Dienstag, 28. Februar 2017

Geschafft - Alice's Snow Quilt ist fertig!

Ihr erinnert Euch? Für meine kreative Challenge Eye-Poetry # 01  hatte ich mich von dem Text aus Alice in Wonderland zu einer Quiltidee inspirieren lassen. Bis zum 15. Februar hatte ich wenigstens das Quilt-Top fertig. Bevor der Winter uns verlässt, wollte ich aber den Quilt wirklich beenden.

Voila, in einer Hauruck-Aktion habe ich es geschafft.


Zum ersten Mal habe ich sehr eng und frei gequiltet und habe mich von Schneeverwehungen und -verwirbelungen, Schneeschichten und Schneestürmen inspirieren lassen. Die Abstände zwischen den Linien variieren deshalb und behalten so einen natürlichen Schwung.

Damit wirken auch die stilisierten Bäume viel bewegter.



 "Ob der Schnee wohl die Bäume und Felder liebt, dass er sie so zärtlich küsst? Und dann deckt er sie schön warm zu, weißt Du, mit einer weißen Decke; und vielleicht sagt er, 'Legt Euch schlafen, ihr Lieblinge, bis der Sommer wieder kommt.'"

"I wonder if the snow loves the trees and fields, that it kisses them so gently? And then it covers them up snug, you know, with a white quilt; and perhaps it says, 'Go to sleep, darlings, till the summer comes again.' "

Lewis Carroll in Alice's Adventures in Wonderland & Through the Looking Glass





Auf der Rückseite lasse ich die Wildgänse ziehen, die hier am Bodensee oft überwintern.  Flying Geese - Fliegende Gänse gleiten über den Quiltback. Auch hier belebt das Quiltmuster ungemein. Man spürt förmlich den Wind...


Ganz besonders begeistert bin ich von der Griffigkeit. Doch der spannende Moment steht mir noch bevor. Der Quilt wird nämlich nun gewaschen und könnte um 3-5% dabei einlaufen, so dass das typische Aussehen der amerikanischen Quilts (wie ich sie kennen gelernt habe) erreicht wird.

Eigentlich hat mich das wachsende Ausmaß meiner Idee schier erschlagen, aber jetzt,wo der Quilt vor mir liegt, bin ich total beglückt.


Für die nächste kreative Eye-Poetry # 02 Challenge werde ich mir aber ein kleineres Format und mal etwas abseits des Nähens überlegen. Mal schauen... Frühlingssonne und -wärme hatten wir ja gestern (am Bodensee) als Inspiration genug.


verlinkt bei Handmade on Tuesday und Creadienstag

Montag, 27. Februar 2017

12tel Blick(e) im Februar

Seit 2013 nehme ich nun schon an der 12tel-Blick-Aktion teil. Bei der Auswahl meiner Fotostandorte waren immer Gewässer oder/ und Bäume mit im Spiel, was ja auch kein Wunder ist in der hiesigen Bodenseelandschaft.

Selbst beim letztjährigen städtischen Standort stand eine Linde inmitten des Bildes. Sie hat bei der Standortauswahl am Ende den Ausschlag gegeben. Ja, sonst wäre gerade dort der monatliche Wechsel kaum wahrnehmbar und die jahreszeitlichen Veränderungen höchstens an der Kleidung der Passanten ersichtlich gewesen.

Zurück aus der Stadt wurde es Zeit für richtig typische Monatsfotos aus der Bodenseeregion: See und Weiden, Streuobstwiesen mit und ohne Schlösschen (dafür vielleicht bei günstiger Wetterlage mit Bergsicht - naja, wir werden sehen...).

Während der Januar dieses Jahr endlich mal den Wintermonat mit Schneemütze gab, erwischte ich die heiteren Seiten des Februars, auch wenn Ihr ab und an die mystischen nebligen Ansichten vorzieht.  (Den dritten Standort in den Streuobstwiesen mal in frühfebruarhaften Einheitsgrau könnt Ihr hier anschauen. Ich zog die hellere, Mittfebruarvariante vor, s.u..)

