin im holländischen "Goldenen Zeitalter" erhofft, bin aber sehr zufrieden mit der spannenden, vielschichtigen Handlung.

Sehr empfehlenswert.

Dominic Smith: Das letzte Bild der Sara de Vos. Ullstein Verlag, übersetzt von Sabine Roth

Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.  

Samstag, 18. März 2017

Jugendstilhimmel {samstagsplausch}


GESUCHT: den Frühling in der Stadt
GELESEN: Dominic Smith "Das letzte Bild der Sara de Vos", schwer begeistert, Rezension folgt in Kürze
GEKAUFT: einen Frühlingspullover in einem neuen Lieblingsladen in der Altstadt (ich kenne den Versand seit drei Jahrzehnten, jetzt hat er eine Filiale in unserer Stadt, hurra!)
GEGUCKT: ständig nach oben, weil das Himmelsblau einfach zu schön war. Am allerschönsten passte es zum Jugendstil



"Beruf des Storches

Der Storch, der sich von Frosch und Wurm
An unserm Teiche nähret, 
Was nistet er auf dem Kirchturm,
Wo er nicht hingehöret?

Dort klappt und klappert er genug,
Verdrießlich anzuhören;
Doch wagt es weder alt noch jung,
Ihm in dem Nest zu stören.

Wodurch - gesagt mit Reverenz -
Kann er sein Recht beweisen,
Als durch die löbliche Tendenz,
Aufs Kirchendach zu ... "

Johann Wolfgang zu Goethe



GEHÖRT: das Klappern der Störche, vollkommen unverdrießlich, nicht auf dem Kirchturm, sondern auf dem Scheunendach der Tierärztin
GEBRANNT: an der ersten Brennessel
GENERVT: dass der dumme Lockenhund vor lauter Fixieren von Enten und Blässhühnern vergisst, selber den See zu genießen.
GEZÄHLT: das erste Buschwindröschen, das erste Veilchen, die erste Brennnessel...



GENÄHT:  einen poetischen, frühlingshaften "Rilke-Rock" für das große Lockenmädchen und schon die Hälfte eines Kleidchens
GEFREUT: dass sich wieder so viele kreative Überraschungen beim der Eye - Poetry # 02 ergeben haben. Ich bin jedesmal begeistert über die unterschiedlichsten künstlerischen Interpretationen, wow!
GEFUNDEN: ein feines Ringelnatz-Gedicht für die Eye - Poetry # 03
GESTÖHNT: über weitere Arztbesuche,..
GEHOLT: voller Freude aus dem Briefkasten zwei wunderfeine Karten von ihr und ihr, danke meine beiden Lieben!



GELIEBT: den Auftritt von Mary Ray und ihren beiden Hunden bei den Crufts in England. Wahnsinn, dieses Dogdancing-Stück müsst Ihr Euch anschauen. Mit welcher Begeisterung die Hunde dabei sind!! Es erinnert mich an meine Aussie-Hündin, die mit großer Leidenschaft etliche Dogdancing-Tricks und Abläufe gelernt hatte und bis ins hohe Alter beherrschte.

GELACHT: habe ich über diesen kleinen Rettungshund Olly, ein Jack Russell, der bei den Crufts (Rescue dog agility) auch mal über den Agility-Parcours laufen durfte und die Herzen des Publikums eroberte - ganz ohne perfekte Schur, besten Standard, höchste Perfektion oder so. Das kleine Kerlchen hatte den Tag seines Lebens...

GEKNIPST: Knallblauen Himmel. Aber dann kamen gestern die Wolken und schoben sich vor die Sonne. Naja, immerhin habe ich ja für Katjas samstägliche Himmelsschau diesen Jugendstilazurhimmel und den Umschwung Richtung Wochenendhimmel:


Am Wochenanfang berichtete die mittlere Tochter noch vom Schneesturm über Vermont, nächste Woche schnellen dann auch dort die Temperaturen auf frühlingshafte Werte.
Mir waren die Temperaturen um die 16 Grad letzte Woche fast schon zu warm.
Gemach, gemach, es muss doch nicht gleich wieder der große Schalter direkt auf Sommer umgelegt werden!!
Geht Euch das auch so?
Diese Frage werfe ich gleich mal bei Andreas Samstagsplausch in die Runde.

