Dienstag, 31. Januar 2017

Carr: Ein Monat auf dem Land [Bücherwelt]

Ein neu erschienenes Buch pro Monat vorzustellen, hatte ich ja versprochen. Leider liegt "meine" Januar-Neuerscheinung erst ab heute in den Buchhandlungen. Und SO schnell kann ich dann auch wieder nicht lesen...

Dafür habe ich hier eine Neuentdeckung auf dem Tisch: ein schmales Bändchen , das im Sommer letzten Jahres zum ersten Mal in deutscher Sprache aufgelegt wurde, aber in der englischen Literatur schon lange zu den modernen Klassikern gehört.

J. L. Carr schrieb "A month in the country" bereits 1979. Das Werk wurde ein Bestseller in Großbritannien und gelangte 1980 auf die Short List für den Booker Prize.
1987 wurde das Buch mit Colin Firth, Natasha Richardson und Kenneth Branagh verfilmt. Ich hab bei You*tube mal reingeschaut, aber schnell wieder weggeclickt. Nach dem Lesen hatte ich eine so feste Vorstellung, wie die Protagonisten auszusehen haben, die ich mir nicht zerstören lassen möchte. (Kennt Ihr sowas auch? Direkt nach dem Lesen mag ich das meist nicht leiden.)



Joseph Lloyd Carr: Ein Monat auf dem Land

Carr schreibt seine Novelle aus der Perspektive eines Mannes, der sich an eine kurze Phase seines Lebens erinnert, seit der bereits viele Jahrzehnte vergangen sind. Die Weisheit und Erfahrungen des Alters liegen wie ein feiner Schleier darüber.

An einem verregneten Sommertag des Jahres 1920 kommt Tom Birkin, ein junger Londoner, Mitte zwanzig, ziemlich abgerissen und nahezu mittellos am Bahnhof des kleinen Ortes Oxgodby in Yorkshire an. Die Zeit als Soldat im Ersten Weltkrieg hat ihn traumatisiert und sichtbar gezeichnet, eine Gesichtshälfte zuckt unkontrollierbar, schnell gerät er ins Stottern. Er reist allein an, seine Frau hat ihn wegen eines anderen verlassen. Erstmals tritt er nun seinen Job als selbstständiger Restaurator an.

Sein Ziel in Oxgodby ist die alte Dorfkirche.
Eine alte Dame hat nach ihrem Tod der Kirchengemeinde ein Summe Geldes hinterlassen, unter zwei listigen Bedingungen. Eine davon lautet, dass ein mittelalterliches Wandbild, das sie  unter einem weißen Kalkauftrag einer Innenwand der Kirche vermutete, freigelegt wird. Diese Aufgabe soll nun Tom Birkin übernehmen.
Vom wenig begeisterten und recht abweisend wirkenden Pfarrer ertrotzt er sich als Übernachtungsmöglichkeit ein kärgliches, aber kostenfreies Kämmerchen  im Glockenturm.
Doch Birkin ist zufrieden, von der Ruhe des verschlafenen, ländlichen Ortes erhofft er sich Gesundung von all den inneren und äußeren Verletzungen der letzten Jahre.
Bald macht er Bekanntschaft mit einem weiteren jungen Kriegsveteran. Unweit der Kirche unternimmt der archäologisch ambitionierte Charles Moon Grabungen , auch im Auftrag der alten Dame. Jeder von beiden legt auf seine eigene Art historische und persönliche Geschichte frei.

Birkin befindet sich in einer Umbruchszeit, sowohl persönlich, als auch historisch. Er selber hat die Grausamkeit des Krieges überlebt und einen Teil der Hölle gesehen. Das ländliche Idyll in Yorkshire mit den Pferdekutschen, den Strohhüten, dem Gefühl, dass alles möglich ist, wird es bald so nicht mehr geben, das weiß er schließlich als alt gewordener Erzähler.

Rasch schwingt sich Tom Birkin in den Rhythmus des Dorfes ein, wird von den Dorfbewohnern freundlich, offen und an ihm interessiert in ihren Kreis aufgenommen. Er kann loslassen, Leichtigkeit und Heiterkeit erfahren, noch nie Getanes ausprobieren und wieder Zugang zu ganz zarten Gefühlen finden.

In seine Tätigkeit als Restaurator wächst er zunehmend besser hinein.
Wie Birkin vermutet hat, verbirgt sich unter der übertünchten Wand das Bildnis des jüngsten Gerichts. Schicht für Schicht legt er nicht nur den Putz ab, sondern nähert sich ebenso dem mittelalterlichen Künstler, seiner Arbeitstechnik und seiner Geschichte, und letztendlich auch sich selber. Liebevoll, sehr aufmerksam und mit fast detektivischem Scharfsinn gibt er sich seiner Arbeit hin.

"Das war kein Christus aus dem Katalog, unerträglich blass und ätherisch. Das hier war ein frostiger Vertreter der harten Linie. Gerechtigkeit ja, Gerechtigkeit würde er erteilen. Aber keine Gnade. Das sprach aus jedem seiner Züge, und als ich am Ende der Woche bei seiner erhobenen rechten Hand angelangt war, sah ich, dass dies keine geheilte Hand war, sondern eine noch immer durchstoßene.
Das hier war der Oxgodby-Christus, unnachgiebig ... nein, mehr noch - bedrohlich. 'Seht meine Hand. Das habt ihr mir angetan. Und deswegen sollen zahlreiche von euch Qualen erleiden, so, wie ich sie erlitten habe.'
Moon erkannte das auf Anhieb. 'Mmmm', murmelte er, 'also ich möchte nicht auf der Anklagebank sitzen, wenn er der Richter ist. [...]'"