Ja, die Uferpromenade hatte ich da ganz für mich. Kein Wunder, es war "Schmotziger Dunschtig", da waren alle maskiert, befreiten Rathaus und Schulen, hatten Spaß, machten Lärm oder waren in fasnachtsfreie Gebiete geflohen.
Hier am Ufer war es leer, aber laut, denn über den See dröhnte elektronisches Narrengewummer. Der Hund und ich flohen dann rasch wieder in Richtung der handgemachten Fasnets-(Guggen-)Musik im Ort.

 
Am See
23. Februar, morgens
8 Grad, sonnig, einsam aber närrisch laut


Schlösschenblick
18. Februar, nachmittags
6 Grad, sonnig


Streuobstwiesen
12. Februar, nachmittags
5 Grad, bewölkt



Tabea bietet auf ihrem Blog wie an jedem Monatsende eine Plattform für alle Teilnehmerinnen dieses feinen Fotoprojektes. Danke, Tabea!






Sonntag, 26. Februar 2017

Lissabons Sonntagslinien


Eine sonntägliche Freude: die Augen schließen, die Bodenseesonne auf der Nase spüren und sich dann in einen herbstlichen Sonntag in Lissabon träumen.
Was dabei rausspringt außer Entspannung und Wohlgefühl? Ein paar feine und leuchtende Lissabonner Linien für Lottas lineare Sammlung, alliterativ, spannend und voller Erinnerungen...

Einen schönen Sonntag!

Samstag, 25. Februar 2017

Ein bisschen Himmelsblau in den Kaffee

"Ohne Fastnachtstanz und Mummenspiel
ist im Februar auch nicht viel."

Johann Wolfgang von Goethe


Ein bisschen Föhnstimmung aus den Alpen kam gewiss hinzu, als wir in dieser Woche mit Frühlingstemperaturen verwöhnt wurden. So ein Himmelsblau ist nach all den grauen Tagen ein richtiges Labsal. Himmel und See sind da wieder eine von mir besonders geliebte Paarung.
Dabei habe ich mich für diese Fotos schier geopfert. Sieht doch alles so friedlich aus - ha!
War es aber nicht. Die Aufnahmen stammen vom Morgen des  "Schmotzigen Dunschtig", als drüben auf der Insel wohl die fasnächtlichen Wagen mit elektronischer Beschallung  und mit streetparade-artigem Gewummer immer kreuz und quer übers Eiland zogen.
Ehrlich, da wäre mir handgemachte Guggenmusik wirklich lieber gewesen.


Genäht: am Winterquilt weitergearbeitet (ich nenne ihn nur noch Alice's snow quilt). Ich hoffe, ich werde mit dem Quilten an diesem Wochenende fertig.

Gelesen: Orkun Ertener: Lebt. Sonst bin ich ja nicht so der Thriller-Fan, aber dieses Buch fand ich nicht nur ungemein spannend, sondern auch durch die geschichtlichen Hintergründe, die der Handlung in der Gegenwart zugrunde liegen, ausgesprochen interessant. Diese führen u.a. in das griechische Thessaloniki und beleuchten ein weitgehend unbekanntes Kapitel der jüdischen Geschichte, das aus dem 17. Jahrhundert bis in die Neuzeit reichte.

Geschont: mich, muss ich leider. Hoffentlich geht es mit ärztlicher Hilfe ab nächster Woche wieder bergauf.


Geschafft: alle 12tel-Blick Standorte abzuklappern. Nachdem ich vor zwei Jahren durch eine Verletzung ein paar Wochen an Krücken laufen musste, wähle ich diese Stellen mittlerweile mit Bedacht aus. Man weiß ja nie...    

Gestaunt: Geburtstagspaket in die Staaten kam auf den Tag genau pünktlich an.

Gefreut: dass die Tasche der Tochter gefällt! (Tatsächlich habe ich nur ein Foto davon bei Instagram gepostet und vergessen, die Tasche mit der Kamera zu fotografieren, ruckzuck war sie verschickt...)



Gekauft: Blumen und Bücher... Erfreut und lenkt ab.

Gefunden: trotz kleinerer Kreise mit dem (superbraven !) Lockenhund ein paar Frühlingsboten. Ich hab erst nach dem Fotografieren bemerkt, dass nicht nur ich mich für die Winterlinge interessierte.