Donnerstag, 16. März 2017

Eye - Poetry # 03 - Die kreative Herausforderung für März / April




Meine kreative Challenge geht in die dritte Runde. Es scheint, wir haben mit unseren Ideen zu Eye-Poetry # 02  dem Frühling Beine gemacht. Mittlerweile hat er sogar Herrn Rilke überholt und ist auch in der Stadt angelangt. Kein Wunder, von Euren Werken bin ich total begeistert und gespannt, was noch hinzukommt,

So, nun aber verlassen wir in der Eye-Poetry # 03 die eher jahreszeitlich geprägten Themen, nehmen selbstverständlich die Sonne mit.
Das Gedicht "Die sonnige Kinderstraße"  veröffentlichte Joachim Ringelnatz 1910 in seinem ersten Gedichtband noch unter seinem eigentlichen Namen Hans Bötticher (erst ab 1919 benutzte er 'Ringelnatz' als Pseudonym).
 
Ich bin gespannt, wie Ihr Euch von diesem Gedicht inspirieren lasst, an welcher Stelle Ihr einhakt.




Die sonnige Kinderstraße

Meine frühe Kindheit hat
Auf sonniger Straße getollt;
Hat nur ein Steinchen, ein Blatt
Zum Glücklichsein gewollt.

Jahre verschwelgten. Ich suche matt
Jene sonnige Straße heut;
Wieder zu lernen, wie man am Blatt,
Wie man am Steinchen sich freut.

Joachim Ringelnatz
(1883 - 1934)



Bei den ersten beiden Eye-Poetry-Challenges habe ich Euch einen Monat Zeit zum Verlinken gelassen (also vom 15. des Monats bis zum 14. des Folgemonats), was von Euch auch genutzt wird. Jetzt meine Frage: ist diese große Zeitspanne sinnvoll, gewünscht oder möchtet Ihr sie in Zukunft lieber enger gesetzt sehen, z.B. zwei Wochen?
(Das ändert nichts daran, dass es nur einmal im Monat ein neues Thema gibt, es würde nur den Verlinkungszeitraum etwas verringern.)

Hier noch einmal die Spielregeln:

Eure Möglichkeiten sind weit gefächert, je größer am Ende die Vielfalt, desto interessanter ist es doch.

* Eye Poetry - was ist damit gemeint?
"Lyrik fürs Auge" -  Literarisches für das Auge umgesetzt.

* Idee:
An jedem 16. eines Monats stelle ich ein Gedicht, ein Zitat oder ein kurzes Stück Prosa vor.
Wir haben einen Monat Zeit,  einen ganz persönlichen kreativen Weg zu finden, den Text für das Auge umzusetzen, zu interpretieren und in eine neue, eigene Form zu gießen.
Die Form ist frei. Möglich sind z.B.

- Foto, Fotoserie
- Darstellung in gemalter, gezeichneter, collagierter, gestempelter ... etc. Form
- künstlerische Installation
- Genähtes, gestricktes, gesticktes, gefilztetes etc. Objekt
- Filmchen
- ...

Es gibt keinen falschen oder richtigen Zugang, sondern nur einen ganz persönlichen.
Es geht nicht um Perfektionismus, sondern um kreatives Schaffen, Spaß, Inspiration.
Jeder wählt die Form, die ihm gerade passend erscheint, an der er Spaß hat, wofür gerade die Zeit übrig ist. Und manchmal ist dann vielleicht auch der Zufall im richtigen Moment zur Stelle.

* Vorstellung
Teilnehmen könnt Ihr mit einem eigenen Blog-Posting. Am 15. des Folgemonats verlinkt Ihr die Darstellung Eurer Ergebnisse auf meinem Blog.
(Am besten, ihr sucht für das Thumbnail-Image, das dann hier auf dem Blog erscheint, Euer Ergebnis aus).
Spannend wäre es, wenn Ihr Eure Idee und den Weg dahin schildern würdet. Am Ende sollte auf jeden Fall das  Objekt / Foto/ Bild/ ... stehen mit dem zugrunde liegenden Zitat.

Bedingung ist nur, dass es keine älteren Beiträge sind und/oder die nicht in Zusammenhang mit unserem Projekt erstellt wurden. (Kommerzielle oder Werbung tragende Links sind unerwünscht, da bitte ich um Euer Verständnis).

Gern dürft Ihr diesen Button mit auf Euren Blog nehmen:


Viel Spaß! Wir treffen uns mit unseren Ergebnissen dann hier am 15. April wieder!

Mittwoch, 15. März 2017

Eye Poetry # 02 - Zeigt doch mal her!


Huch, heute ist schon der 15. März! Unser Termin für die "Eye - Poetry" - Challenge.
Die Sonne strahlt seit Tagen hier ins Fenster hinein und verlockt zu Spaziergängen, um zu schauen, wie weit der Frühling in der Natur bereits fortgeschritten ist.
Und Ihr? Habt Ihr Herrn Rilke beim Wort genommen und Euch von seinen frühlingshaften Worten (und dem passenden Wetter) inspirieren lassen? 



Will Dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten - 
dürfen ihn einmal sehn.