Die Zeit in Oxgodby schenkt Heilung von den Wunden der Vergangenheit.
Doch neben der Darstellung der Freude ist es jene, der tiefen Spur, die in der Erinnerung hinterlassen wird, wenn eine Chance auf Glück flüchtig erblickt, aber nicht ergriffen wurde.
Es ist eine zarte Liebesgeschichte, die dort zwischen den Seiten liegt:

" 'Hier nehmen sie.' Sie reichte mir eine Blüte [...] Diese Rose, Sara von Fleet... Ich habe sie noch immer. Zwischen zwei Buchseiten gepresst [...] Eines Tages, auf einem Flohmarkt, wird ein Fremder sie finden und sich über sie wundern."

Die Zeit mäandriert ruhig und gelassen durch Oxgodby, und die Sprache übernimmt genau ihren Gang, in aller Ruhe, eleganter Schönheit und großer Sensibilität.

Ich bin froh, dass ich mir für das Lesen Zeit genommen habe, um die Sprache und Bildkraft auszukosten.
Ihr werdet vielleicht lachen, aber nachdem ich die Staffeln von Downton Abbey geschaut habe  und mit dieser Zeit nach dem Ersten Weltkrieg sehr vertraut geworden war, hatte ich ganz Oxgodby und Tom Birkin sofort vor Augen.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land, erschienen bei Dumont.
(Keine Werbung, ich bezahle meine Bücher selber...)

Sonntag, 29. Januar 2017

Monatscollage Januar 2017

"Die Lüge ist wie ein Schneeball:
Je länger man ihn wälzt,
desto größer wird er. "

Martin Luther



° Ein eiskalter Monat, der von winterlichem Zauber begleitet wurde.
° Der Nichtmehrlockenhund im dumm getimten Fellwechsel musste den Januar bemäntelt ertragen.
° Mein Buchfavorit des Monats war voller Lebensphilosophie.
° Gleich drei neue Fotostandorte für den 12tel-Blick habe ich ausgewählt (aber auf pinke Kennzeichnung verzichtet...)

°° Blauer Himmel war eher Mangelware und brachte immer Verzückung mit.
°° Angesichts der politischen Ereignisse hätte ich mir gern Stacheln wachsen lassen.
°° Als Ausgleich zum politischen Tagesgeschehen geschaut, wo ich Schönes in der winterlichen Natur finde.
°° Eine neue kleine Challenge "Eye-Poetry" gestartet, die erste Runde lässt noch Zeit bis zum 15.2. und die Möglichkeit, sich noch einzuklinken.   


verlinkt bei Birgitt (Erfreulichkeiten)

Samstag, 28. Januar 2017

Weg mit dem Grauschleier!


Eisig war die Woche und meist grau, denn die Hochnebeldecke wollte einfach nicht weichen. Irgendwann schlägt mir das aufs Gemüt, wenngleich ich auch versuche, mich an den schönen Seiten des Winters zu freuen. Aber oben Grau, unten Weiß bis Grau, dazwischen Schwarz, okay ein bisschen Braun und naja, schon wieder Grautöne... (Liebe Designer, das kann krank machen!)


Doch gestern dann - ich machte mich gerade fertig, um mit dem Hund raus zu gehen - da hatte ich plötzlich so eine merkwürdige Lichterscheinung. Spontan entschied ich mich für eine Runde auf einem Höhenrücken, zwischen den Feldern mit dem Blick auf den See und freien Blick nach oben.
Und von dort konnte ich beobachten, wie das Grau dem Blau weichen musste, unterstützt von der Sonne, die sich am Bodenseeufer so rar gemacht hatte.
Ha!!! Glücksgefühl pur!




Und wie war die Woche sonst noch?

Geschickt: ein Paket in die USA - Montag geschickt, Freitag vor Ort. Ha! (no chance, geht nicht mit der Deutschen Post, nur mit der Schweizer)

Genäht: zwei Turnbeutel und eine Umhängetasche (aus einem Lieblingsstöffchen)



Getrauert: um die schönen alten Bäume, die einem Kahlschlag zum Opfer fielen, um den Boden, der durch den Maschineneinsatz ruiniert wurde. Gut dass ich vor Ort niemanden getroffen habe, ich war SO wütend!

Gezweifelt und verzweifelt: an den Menschen, die sich von diesen Hass predigenden Lügnern und Despoten verführen und für dumm verkaufen lassen (besser als Astrid und Katja kann ich es nicht formulieren).


Gekauft: gleich auf einmal drei Bund bunter Tulpen, als Sofortmaßnahme gegen Farbentzug (s.o. die Reduzierung auf Schwarz-weiß-grau in der Natur geht auf die Nerven) und Frühjahrssehnsucht. Eine Vase steht gleich auf dem Esstisch, als morgendliches Farbfrühstück...


Gefreut: als "Nei'schmeckte" ist es mir ja nicht vergönnt gewesen, mit dem Schlittschuhfahren auf dem zugefrorenen Seeabschnitten aufzuwachsen. Aber ich freue mich immer, wenn sich selbst die Erwachsenen beim Einkaufen zum gemeinsamen Schlittschuhfahren verabreden.

Gelesen: mein Favorit dieses Monats wird wohl "Das Traumbuch" von Nina George sein. Die berührende Geschichte um den Kriegsreporter Henri, der nach einem Unfall ins Koma fällt, seine einstige Geliebten Eddie und seinen synästhetischen Sohn Sam, die an seinem Bett in der Intensivstation um die existenziellen Fragen des Lebens ringen, lässt einen nicht so schnell los. Absolute Leseempfehlung.