Meinen Samstagmorgen starte ich übrigens wie immer mit einem feinen grünen Tee. Den Kaffee (Monsunkaffee) gibt es erst, wenn wir vom Markt zurückkehren. Dann setze ich mich zu Euch zum samstäglichen Plausch und hoffe, dass es noch ein bisschen Himmelblau als Dreigabe gibt.

verlinkt bei Andreas Samstagsplausch (karminrot)
und Katjas In Heaven (die raumfee)

Donnerstag, 23. Februar 2017

Monatscollage Februar 2017

"Keiner hat das Recht zu gehorchen!"

Hannah Arendt



* Verzückung, wenn sich blauer Himmel zeigte
* Bücher verschlungen
* Quilt genäht
* Gedanken und Sorgen gewälzt
* Kreise enger ziehen müssen
* Endlich Frühlingsboten gefunden


Mittwoch, 22. Februar 2017

Neil Smith: Das Leben nach Boo {Bücherwelt}

Das Jenseits hat viele Farben...


Bunt wie ein Regenbogen kommt die deutsche Ausgabe von Neil Smith's Romandebüt in die Buchhandlungen, denn der Verlag legt das Buch des Kanadiers gleich mit elf verschiedenen, leuchtenden Covern auf.
Es waren nicht die Farben, sondern die ungewöhnliche Story, die mich gelockt hat, "Das Leben nach Boo" als die Neuerscheinung des Monats Feburar hier vorstellen. Die Protagonisten des Romans sind nämlich alle schon tot und der Handlungsort befindet sich im Jenseits.

Als der 13jährige Ich-Erzähler Oliver "Boo"  Dalrymple in der jenseitigen Welt erwacht, ist er davon überzeugt, dass er an den Folgen seiner Herzkrankheit verstorben wäre. Der Tod hat ihn beim Aufzählen der Elemente des periodischen Systems vor seinem Spind in einer amerikanischen Vorstadtschule ereilt.
Für Boo - mit diesem Spitznamen wurde er wegen seiner weißblonden Haare und seiner bleichen Gesichtsfarbe bedacht - war das irdische Leben kein Zuckerschlecken. Als introvertierter, hochbegabter Wissenschaftsnerd mit autistischen Zügen bot er seinen Mitschülern eine beliebte Zielscheibe für Mobbing und Schikanen der übelsten Sorte.

Es stellt sich heraus, dass er sein Nachleben nun gemeinsam mit anderen verstorbenen amerikanischen 13jährigen in einer Art Stadt verbringen wird. 50 Jahre lang bleiben sie dort physisch dreizehn Jahre alt, unter sich, ohne Erwachsene, bis sie in ein anderes, unbekanntes Dasein verschwinden. Es ist ihr Gott "Zig" - wie der Name schon ahnen lässt ein wohl eher freakiger Typ - der ihre Todeserfahrungen vorsichtig entschärft hat, die charakterlichen Extreme abmildert und Selbstvertrauen schenkt, mit Lieferungen an gesundem, vegetarischem Essen versorgt und gelegentlich mit kuriosen Fundstücken überrascht.

Statt Höllenfeuer, Wattewölkchen oder andere religiös überlieferte Himmelsversionen gibt es eine Art Jugendlager ohne Süßigkeiten oder Komfort mit der Vermutung, dass es Parallelnachwelten gibt. Irgendwo müssen ja auch andere Nationalitäten und Alterstufen ihr Nachleben verbringen. Außerdem war doch irgendwann mal ein chinesischer Drachen über die unüberwindliche Mauer, die die Stadt umgibt, geflogen.
Wie sieht eine Stadt aus, die Für-immer-13-Jährige organisieren? Es hat so seine ganz eigenen Fegefeuer...

Die erste Offenbarung für Boo-Oliver ist es, dass er nun lediglich begabt, aber mit sozialer Wahrnehmung bedacht ist und Freunde findet.  Dann aber "erwacht" sein Schulkamerad Johnny Henzel dort, der ihrer beider Tod in anderem Licht erscheinen lässt. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise durch diese Nachwelt, um ihren vermeintlichen Mörder zu finden.

Das Buch ist in kurze Kapitel eingeteilt, die jeweils mit einem Element aus dem Periodensystem betitelt sind und wie eine Art wissenschaftlicher Countdown runtergezählt werden. Boo wendet sich in seiner  Niederschrift imaginär an seine Eltern, um ihnen sein Nachleben zu erklären.