Rainer Maria Rilke


Mich selber hat es eiskalt erwischt. Mir ist aus gesundheitlichen Gründen die Zeit schier davon gelaufen. Eigentlich wollte ich ins Kleinformatige, Schachtelgröße schwebte mir vor. Aber oft ist es ja so, dass gerade die kleinen Werke viel mehr Zeit benötigen, als die großen (ist ja auch beim Briefeschreiben so...). Auch beim Nähen der Frühlingskleider für die Lockenmädchen bin ich absolut ins Hintertreffen geraten. Also, warum sollte ich nicht versuchen, beides zu verbinden, dachte ich mir.

Idee: Das Gedicht von Rilke für Kinder bildlich auf einem Kinderkleidungsstück umsetzen.
Material: leichter Jeansstoff, Stoffreste, Knöpfe, Nähmaschine
Schnitt: Jeansrock mit Scheinknopfleiste aus der Ottobre 1/2017, Gr. 134-140
Vorgehen: ich habe zum ersten Mal versucht, nicht nur Stoff auf den Rock zu applizieren, sondern mit der Nähmaschine und dem entsprechenden Nähfuß freihand zu malen.

Nachdem die zwei lyrischen Figuren auf die Wiese gekommen sind, wuchsen die Blumen mehr oder weniger ungeplant und verdichteten sich zusehends. Nach einigen Vogelbeobachtungen draußen, mussten natürlich auch noch welche auf den Rock flattern. 
Beim ersten Freihandnähen habe ich so einiges lernen müssen, perfekt geht wirklich anders. 
Lustig ist, dass der Rock von allen Seiten anders aussieht, wie eine Spaziergehrunde im Frühling.

Der Gummizug muss an das große Lockenmädchen noch angepasst werden. Ich bin sehr gespannt auf die Anprobe in der ersten Aprilwoche. Dann gibt es auch noch ein Foto.




   
Nun bin ich ganz neugierig, was Euch eingefallen ist. Wie ist dieses Gedicht in Euer Werk eingeflossen? Wie seid Ihr vorgegangen? 

Falls Ihr Probleme beim Verlinken haben solltet, schreibt bitte den Link in Euren Kommentar, so dass ich versuchen kann, hilfreich einzugreifen.

Zusätzlich hier noch einmal die TeilnehmerInnen mit Namen und gleichzeitiger Verlinkung zum Anklicken.  Danke Mano, Astrid (lemondedekitchi) , Alizeti, Frau Rotkraut, Heidekind, Nicole (Frau Frieda), Katala, Eva (verfuchstundzugenäht), Doro, Maren (wüstenkinder); Pia, Jutta, Susi (froebelsternchen), Angelika (kreativ leben)


Jetzt seid Ihr an der Reihe (bitte beachten - der jüngste Beitrag wird immer zuoberst aufgeführt) : 



Samstag, 11. März 2017

Ein Tässchen Kaffee für den jungen Herrn Lenz {Samstagsplausch}

"Ich wandere den ganzen Tag, um den Frühling zu suchen
und meine Schuhe gehen kaputt.
Am Abend habe ich den Frühling noch nicht gefunden.
Ich kehre heim und sehe eine Kirschblüte in meinem Garten.
Der Frühling ist da."

Aus China


Es scheint, der Frühling ist gestern hier am Bodensee eingetroffen. Als ich morgens durch die Altstadtgassen eilte, wirkte der Himmel wie frisch gewaschen, glatt gebügelt und locker, duftig oben aufgehängt. Da musste ich doch ungeplant auf dem Wochenmarkt auf dem Stephansplatz anhalten und noch frische Zweige von der gut gelaunten Marktfrau kaufen. Selbst die Graffiti leuchten und strahlen, so dass diese enge finstere Gasse plötzlich zum federfeinen Gässchen mutiert.


GEFREUT: darüber, dass ich das (im Endeffekt überflüssige) Medikament endlich weglassen durfte und somit auch die Nebenwirkungen allmählich verschwinden.
GEÄRGERT: über das Verhalten eines Facharztes
GENÄHT: den Quiltblock für den Monat März
GETÜFTELT: am Eye-Poetry Beitrag für diesen Monat. Krankheitsbedingt ist mir die Zeit davon gelaufen.
GEHÖRT: diesen Song über den Twittermann
GELESEN: Takis Würger "Der Club" - ein schmales Büchlein, dass mir viel Lesefreude beschert hat. Es hat was vom Entwicklungsroman, lässt ein Verbrechen aufklären, blickt hinter die Fassaden von Cambridge, und einiges über das Boxen lernt man auch. Neugierig geworden? Sehr empfehlenswert
GEKAUFT: Frühblüher für die Wohnung, Sämereien für das Vorziehen
GEPLANT: Tierarztbesuch für die nächste Woche, Frühlingsgesundheitscheck
GESCHONT: meine Arme, da ich für eine Woche nichts Schweres heben oder tragen durfte
GESTAUNT: über die großen blauen Flecke auf meinen Unterarmen als Untersuchungsfolgen, sehe aus wie ein Junkie

Dieses Wochenende haben wir Tochterbesuch. Das wird lustig bei dem feinen Frühlingswetter!
Für mich bitte einen Latte Macchiato, ob ich den schon auf der Terrasse trinken kann?