Geplant: Einen Blick in die Bücherwelt auf dem BlogÜbers Wochenende werde ich jetzt eine Neuerscheinung dieses Monats lesen, die ich dann hier auf dem Blog vorstellen möchte. Das Büchlein ist dünn, so dass ich es wohl zeitlich noch schaffen kann. (Demnächst an dieser Stelle....) Ein anderes Buch, auf das ich gespannt bin, erscheint erst am 31. Januar (ahnt Ihr, welches es ist?)  


Mein Samstag startet mit einer Runde auf dem Wochenmarkt und ein paar Einkäufen in der Stadt. Vielleicht lässt sich die Sonne blicken, dann wäre ein Strahlen auf meinem Gesicht garantiert.

verlinkt bei Andreas Samstagsplausch
und Katjas In heaven, dem Himmelsblick.

Freitag, 27. Januar 2017

12tel Blick(e) im Januar

Ein ganzes Jahr lang besuche ich einmal in jedem Monat meinen ausgewählten persönlichen Aussichtspunkt, von dem ich dann ein Foto von meinem Motiv mache. Schauen, was sich binnen eines Monats verändert hat, den Details besondere Aufmerksamkeit schenken, in der Beschränkung Vielfalt entdecken.
Das ist für mich die Aktion 12tel-Blick, bei der ich seit 2013 teilnehme. Das fünfte Jahr schon!

Im letzten Jahr hatte ich mir ein städtisches Motiv ausgewählt und fühlte mich am Ende doch ein bisschen ausgedörrt. Dass es wieder hinaus in die Natur gehen sollte, stand schon im Dezember fest, aber mich in meiner winterlichen Begeisterung auf einen einzigen Fotostandort zu beschränken, das wollte mir nicht gelingen.

Deshalb spendiere ich Euch im fünften Jahr gleich - nein, keine fünf sondern drei Motive.


Die schnelle Entscheidung, zwischen Feldern, Obstwiesen und Wald mit Blick Richtung Alpen:

6. Januar 2017, 16.45 Uhr
Kalt, sonnig, Dreikönigsschnee  


Es sollte doch dieses Jahr auch wieder an den See gehen. Mit den Alpen im Rücken.

16. Januar 2017, 11.00 Uhr
Für kurze Zeit ein bisschen blauer Himmel und lausig kalt


Spontane Entscheidung, ein Blick auf ein Schlösschen, da gibt es im Lauf des Jahres auch noch ein bisschen Geschichte dazu.

22. Januar 2017, 17.00 Uhr
Kalt, eisig und knirschender Schnee unter den Winterstiefeln


Bei allen drei Standorten fällt auf - wir sind allein. Kein Mensch ist unterwegs. 
Für den Februar wünsche ich mir nochmal eine Portion Schnee. Ja, ich bin ein bisschen unmäßig...

Die Fotoaktion 12tel-Blick wird von Tabea betreut. Auf ihrem feinen Blog finden sich an jedem 30. eines Monats die Monatsfotos der vielen TeilnehmerInnen zusammen. 


Dienstag, 24. Januar 2017

Turnbeutel {Pin & Do}


Anfang es Monats hatte ich mich selber unter Druck gesetzt, indem ich Euch hier auf dem Blog angekündigt hatte, dass ich meine Pin*terest-Schubladen aufräumen wollte.

Ihr kennt das Phänomen ja vielleicht auch:
Du siehst etwas Inspirierendes, Spannendes, Interessantes im Internet und möchtest so ein Projekt auch gerne realisieren - irgendwann, wenn Du Zeit hast...
Früher hast Du Dir das notiert oder aus einer Zeitschrift ausgeschnitten, im positiven Fall überdauerte die Notiz in einer Schublade oder an der Pinnwand, im anderen Fall verschwand der Zettel eines Tages im Nirvana.
Heutzutage pinnst Du es an deine imaginäre Wand am PC oder schiebst es wie ich in eine deiner Pin*terest-Schubladen, wo sich dann der Dornröschenschlaf darüber senkt.

Schluss damit, habe ich mir gedacht, und mir vorgenommen, regelmäßig die Schubladen zu durchstöbern, eine spontane Wahl zu treffen und an die Realisation zu gehen:
"pin & do"! Mit der Betonung auf dem &.

Da gerade wieder ein Paket bereitsteht, das sich morgen auf den Weg über den Atlantik zu den Lockenmädchen macht, sollte das Projekt leichtgewichtig, flach und praktisch verwendbar sein.

In meiner Schublade "Bags" wurde ich fündig, dort hatte ich irgendwann einmal begeistert das Freebook von Himmelgrau abgelegt: gefütterte Turnbeutel in drei Größen, die sich wie ein kleiner Rucksack auf dem Rücken tragen lassen.

 


Praktischerweise hatte ich alles Nötige im Hause, bis auf die dicke Kordel, die ich noch besorgen musste. Wie schön, dass hier auch Reststoffe zum Einsatz kommen können!

Genäht habe ich den kleinen und den mittleren Beutel (für Kindergarten- und jüngere Schulkinder).
Stoffwahl: Reststoffe, außen einmal Cordstoff, einmal Dekostoff, bei beiden Varianten unteres Außenteil aus alcantara-ähnlichen Stoffresten. Paspel oder Webband.
Innen helle einfarbige Baumwollstoffe.

Die Anleitung ist sehr gründlich, übersichtlich (wenn einem nicht wie mir beim doppelseitigen Ausdrucken ein fataler Fehler unterläuft, so dass alle Seiten kreuz und quer durcheinander gedruckt sind) z.B. mit mehreren Variationsmöglichkeiten für den Boden.