Neil Smith siedelt Boo's Tod zwar in den 70iger Jahren an, ist aber absolut aktuell. Denn er geht mutig und offen die realen Probleme der jungen Schüler an, wie  Mobbing, emotionale und geistige Gesundheit, (bewaffnete) Aggression. Er schickt seine Protagonisten auf eine abenteuerliche Reise, die in die Tiefen von Gut und Böse, Leben und Tod, Kummer und Verlust, Rache und Vergebung führt.

Einem 13jährigen würde ich das Buch nicht gerne in die Hand geben. Alle anderen Leser ab dem jugendlichen Erwachsenenalter und älter sei es aber sehr empfohlen.
Für mich war es ein "Pageturner", der trotz aller schweren Themen mit Witz und Ideenreichtum fesselte. 

Samstag, 18. Februar 2017

Der Frühling kommt. Bestimmt. Irgendwann.



Ja, ja, ich habe es in allen Blogs gelesen, es war eine leicht frühlingshafte Woche. Überall. Fast überall.

Nein, über den einen, einzigen Regentag der Woche meckere ich nicht. Die Grundwasserstände sind tief, wir brauchen Regen. Über einen Tag trägt das Mantra problemlos, außerdem sieht hinterher alles wie frisch gewaschen aus (bis auf meine eingematschten Schuhe).


Dass hier am letzten Zipfel der Republik nur noch dürftige blaue Restbestände geliefert wurden, die nur noch für spärlich eingeteilte stundenweise Gaben reichten, war ja klar.

Kennt Ihr das auch? Gehe ich bei grauem Wetter dieselbe Runde mit dem Hund, fällt mir sofort auf, dass hier überall wie wild Holz geschlagen wird, als gäbe es kein Morgen mehr. Ja, hinter der oberen Baumgruppe befand sich vor einer Woche noch ein Wäldchen (*aufheul*). Meine Stimmung sackt sofort in den Keller.
Ein paar Tage später erwische ich die Sonnenstunde des Tages und mir ist, als würde ich auf derselben Runde den Frühling treffen. Natürlich inspiziere ich gleich die Obstbäume und freue mich schon auf die Obstbaumblüte. Ha, ich vergesse vollkommen, dass ich gerade gesundheitlich etwas angeschlagen bin (*hüpf*).


Gehüpft vor Freude bin ich Mitte der Woche auch vor dem PC.
Am Mittwoch habe ich so sehr über die spannenden, kreativen Ideen gestaunt, die den Teilnehmerinnen bei meiner Eye-Poetry #01 gekommen sind. Wow! Das müsst Ihr Euch anschauen.
Nach dem winterlichen Thema war jetzt ein frühlingshafter Rilke fällig. Da habt Ihr bis zum 15. März Zeit Euch etwas einfallen zu lassen. Kein Problem, denn für den Frühling wird doch so manches hergestellt, für das man sich hiervon inspirieren lassen könnte, denn der Rahmen ist ja sehr offen.


Mittlerweile habe ich mein Quilt-Sandwich fertig zusammen geheftet, so dass ich an diesem Wochenende damit beginnen kann zu quilten. Während ich am "Schneequilt" arbeite, dabei an das Tochterherz im dick verschneiten Vermont denke (1 m Schnee...), steht aber wenigstens ein frisch gekaufter frühlingshafter Strauß auf dem Tisch. Den brauche ich jetzt dringend - Ranukeln und Anemonen. Ohne Blumen geht gerade gar nichts...

Außerdem werde ich am Wochenende noch eine Rezension über das gerade fertig gelesene Buch schreiben und dazu gemütlich eine Tasse Tee trinken. Mal sehen, ob wieder wärmender Ingwertee fällig ist... Warum diese Tasse? Weil sie perfekt zu dem Buch und seinem Hauptcharakter Boo, dem Wissenschaftsfreak passt.
Es wird auf jeden Fall eine Leseempfehlung geben.