Der Mondhimmel vom Wochenanfang für Katja.

verlinkt bei Andreas Samstagsplausch 

Donnerstag, 9. März 2017

Was auf die Ohren



Während die Tropfen des Dauerregens gegen die Scheiben klopfen gibt es für Euch heute etwas zum (dringend) Anhören (müssen). Mitlesen ist auch möglich.

 So cool, diese höfliche Erinnerung (Eine künstlerische Art, mit dem Twittermann umzugehen):

Passenger: A Kindly Reminder. 

Dienstag, 7. März 2017

** Der Frühling und ich** - in 13 Fakten

"In spring, at the end of the day, you should smell like dirt."

"Im Frühling solltest du am Ende des Tages nach Schmutz riechen."

Margret Atwood


* Frühlingsanfang macht sich bei mir nicht an einem Kalenderdatum fest, es ist eher ein Gefühl. Das taucht ganz zart und vorsichtig Ende Februar auf. "Jetzt kommt bald der Frühling!" dieser Satz fällt in jedem Jahr hoffnungsfroh in unserer Familie am Geburtstag unserer mittleren Tochter. Ab jetzt wird nach Schneeglöckchen Ausschau gehalten. Noch ist es nicht so weit. Aber bald!!!


* Wenn ich den ersten Huflattich entdecke, dann bin ich ganz beglückt. Irgendwo muss sich doch schon ein keckes Schlüsselblümchen heraus wagen?
Die Beobachtung der Natur habe ich als Großstadtkind erst gelernt, als ich mit eigenen kleinen Kindern in ländliche Umgebung zog.


* Kleine Frühlingsblumensträußchen werden erst gepflückt, wenn die Natur von diesem Blumen fast überschwemmt wird.


* Die Frühlingsspaziergänge mit dem Hund gehören für mich zu den beglückendsten im Jahr, weil immer wieder Neues zu entdecken und bestaunen gibt. Im Garten oder hier in der Natur trifft das obige Zitat von M. Atwood exakt auf mich zu.


* Der Hundefrühling beginnt mit dem Wälzen im feuchten, frühlingsfrischen Gras. Das haben alle meine Hunde bislang so gehalten.


* Wie herrlich Buschwindröschen! Zeit die Frühlingsgarderobe herauszuholen. Wenn die Wollpullover weggepackt werden, dann ist der Winter (für mich Frostbeutel) nun wirklich überwunden.  


* Dieses Lied schenkt mir immer wieder gute Laune im Frühling.


*  Die Eisheiligen kann ich kaum erwarten. Eigentlich bin ich zugegebenermaßen oft etwas voreilig mit dem Pflanzenkauf. Meist ist dann das Bodenseewetter auf meiner Seite.


* Auf der Insel Mainau liebe ich ganz besonders die Zeit der Magnolienblüte.


* Nachdem wir hier am Bodensee im Herbst immer unter dem Nebel leiden müssen, haben wir jetzt im Frühling endlich wieder einen Vorsprung auf der Wetterseite. Da heißt es, möglichst oft runter an den See gehen, schauen, wieviele Boote schon wieder auf dem Wasser sind - bevor es hier am Ufer wieder vor Touristen wimmelt.


* Wenn endlich die Obstbäume blühen, fühle ich mich immer in die Bilderbücher von Astrid Lindgren versetzt (z.B. "Na klar, Lotta kann radfahren.")  Wunderbar in einer Gegend voller Streuobstwiesen zu leben!


* Die Glyzinien, die unser Haus bald gänzlich umranken, werden nun täglich kontrolliert. Wenn es warm genug ist (und der Herr Holunder ist diesbezüglich sehr robust), kann der erste Kaffee endlich auf der Terrasse genossen werden. In der Glyzinienlaube natürlich.


* Kulinarisch gesehen. lässt sich meine Küche im Frühling sehr knapp zusammen fassen. Spargel.

Danke, liebe Astrid, dass Du mich in dieser Regenwoche in Frühlingsstimmung gebracht hast. Da trage ich doch gern zu Deiner Sammlung über die individuellen Frühlingsfakten bei.

"Das Schöne am Frühling ist, dass er immer dann kommt, wenn man ihn am dringendsten braucht."

Jean Paul