Kleines Problem, auf das auch schon in der Anleitung eingegangen wird: die unteren Befestigungen der Kordeln. Wenn der Stoff zu dick ist, sollte man auf Gurtband oder einen dünneren Stoff ausweichen, da diese Durchzüge mehrfach gefaltet werden sollen und auch noch doppelt liegen. Beim Alcantara, den ich jeweils eh nur doppelt nahm, rettete mich gerade eben noch eine Ledernadel...

Fazit: den zweiten Beutel nähte ich bereits frei, ohne noch mal in die Anleitung schauen zu müssen.
Ich werde mich mit Sicherheit demnächst noch an die große Variante für Erwachsene bzw. Jugendliche begeben, denn ich habe schon einige Ideen für das Beutelinnenleben.

verlinkt bei Handmade on Tuesday  und creadienstag

 

Sonntag, 22. Januar 2017

Kalt, eisig, aber zauberhaft - der Januar

Seid Ihr gerade auch auf der Suche nach dem winterlichen Zauber des Januars?
Dann empfehle ich warme Kleidung, gefütterte, dichte Schuhe mit gutem Profil, Mütze, Handschuhe und Schal, es wird windig und sehr kalt... 
Wir gehen hinunter ans Seeufer, an manchen Stellen scheint es begehbares Eis zu geben.


Hier nicht, aber ich kann mich daran erinnern, wie in einem Winter vor einigen Jahren meine  damals pubertären Töchter freudestrahlend mit frostgeröteten Wangen heimkamen und erzählten, sie wären gerade übers Eis bis hinüber ans andere Ufer gelaufen. Sie wussten, wieviel Sorgen ich mir gemacht hätte, wenn sie es vorher gesagt hätten...


Am Ufer kann mir der Januar auf jeden Fall gefallen und ich vergesse fast, wie kalt es ist.  Der niedrige Wasserstand fällt gleich ins Auge.


Mit dem Licht kann der Januar herrlich auf  Eis-, Schnee- und Wasserflächen zaubern, wenn er sich mal dazu herab lässt. Denn während in höheren Lagen die Sonne scheint, macht sich über dem Bodensee gern eine dicke graue Decke breit. Zeigt sie sich dann und wann löchrig, bricht gleich ein allseitiges Frohlocken aus. Wer Zeit und Gelegenheit hat, fährt Richtung Alb und Alpen und genießt die Wintersonne.  


Zugefroren ist der sonst so schattige Waldteich. Mit dem Schnee auf der Eisfläche wirkt er gar nicht mehr finster.
Recht windstill war es im Wald, aber wollten wir uns denn nicht eiskalten Januarwind um die Nase wehen lassen, bis sie rot ist?


Neben Schneeverwehungen zeichnen die stürmischen Böen feine Muster in den Schnee.


Wenn wir Glück haben, sitzen alle am Kamin und wir haben die Chance, die verschneiten Wege als Erste zu begehen. Wie herrlich tönt das Knirschen des Schnees unter den Tritten.


Schon Schneebälle geformt, Schneemann gebaut, Schneeengel fabriziert?


Wie schade, man sieht es auf dem Foto nicht, wie der Wind über den sanften Hügeln Schneewölkchen aufwirbelt und verweht. Stellt es Euch einfach vor.


Selbst der Lockenhund staunt, wie sich kurz vor der Dämmerung feine Nebelschwaden über dem Schnee bilden.

Meine kreative Challenge "Eye-Poetry passt ja gerade mit dem winterlichen Zitat aus "Alice im Wunderland" wunderbar zu diesem Januarzauber.

Vielleicht lasst Ihr Euch davon auch inspirieren zu einem kleinen kreativen Werk (z.B. Foto, Genähtes, Gebasteltes, Gemaltes... etc.), das Ihr dann auf meinem Blog verlinken könnt.
Hier könnt Ihr mehr dazu erfahren. Ihr habt noch bis zum 15. Februar Zeit!  

 "Ob der Schnee wohl die Bäume und Felder liebt, dass er sie so zärtlich küsst? Und dann deckt er sie schön warm zu, weißt Du, mit einer weißen Decke; und vielleicht sagt er, 'Legt Euch schlafen, ihr Lieblinge, bis der Sommer wieder kommt.'"

"I wonder if the snow loves the trees and fields, that it kisses them so gently? And then it covers them up snug, you know, with a white quilt; and perhaps it says, 'Go to sleep, darlings, till the summer comes again.' "

Lewis Carroll in Alice's Adventures in Wonderland & Through the Looking Glass

Ob ich Euch den Januar schmackhaft machen konnte? Vielleicht liegen für Euch die Freuden des Januar eher im Wintersport? 
Die schönen Seiten des dauerfrostigen Januars könnt Ihr heute auch bei Lottas aktuellem Thema ihrer Aktion "Bunt ist die Welt" bewundern. 



Samstag, 21. Januar 2017

Kalte Zeiten...



Sieht das nicht wunderbar aus? Blauer Himmel, feine Schneedecke, knackig kalt, Blick bis hinüber zum Schweizer Ufer. Der Schnee knirscht unter den Füßen, die Ohren werden kalt und nachher trinkt man daheim eine Tasse Tee oder Kaffee und wärmt sich am Kamin auf. Fast schon Bilderbuchwinter.
Leider wurde das Blau in der zweiten Wochenhälfte gegen Dauergrau eingetauscht und als Dreigabe gab es fiese eiskalte Biese.  Der Schnee verharschte, viel benutze Wege mutierten mittlerweile zu Schlitterpartien.

Was ist in dieser Woche geschehen, außer dass der brandgefährliche Narzisst mit der Unfrisur, dessen Name auf diesem Blog nicht genannt werden darf, sich nun mächtigster Mann der Welt schimpft (was allein schon die Sonne verdunkelt haben könnte)?