Ein schönes Wochenende!

verlinkt bei Andreas "Samstagsplausch" und
Katjas "In heaven"

Donnerstag, 16. Februar 2017

Eye - Poetry # 02 - Die kreative Herausforderung für Februar/ März


Von Euren wunderbaren kreativen Umsetzungen der ersten Runde meiner Eye-Poetry-Challenge bin ich so begeistert!! Was für geniale Ideen!
Verlinken könnt Ihr dort noch bis zum 14. März.
Wie ich es vorsichtig gehofft hatte, habt Ihr Euch von Carrolls Zeilen so vielfältig inspirieren lassen.

Heute startet nun eine neue Runde der "Lyrik fürs Auge".
Bis zur Verlinkungsmöglichkeit am 15. März  habe ich ein bisschen auf Frühlingssehnsucht gesetzt.





Will Dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten - 
dürfen ihn einmal sehn.

Rainer Maria Rilke


Ich bin sehr gespannt, wie Ihr Euch auf den Weg Richtung Frühling macht. Selber muss ich auch noch ein bisschen nachsinnen, denn auch ich lasse mich erst ab dem heutigen Tag auf dieses Gedicht ein...  

Noch einmal  kurz erläutert:

* Eye Poetry - was ist damit gemeint?
"Lyrik fürs Auge" -  Literarisches für das Auge umgesetzt.

* Idee:
An jedem 16. eines Monats stelle ich ein Gedicht, ein Zitat oder ein kurzes Stück Prosa vor.
Wir haben einen Monat Zeit,  einen ganz persönlichen kreativen Weg zu finden, den Text für das Auge umzusetzen, zu interpretieren und in eine neue, eigene Form zu gießen.
Die Form ist frei. Möglich sind z.B.

- Foto
- Darstellung in gemalter, gezeichneter, collagierter, gestempelter ... etc. Form
- künstlerische Installation
- Genähtes, gestricktes, gesticktes, gefilztetes etc. Objekt
- Filmchen
- ...

Es gibt keinen falschen oder richtigen Zugang, sondern nur einen ganz persönlichen.
Es geht nicht um Perfektionismus, sondern um kreatives Schaffen, Spaß, Inspiration.
Jeder wählt die Form, die ihm gerade passend erscheint, an der er Spaß hat, wofür gerade die Zeit übrig ist. Und manchmal ist dann vielleicht auch der Zufall im richtigen Moment zur Stelle.

* Vorstellung
Teilnehmen könnt Ihr mit einem eigenen Blog-Posting. Am 15. des Folgemonats verlinkt Ihr die Darstellung Eurer Ergebnisse auf meinem Blog.
Spannend wäre es, wenn Ihr Eure Idee und den Weg dahin schildern würdet. Am Ende sollte auf jeden Fall das  Objekt / Foto/ Bild/ ... stehen mit dem zugrunde liegenden Zitat.

Bedingung ist nur, dass es keine älteren Beiträge sind und/oder die nicht in Zusammenhang mit unserem Projekt erstellt wurden. (Kommerzielle oder Werbung tragende Links sind unerwünscht, da bitte ich um Euer Verständnis).

Gern dürft Ihr diesen Button mit auf Euren Blog nehmen:

Eye Poetry by Holunder-Blog
  Viel Spaß!


Mittwoch, 15. Februar 2017

Eye-Poetry #1 - Zeigt doch mal her!


Es ist soweit. Vor einem Monat habe ich versucht, Euch mit einem winterlichen Stückchen Prosa ins kreative Tun zu locken.
Dabei habe ich Euch möglichst großen Freiraum gelassen, wie Ihr den Text in "Lyrik fürs Auge" umsetzt - ob als Foto, handwerkliches oder handarbeitliches Schaffen etc.
Hauptsache Ihr nutzt die Inspiration und erzählt, wie Ihr vorgegangen seid.




 "Ob der Schnee wohl die Bäume und Felder liebt, dass er sie so zärtlich küsst? Und dann deckt er sie schön warm zu, weißt Du, mit einer weißen Decke; und vielleicht sagt er, 'Legt Euch schlafen, ihr Lieblinge, bis der Sommer wieder kommt.'"