Ich hab mich inspirieren lassen.
Dauerfrost, eiskalter Ostwind, Unfrisuren - das ist genau der richtige Moment zum Friseur zu gehen, nicht wahr? Da kann man sich wenigstens noch eine dazu passende Erkältung holen.
Spontan überrascht über den vorgezogenen Abschied in den Mutterschutz meiner langjährigen Friseurin musste ich meine Haare  fremden Händen anvertrauen.
So alterte ich innerhalb einer Stunde auf dem Frisierstuhl um gefühlte 10 Jahre. (Folge von Punkt 15 auf meiner "Über mich-Seite" ). Kapuze überziehen auf dem Weg zum Parkhaus war ja sowieso eingeplant. Gut, dass ich nach heimischem Haarewaschen und -frisieren wieder 10 Jahre jünger wurde. Wenn sich die fies frisierte Welt doch auch so einfach richten ließe...
Aber jetzt brauche ich dringend einen neuen Friseur.
(Dabei wäre es im Prinzip doch viel einfacher, einen anderen neuen, aber geeigneten Präsidenten zu wählen, als einen neuen formidablen Lieblings-Friseur zu finden, das nur am Rande.)


Gegen all das kalte Weiß und Grau tobte ein himmelblaues Monster an, das seinen Mantel von ganzem Herzen hasst, aber aufgrund von blödsinnig terminierten Komplettfellwechsel und Fastläufigkeit weiterhin dazu verdonnert wurde. (Lauter haarige Problemthemen heute...)
Nur, dass ihr nicht nach meinem gestrigen Beitrag denkt, die Welt hier wäre tatsächlich monochrom.


An diesem - vermutlich weiterhin grauen -Wochenende werde ich meiner begeisterten Leselust frönen.
Für dieses Jahr habe ich beschlossen, über die gelesene Literatur ein bisschen Buch zu führen, was einen Rückblick am Jahresende erleichtern würde.
Ich hätte Lust, regelmäßig ein ganz frisch erschienenes Buch zu lesen (und vielleicht hier vorzustellen) und auch mal ein vor langer Zeit gelesenes und gemochtes Werk wieder aus dem Regal zu ziehen, und zu schauen, was sich so getan hat, zwischen diesem Buch und mir. Literarische Beziehungsarbeit sozusagen... Was meint Ihr dazu?
 

verlinkt bei Andreas Samstagsplausch
und bei Katjas In heaven

Donnerstag, 19. Januar 2017

farblose runden





Hunderunden sind gerade recht farblos. Nein, nicht langweilig, nicht spannungslos, interessant monochrom.
Aber kalt. lausig kalt mit eisigem Wind...

Sonntag, 15. Januar 2017

Eye-Poetry - eine kreative Herausforderung für Euch



Ich hab es Euch ja angedroht, dass ich mir für dieses Jahr eine kleine Challenge ausgedacht habe.
Vielleicht habt Ihr Lust mit von der Partie zu sein.

* Eye Poetry - was ist damit gemeint?
"Lyrik fürs Auge" würde es ja korrekt übersetzt bedeuten. Ich möchte es ein bisschen weiter fassen und mich nicht in die Gedichtform verbeißen. Sagen wir: Literarisches für das Auge umgesetzt.

* Idee:
An jedem 15. eines Monats werde ich hier ein Gedicht, ein Zitat oder ein kurzes Stück Prosa vorstellen und einen Monat Zeit geben, dass wir einen ganz persönlichen kreativen Weg finden, uns ihm zu nähern, zu interpretieren und in eine andere, eigene Form zu gießen.

* In welche kreative Form denn?
Da lass ich Euch freie Hand, möglich ist es zum Beispiel als

- Foto
- Darstellung in gemalter, gezeichneter, collagierter, gestempelter ... etc. Form
- künstlerische Installation
- Genähtes, gestricktes, gesticktes, gefilztetes etc. Objekt
- Filmchen
- ...

Ihr seht, ich lasse Euch da einen möglichst großen Freiraum.
Das schöne daran ist, es gibt keinen falschen oder richtigen Zugang, sondern nur einen ganz persönlichen.
Es geht nicht um Perfektionismus, sondern um kreatives Schaffen, Spaß, Inspiration.
Jeder wählt die Form, die ihm gerade passend erscheint, an der er Spaß hat, wofür gerade die Zeit übrig ist. Und manchmal ist dann vielleicht auch der Zufall im richtigen Moment zur Stelle.

* Vorstellung
Teilnehmen könnt Ihr mit einem eigenen Blog-Posting. Am 15. des Folgemonats verlinkt Ihr die Darstellung Eurer Ergebnisse auf meinem Blog.
Spannend wäre es, wenn Ihr Eure Idee und den Weg dahin schildern würdet. Am Ende sollte auf jeden Fall das  Objekt / Foto/ Bild/ ... stehen mit dem zugrundeliegenden Zitat.

Bedingung ist nur, dass es keine älteren Beiträge sind und/oder die nicht in Zusammenhang mit unserem Projekt erstellt wurden. (Kommerzielle oder werbungtragende Links sind unerwünscht, da bitte ich um Euer Verständnis).

* Habt Ihr noch Fragen?
Dann nur raus damit.

Damit es beim ersten Mal nicht so schwierig ist, Inspirationen zu sammeln und spontan zu beginnen,
habe ich ein winterliches Stückchen Prosa aus einem recht bekannten Werk genommen, im Original und in der deutschen Übersetzung.


 "Ob der Schnee wohl die Bäume und Felder liebt, dass er sie so zärtlich küsst? Und dann deckt er sie schön warm zu, weißt Du, mit einer weißen Decke; und vielleicht sagt er, 'Legt Euch schlafen, ihr Lieblinge, bis der Sommer wieder kommt.'"

"I wonder if the snow loves the trees and fields, that it kisses them so gently? And then it covers them up snug, you know, with a white quilt; and perhaps it says, 'Go to sleep, darlings, till the summer comes again.' "

Lewis Carroll in Alice's Adventures in Wonderland & Through the Looking Glass




Jetzt bin ich sehr gespannt!!
Ich freue mich sehr auf Euer Feedback und Eure Beiträge! 

Gerne dürft Ihr die Aktion mit dem unten stehenden Foto auf Eurem Blog verlinken.




Samstag, 14. Januar 2017

Samstagsplausch mit Blick zum Himmel


Himmelsblau besaß in dieser Woche eher Seltenheitswert, das Grau und drohende Schneeschauer ließen mich meine Kamera oft daheim liegen lassen, wenn ich mich mit dem Hund auf den Weg machte.
Dabei kann ich mich mit bitterer Kälte eher abfinden, wenn es draußen so aussieht:  


Gewähltes:
Dabei habe ich immer Ausschau nach schönen Standorten für die 12tel-Blick-Fotoaktion dieses Jahres gehalten. Ein Jahr mit einem städtischen Fotomotiv reicht mir, mich dürstet nach dem wunderbaren Wechsel der Jahreszeiten in der Natur.
In diesem Jahr werden es wieder zwei Standorte sein, habe ich gestern beschlossen. Das macht es abwechslungsreicher. Und jetzt weiß ich auch welche es sein werden.

Gesandtes:
In der Mitte der Woche gab es eine große Überraschung: das Weihnachtspaket von der Tochterfamilie aus den USA war angekommen. Um an den Bodensee zu gelangen hat es einen kleinen Umweg über Hamburg gemacht. Offensichtlich war man mit der Deutung der amerikanischen Schreibweise der Zahl 7 (nämlich ohne Strich, wie hier auch am PC), mit der unsere Postleitzahl halt eben beginnt, überfordert und hat sie als eine 1 interpretiert...  Immerhin - nun ist es da und die Freude war groß, denn Weihnachtsgeschenke gefallen auch noch Mitte Januar.

Gelesenes:
Nachdem mich eine Rezension über C. Marzis Buch "London", neugierig gemacht hatte, versuchte ich schnell die drei Vorgängerbände der Reihe "Die Uralte Metropole" zu lesen (ich bin da ja gründlich...). Ich hab es geschafft, aber der Appetit auf die Fortsetzung ist mir dabei verloren gegangen. Herrlichste fantastische Fabulierkunst, aber ich bin mit den Protagonisten einfach nicht warm geworden ("Fragt nicht!", wer die Bücher gelesen hat, weiß was ich damit meine).
Das "Schneemädchen" von Eowyn Ivey passte hingegen wunderbar in die derzeitige kalte Winterstimmung und wärmte drinnen dafür das Herz.
Jetzt liegt der zweite Band des Drachenreiters (C. Funke: Die Feder eines Greifs) schon angelesen auf dem Tisch, denn er wird im nächsten Paket wie gewünscht in die Staaten fliegen. Da werden ja dringend tapfere Drachenreiter gebraucht - wie sagte Cornelia  Funke über ihr Buch: "Diese Geschichte ist für all die, die den Mut haben, zu beschützen statt zu beherrschen, zu behüten statt zu plündern und zu erhalten statt zu zerstören."

Genähtes:
Mein erster Block für das Quiltprojekt ist fertig. Hier habe ich schon davon berichtet.
Heute bringt die Post endlich den bestellten Stoff für das noch zu nähende Geburtstagsgeschenk mit, das dann auch noch in besagtes Paket wandern wird. Ob ich wohl schneller lesen oder nähen werde?



Gesehen: 
Dieser Baum hat sich so schön bis in die Krone hinein mit der Waldrebe geschmückt (oben), dafür macht sich der Biber am Mindelsee ziemlich mausig...  Da geraten meine Tierliebe und meine Baumliebe doch in einen argen Konflikt... (unten)


Während ich die wenigen Himmelsblicke gern wieder zu Katja schicke, habe ich mich heute zum ersten Mal bei meiner Namensvetterin Andrea (Karminrot) an den samstäglichen Kaffeetisch zum Plauschen gesetzt. Interessant, was andere so in dieser Woche erlebten.
 
Nachher muss ich aber wieder hinaus in den Schnee mit dem bemäntelten (da durch den blödsinnig terminierten Fellwechsel locken- und sowieso unterwollelosen) Lockenhund. Findet der voll peinlich, aber besser als verkühlt.
Wie sieht es bei Euch aus? Winterlich mit Schnee und Eis?

Freitag, 13. Januar 2017

An der Stange bleiben - oder Die Blogosphäre und ich


Wievielen Blogs folgt Ihr?
Ich habe gerade durchgezählt und bin auf 150 gekommen... Immerhin habe ich sie übersichtlich nach Themen oder Vorrangigkeit bei Bloglovin geordnet. Trotzdem bedarf es alle paar Monate mal einer gründlichen Durchforstung (gerade bei den Kochblogs).

Schafft Ihr es, alle Blogs auf Eurer Liste zu lesen??
Ich gebe es zu, meine Zeit reicht nur aus, um eine ganz kleine Auswahl davon wirklich etwas gründlicher anzuschauen oder ein paar besonders spannende Artikel in Ruhe komplett zu lesen. Alle anderen werden eher überflogen, ob mich das jeweilige Thema reizt (Koch-, Design-, Näh-, Reise-, Bücherblogs) oder ob irgendwo eine Inspiration lauert (ja, ich habe eine Blog-Rubrik Favourite Insprirations) - die dann wohlbehütet bei Pinterest gelagert wird.