"I wonder if the snow loves the trees and fields, that it kisses them so gently? And then it covers them up snug, you know, with a white quilt; and perhaps it says, 'Go to sleep, darlings, till the summer comes again.' "

Lewis Carroll in Alice's Adventures in Wonderland & Through the Looking Glass



Wie es bei mir ablief? Nunja, der Winter hat sich hierzulande mit Schnee und Eis abgemüht, mich zusätzlich zu inspirieren. Mit der Kamera habe ich da so manches Schöne einfangen können. Doch beim wiederholten Lesen des Textes, vor allem im englischen Original, bin ich immer wieder an dem Wort "white quilt" hängengeblieben.
"trees and fields...gently... covers them up ... with a white quilt..."
Dann irgendwann hat es gefunkt und ich hab mir vorgenommen, ein kleines Quiltstück zu nähen. Nur wie das so ist, wenn ich etwas plane - gelegentlich ufert es zusehends aus.
Sollte man sich nicht liebevoll vom Quilt umhüllt fühlen? Das braucht dann doch eine gewisse Größe...

Idee: ein kleiner Quilt, ohne zu festes Muster, vornehmlich weiß mit Naturmotiven (Bäume)
Material: Schnee sollte symbolisiert werden durch unterschiedliche weiße Stoffe, auch mit feinem weißen Sternchen, Tupfen, Flockenmotiven;   Baumlandschaft aus Grün- bis Brauntönen, blauer Himmelsstoff mit Mond, Sternen und Flöckchen
Muster: Dreieckform der Bäume, freie unterschiedlich geformte rechteckige weiße Stoffstücke, zu feste Formen auflösen durch witzige Elemente.

So wurde aus dem "kleinen Quiltstück" ein 130 x 170 cm großes Quiltoberteil. An der Rückseite arbeite ich noch.
Da das spezielle Batting/Futter (extra für weiße Stoffe) noch fehlt und das Licht leider immer noch unterirdisch schlecht ist, lässt sich das Werk nicht wirklich vorteilhaft fotografieren. Gerade die Tatsache, dass die weißen Stoffe oft ein weißes Muster haben, macht es nicht einfacher.
Aber immerhin kann ich Euch ein paar Eindrücke zeigen und den fertigen Quilt demnächst nachliefern.



Gegen das Licht gehalten merkt man, dass die weißen Stoffstücke zum großen Teil gemustert sind.




Aber jetzt bin ich soooo gespannt, was Euch eingefallen ist!!!

Wie zu erwarten ging es erst einmal schief mit der Verlinkung ( das ist eine Linkup-Premiere auf meinem Blog). Ich hab es jetzt einfach mal mit meinem eigenen Beitrag versucht (bin sonst nicht so egoistisch...) und jetzt scheint es zu klappen.
Übrigens: ihr habt noch etwas Zeit spontan mitzumachen, die Verlinkung bleibt noch bis Anfang März geöffnet.

Mein Dank an die Teilnehmerinnen: Jutta, Doro, Frau Rotkraut, Birgitt, Alizeti, Judika, Astrid,  Katala, HeideEva, Mano, Katie , Andrea und Angelika  (die Namen funktionieren als Verlinkung, falls die Links unten bei irgendjemanden nicht angezeigt werden sollten).

Ihr wart dieses Mal noch nicht mit von der Partie? Morgen startet die zweite Ausgabe mit neuem Lyrik-Text!






Montag, 13. Februar 2017

Paul Auster: 4321 {Bücherwelt}

Neuerscheinung des Monats Januar



"Ja, alles war möglich, und nur weil etwas auf eine bestimmte Weise geschah, hieß das noch lange nicht, dass es nicht auch auf eine andere Weise geschehen könnte. Alles könnte anders sein. Die Welt könnte dieselbe Welt sein, und doch wäre sie, wenn er nicht vom Baum gefallen wäre, eine andere Welt für ihn, und wenn er vom Baum gefallen wäre und sich nicht bloß ein Bein, sondern das Genick gebrochen hätte, wäre die Welt für ihn nicht nur eine andere, sondern überhaupt nicht mehr da, [...]."

nachdem er sich nach dem Fall von einem Baum einen Beinbruch zuzieht, sinniert so der kleine Archibald Ferguson, beziehungsweise Archie 2, in meiner Zählung.