Dann gibt es noch die Blogs, die es in die Gruppe "Love to read" schaffen - immerhin  22 Lieblingsblogs - die ich mir auf jeden Fall täglich genauer ansehe und lese. Im Laufe der Jahre sind da durch kreative Aktionen (z.B. Mailart-Projekte) oder Kommentare persönliche Kontakte entstanden.
Nicht immer schaffe ich es alle Beiträge, die ich lese, zu kommentieren, aber wenigstens versuche ich eine gewisse Regelmäßigkeit zu erreichen.
Viele der Blogs, die mich vor Jahren in die Bloggersphäre lockten, sind mir mittlerweile zu kommerzialisiert oder unpersönlich geworden, oder mein Interesse hat sich einfach gewandelt.
Das Blogleseauge sucht doch irgendetwas, an dem es sich festhalten kann (wie es oben die Ziege auf meinem Foto geschafft hat, meine Aufmerksamkeit zu gewinnen).

So, seid Ihr noch da oder habt Ihr schon weggeklickt? ;-)   Dann mache ich es jetzt mal kurz:  

Was gibt es 2017 Neues auf dem Blog?

* Ein neues Blogdesign ist in Planung. Ich hoffe, dass es irgendwann im Laufe des Frühjahr Euch plötzlich an dieser Stelle überraschen wird.

* Ich habe mir eine kleine kreative Challenge für Euch ausgedacht, die ich in den nächsten Tagen hier ausführlicher vorstellen werde.

* Ein fortlaufendes Nähprojekt über das Jahr: der Jahresquilt, dessen Beginn ich gestern bereits gezeigt hatte

* Endlich mal wieder ein bisschen mehr über Bücher 

* Ein paar neue Label im Laufe der nächsten Wochen

* Aufräumen in meinen Pin*terest -Schubladen. Ich nehme mir vor, regelmäßig (mindestens einmal im Monat) eine der gesammelten Inspirationen dort herauszugreifen, hier vorzustellen und zu realisieren. Und Ihr dürft schauen, ob ich sie umsetzen kann oder Euch amüsieren, wenn es schief geht.


Was bleibt?

* Wenn Katja ihren Himmelsblick "in Heaven" und Tabea den "12tel-Blick" weiterführen, möchte ich gern dabei bleiben. Es würde mir sonst etwas fehlen. Außerdem freue ich mich auch immer auf Eure Beiträge dazu.
Bei anderen Aktionen werde ich mal hineinspringen, wenn es sich gerade ergibt.

Vielen Dank, für Eure Aufmerksamkeit und Eure lieben Kommentare im letzten Jahr!
Viele interessante Blogs habe ich erst dadurch kennengelernt.
Ich bin gespannt, was Ihr  über Euren Umgang mit  dem reichhaltigen Angebot in der Blogosphäre berichtet.

Donnerstag, 12. Januar 2017

"Like a Rolling Stone" - endlich mal wieder ein Jahresprojekt

Wer von Euch schon etwas länger meinen Blog liest, erinnert sich vielleicht, dass ich 2014 als Jahresprojekt einen großen Quilt aus verschiedensten Stoffresten nähte.
Auch die beiden folgenden Jahre blieben nicht quiltlos. Doch der Projektquilt verbindet mich immer noch mit jenem Jahr, irgendwie wurden wohl viele Erinnerungen und Kontakte mit netten Bloggerinnen, die mir zusätzliche Stoffstücke schenkten,  mit eingenäht.

Deshalb war ich gleich begeistert als ich von dem Quilt-Projekt "6 Köpfe - 12 Blöcke" las, das sechs Bloggerinnen organisieren (Dorthe/ lalala-patchwork, Andrea/ quiltmanufaktur, Gesine/ allie and me, Katharina/green fietsen , Verena/ zeit-für-patchwork und Nadra/ ellis&higgs).

Einmal im Monat wird eine der Organisatorinnen einen anderen Quiltblock vorstellen und ausführlich anleiten.
Schließlich erhält der Quilt noch ein "Sashing", in dem die verschiedenen Sampler (Blöcke) zusammengeführt werden.
Selbstverständlich wird das Quiltoberteil noch mit einem Batting, Rückseite und dem eigentlichen Quilten komplettiert werden. Doch das liegt alles noch in weiter Ferne, zuerst stehen doch die Vorarbeiten, Planung, Zubehör, Stoffauswahl und schließlich der Januarblock an.
Die Idee zündete auch bei vielen anderen Nähbegeisterten, so dass das Projekt Euch bestimmt in diesem Jahr oft in der Nähbloggerwelt begegnen wird. Da werdet Ihr auch sehen, wie unterschiedlich je nach Stoffauswahl die Sampler ausfallen werden. Ganz individuell und spannend.  

Beim Thema Zubehör war gleich eine Aufstockung des Bestandes notwendig.
Da die Maßangaben alle in inch und nicht in Zentimeter sind, habe ich mir zwei neue Lineale mit inch-Einheiten und ein Patchwork-Nähfüßchen für meine Nähmaschine gegönnt, mit dem ich schon lange geliebäugelt hatte.

Ein Blick in meinen Stoffschrank erstickte sämtliche Gelüste, neue Stoffe für den Quilt zu kaufen.
Es sollte doch möglich sein, bei den gehorteten Stoffschätzchen fündig zu werden. Die Stoffauswahl war dann tatsächlich unkompliziert, die zehn ausgewählten Stoffe harmonieren gut miteinander.
(Doch im Stoffschrank fällt kaum auf, das etwas fehlt *hüstel*).

Der Januar-Sampler ist ein sogenannter "Rolling Stone". Dies ist meine Version - winterliche Farbgebung und ein bisschen Sehnsucht nach einer Katze in der warmen Stube.

 
Ein Grund der Teilnahme ist für mich, etwas Neues dazuzulernen. Mein Januarresümee:
Die neuen Maße sind sehr angenehm, mit dem Nähfüßchen bin ich sehr glücklich. Beim Februarblock werde ich versuchen, mir die Arbeit an den Stoffen mit Sprühstärke etwas zu vereinfachen. Das habe ich bislang noch nie ausprobiert.

Und Du? Hast Du Lust bekommen, mitzumachen? Noch ist der Januar nicht um...



verlinkt bei lalala-patchwork

Mittwoch, 11. Januar 2017

Der Winter und ich - eine Annäherung


Soweit ich mich erinnere, habe ich im letzten Winter genau einmal Handschuhe getragen und die Winterschuhe kaum angerührt. Auf welchen Wochentag er fiel, kann ich mich nicht mehr erinnern.
Doch nun tanzen die Flocken ***
Letzte Woche brach Astrid auf ihrem Blog eine Lanze für den Winter und steckte diese danach in den Schnee, wie eine Art Staffelstab. Klar, dass ich da nicht widerstehen konnte. Und ehe ich mich zu sehr an die Blogabstinenz gewöhne, greife ich sie auf.
Denn als ich gestern im Schneegestöber mit dem Hund unterwegs war, freute ich mich und merkte, dass ich dem Winter vielleicht doch etwas abgewinnen kann...


** In die Wiege wurde mir die Liebe zum Winter nicht gelegt. Schließlich bin ich im Sommer geboren.
**An einen richtigen Winter in meiner Kinderzeit im Ruhrgebiet kann ich mich kaum erinnern. Aber ich weiß, dass der Schnee wohl in manchem Jahr reichte, um einen Hügel hinab zu rodeln oder die Gleitschuhe auszuprobieren.
**Winterliche Schulausflüge gab es auch nicht. In Erinnerung blieben nur ein paar chaotische, sehr schneereiche und eisekalte Wintertage, die genau in unsere mehrtägige Schulreise nach Bonn fielen. Und die hatte eher den Geschichts- und Politikunterricht im Zentrum als fröhliches Schlittenfahren oder Schneeballschlachten (vor allem kann ich mich an meine Eisfüße erinnern, die eindrucksvoller als alles andere waren...).


**Ich bin recht kälteempfindlich, und schätze schöne Woll- und Kaschmirpullover, dicke Jacken, Wollsocken, warme lammfellgefütterte Winterstiefel und Handschuhe, mit denen ich mich gut gegen Kälte und fiesen Ostwind wappnen kann.
**Nur Mützen mag ich nicht so gern. Das heißt, wenn ich eine Mütze aufsetze, dann ist es wirklich sehr kalt!
(Setzte mir meine Mutter früher in der Kinderzeit im Winter eine Mütze auf den Kopf, habe ich sie, kaum um die Ecke gebogen, gleich abgezogen... So, jetzt ist es raus, nun weiß sie, warum ich immer Stirnhöhlenprobleme hatte...)


**Wintersport ist nichts für mich. Ich stand noch nie auf Ski, Snowboard oder Schlittschuhen. Dafür bin ich gern gerodelt, auch zusammen mit meinen Kindern.
Meine Mutter war da wohl  als junges Mädchen wagemutiger, von ihr habe ich da einige spannende Geschichten aus dem winterlichen Schlesien gehört.


**Die Nordsee kenne ich eigentlich nur im Winter. Ich kann mich gut an zwei Weihnachten und Jahreswenden auf Amrum erinnern - einfach wunderschön! Dafür bin ich nur im Sommer in den Alpen. Im Winter schaue ich nur über den See zu den schneebedeckten Bergen und wünsche den Wintersportlern viel Spaß.


**Seit ich mit meinem Auto vor rund 20 Jahren auf winterlichen Schweizer Straßen Karussell gefahren bin (und noch heil heraus kam), habe ich meine Unbefangenheit beim Autofahren auf eisigen und schneebedeckten Straßen verloren. Seitdem lege ich beim Kauf eines Autos sehr großen Wert auf die Fahreigenschaften und Geländegängigkeit auf Schnee und Eis (und lass es dann bei Schneefall doch lieber stehen...).


**Nur eine einzige meiner drei Töchter wurde im (schneereichen) Winter geboren. Und genau die lebt heute unweit der kanadischen Grenze, wo der Winter ganz besonders lang und kalt ist.
Natürlich lernen die Lockenmädchen dort gerade Ski fahren und Schlittschuhlaufen.


**Ich liebe es, wenn sich draußen eine weiche weiße Decke über die Natur legt und alle Geräusche schluckt, wenn Frost und Eis die Landschaft verzaubert, die Schneeflocken tanzen. Spaziergänge in der Schneelandschaft sind einfach traumhaft!

** Früher bin ich mit unserem ersten Hund morgens mit dem Rad auch bei Schnee durch die Felder und den Wald gefahren, bis es wegen der Schneehöhe oder Eis wirklich nicht mehr ging.


**Auf den Hunderunden auf knirschendem Schnee laufen, dort, wo sich noch keine andere menschliche Spur findet, ist herrlich.

**Ja, ihr seht richtig, mein (vormals mal lockiger) Hund muss bei tiefen Minustemperaturen und Schneefall in diesem Winter einen (geerbten) Hundemantel tragen. Selber Schuld, wenn man, kaum zeigt das Thermometer -6 Grad und tiefer an, den Fellwechsel startet und die Lockenpracht schnellstmöglich abwirft.
Jetzt sieht der Lockenhund nicht mehr nach "Persianermantel", sondern nach altem löchrigen Bettvorleger aus...