"4321" mit diesen vier Zahlen im Titel legt Paul Auster schon einen Hinweis auf seine viergeteilte Biografie des Archibald Ferguson vor.
Noch einspurig wird von der Ankunft seines russisch-jüdischen Großvaters auf Ellis-Island berichtet, der seinen eher schottischen Nachnamen durch ein Missverständnis zugeschrieben bekam, bis hin zu seinen Eltern und seiner Geburt  Anfang  der 1950iger Jahre in Newark, aus dem auch der Autor Paul Auster selber stammt.

Dann aber teilt sich die Biographie auf in vier Varianten. Die Eltern treffen unterschiedliche Entscheidungen hinsichtlich Geschäfts- und Familienangelegenheiten und schon zieht das Zeitpanorama, zwar mit ähnlich zusammengesetzten Familien- und Freundeskreis, aber aus vier unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, am Leser vorbei. Konstanten wie z.B.  die Liebe zum Sport (Baseball, Basketball), die Leidenschaft beim Schreiben, das Hingezogenfühlen zu Amy bleiben, aber erfahren ebenso ihre Wandlungen durch die unterschiedlichen biographischen Ereignisse.
Wer bei vier Versionen von Kindheit, Schulbesuchen, pubertären Wirrungen und Ankommen in der Erwachsenenwelt nicht den Überblick verlieren  möchte, kann sich an Kapitelzahlen orientieren (z.B. 1.1 bis  1.4 )  oder zusätzlich wie ich, auf einem Zettel dem jeweiligen Archie ein paar Stichworte zuordnen, um im nächsten großen Kapitelzyklus sofort wieder in der richtigen Archie-Welt eintauchen zu können.

Das hört sich zwar etwas mühsam an, aber eine ganze Zeitlang fand ich es recht spannend, wie sich kleine Änderungen im Leben auf den ganzen Lebenslauf Archies und seiner Eltern auswirken.
Die 50iger und 60iger Jahre und die politischen Ereignisse in den USA auf diese Weise mitzuerleben, öffnete mir auch die Augen und ich fühlte mich für meine Ausdauer belohnt.

"Dass man nie wissen kann, ob man eine falsche Entscheidung getroffen hat oder nicht. Um das zu wissen, müsste man alle Tatsachen kennen, und um alle Tatsachen zu kennen, müsste man an zwei Orten zugleich sein - und das ist nicht möglich. [...] Und deshalb glauben die Leute an Gott."

Auf der Reise über die 1258 Seiten treffen nicht alle Archies die richtigen Entscheidungen, kommen nicht alle lebend am Ende des Buches an.

Mein Pflichtbewusstsein hat mich bis zur letzten Seite durchgetragen, meine Begeisterung ist irgendwo nach der Hälfte des Buches abhanden gegangen.
An vielen Stellen wäre weniger mehr gewesen, ohne die eigentlich geniale Idee der vier verschiedenen biographischen Möglichkeiten aufzugeben. Und wenn man sich von der Masse der Worte trennt, kann man sich als Autor ja auch wieder der Sprache des Romans als solcher zuwenden...

Über das Ende wollte ich eigentlich kein Wort verlieren. Oder vielleicht doch, ich empfand es einfach nur als flach und einfallslos.

Von meiner Seite gibt es eine eingeschränkte Leseempfehlung für Leser mit langem Atem.

Sonntag, 12. Februar 2017

12 von 12 im Februar

Auf der Suche nach 12 erfreulichen Dingen am Sonntag...



1 Rosa am Sonntagmorgen. Die Amaryllis ist farbstärker als ich beim Kauf vermutete...
2 Spatzenfrühstück steht bereit, draußen herrscht schon hungriges Gezwitscher
3 Die Aufmerksamkeit des Lockenhundes gehört offensichtlich eher den Krähen während wir
4 Hoffnungen auf die Sonne und das Weichen des Hochnebels setzen
5 Endlich eine neue Lektüre beginnen (Rezension vom fertig gelesenen P. Auster gibt es morgen)
6 Geländer ist endgültig zerstört, Balancieren über dem Abgrund...
  


7 Fotoreiche Mail aus dem winterlichen Vermont erhalten und
8 gleich noch geskypt, bevor der nächste Schneesturm anrückt (dort, nicht hier...)
9 Flying geese genäht
10 Die Sonne ist da, wir werfen Schatten und der Lockenhund springt mal über den Schatten. Aber leider nicht über seinen. Seufz.
11. Blümchen am Wegesrand
12. Sturmschaden wurde beiseite geräumt

Wie der 12. des Monats anderswo verlief, könnt Ihr wieder bei Caro (draußennurkännchen) verfolgen.

Samstag, 11. Februar 2017

Bitte einen Kaffee und etwas Sonnenlicht, bitte...


Doch, ich hab mir wirklich Mühe gegeben, ein paar erfreuliche Himmelsblicke zu sammeln, denn Lichtblicke gab es in meiner Woche leider nur wenige.
Irgendein Föhnwetter in den Alpen schob den Säntis ein paar Kilometer näher an den See und hinterlegte den Bezuckerten in feinen Farben.


Als ich eines Morgens Mitte der Woche das Gefühl hatte, dass es die Sonne vielleicht doch schaffen könnte durchzubrechen, trabten der Lockenhund und ich gleich zum See. Diese 20 Minuten muss man doch genießen, bevor alles wieder vorbei ist...



Geschafft:  Mein Beitrag zu meiner kreativen Challenge Eye-Poetry ist fertig. Naja, der wichtigste Teil, wenigstens. Am nächsten Mittwoch ist es dann soweit. Dann werde ich berichten, auf was ich mich da eingelassen habe. Auf Eure Einfälle bin ich sehr gespannt.

Genäht:  "Churn Dash"  heißt der Februar-Block beim Quilt Along 2017.  Dieses Mal habe ich mal den Einsatz von Sprühstärke getestet, die das exakte Zuschneiden etwas erleichtert. Meinen Januar-Block könnt ihr hier anschauen.


Gemacht: Facharztbesuch. Sehr unlustig.

Gesucht: Ablenkung.

Gekauft:  Mit einem Strauß Blumen habe ich versucht meine Stimmung ein bisschen aufzuhellen.
Ranunkeln mag ich besonders gern, davon hatte die hiesige Floristin eine Menge vorrätig.


Gelesen: Tapfer habe ich mich durch schwere Literatur gekämpft. Also zumindest gewichtsmäßig schwer.
Anbei ein Foto aus dem Zieleinlauf: Das Lesebändchen die 1200 Seiten fast geschafft. Endgültig zugeklappt habe ich es gestern am späten Abend.  Wie Ihr seht, liegt ein Notizblatt gleich neben dem Buch. Warum das bei dem neuen Werk von Paul Auster empfehlenswert ist, erzähle ich Euch nächste Woche.


Habt Ihr vielleicht etwas Sonnenlicht übrig? Und eine Tasse Kaffee, bitte.
Danke.

verlinkt bei
Andreas Samstagsplausch
und Katjas "In Heaven"

Montag, 6. Februar 2017

"Pinguine brauchen keine Schlitten" {Blickwinkel Vermont}

Lust auf heitere Nachrichten aus den Staaten? Heute schwenken wir mal wieder hinüber nach Vermont und ich überlasse meiner Tochter das Wort und Bild.

Hallo!
Winter auf den Straßen und in den Wäldern Vermonts.
Winter ist wunderschön. Schnee leuchtet, knirscht und ist einfach toll. -
Neben der Straße...

Hier in Vermont braucht man Übung und gute Winterreifen, dann kann man den Winter genießen.
Und wenn man dann noch ein bisschen Ortskenntnis besitzt, weiß man auch, welche Straßen man im Winter meiden oder nur in einer Richtung befahren sollte.

Wir haben uns Anfang des Winters gute neue Winterreifen geleistet, schließlich haben wir den steilsten Driveway des Ortes. Der Kauf hat sich gelohnt.
Wenn die Straßen zu glatt oder verschneit sind, fällt die Schule aus oder beginnt zwei Stunden später.
Grund: der Schulbus hat nur Zweirad-Antrieb.
Dieses Jahr gab es schon viermal deshalb schulfrei und zweimal fing die Schule erst später an.

Die Schulkinder lernen in der Schule einmal die Woche Skifahren, wenn der Schnee zu nass ist, wird Schlittschuh gefahren.
Hier ein paar Eindrücke:

Mein großes Mädchen meinte: "Pinguine brauchen ja auch keine Schlitten!"








Liebe Grüße
von Liv