Donnerstag, 31. August 2017

Monatscollage im August

"Ich bin bekannt für meine Ironie.
Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten,
wäre selbst ich nicht gekommen."

George Bernard Shaw


 Im August

* habe ich den Garten und die Natur genossen
* bin ich endlich wieder in der Lage gewesen, mehr mit dem Hund unterwegs zu sein z.B. am See
* gab es so herrliche Sonnenuntergänge zu bewundern
* war es oft so heiß, dass stets Wasser für den Lockenhund mitgeführt werden musste
* konnten wir Feines im Garten ernten
* gab es lieben Besuch
* war ich mal wieder auf der Ärzterunde
* habe ich mich meiner normalen Stimme in Riesenschritten angenähert   
* las ich zwei große aktuelle Romane über die USA (C. Whitehead: Underground Railroad, O. El Akkad: American War)
* freute ich mich über die tollen Ergebnisse der Eye-Poetry # 07 und gab Euch ein Gedicht von Erich Fried mit auf den Weg (Eye-Poetry #08

verlinkt bei Birgitts Monatscollagen

Mittwoch, 30. August 2017

12tel-Blick(e) im August

Es ist schon wieder Zeit für meine "12tel-Blicke"   Zeit, um mich an meine diesjährigen drei Fotostandorte zu begeben. Das Wetter präsentierte sich im August ja recht wechselhaft, von allem war etwas dabei: Hitze mit Temperaturen über 30 Grad, Gewitter mit Sturm, Regen und Hagel, der erste morgendliche Nebel.

Am ersten Standort waren wir dieses Mal nicht alleine unterwegs.


Am See, 24. August, 9.30 Uhr, 
21 Grad, es wird immer sonniger


Auf jeden Fall ist es am Seeufer immer unterhaltsam. Blässhühner, Enten, Schwäne und Schmetterlinge lassen sich beobachten, Schiffchen und Boote sind auch morgens schon auf dem Wasser. Schön, dass hier auch die Allgemeinheit ans Seeufer gelangen kann und nicht wieder alles in Privatbesitz ist.  


Am nächsten Standort ist nicht viel los. Das Feld hinter mir ist abgeerntet, gepflügt und neu eingesät.
Sonst gibt es nicht viel Neues. Eigentlich ist der August ja auch eher ein statischer Monat.


Schlösschenblick, 6. August, 15.50 Uhr,  
27 Grad, sonnig und sehr warm


Das Barockschlösschen, welches hier im Standortfoto im Hintergrund seht, stammt aus dem Jahr 1699 und war früher Sitz des Oberhofmeisters des Bistums Konstanz, danach hat es eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich. Zum Beispiel waren im ersten Weltkrieg hier russische Kriegsgefangene untergebracht, danach nutzte man es als Kinderheim und als Flüchtlingsunterkunft. Nach mehreren umfangreichen Renovierungen dient es heute als Hotel und Veranstaltungsort.


Streuobstwiesen, 21. August, 16.05 Uhr, 
23 Grad, warm mit Wölkchen


Da in den Streuobstwiesen gemäht wurde, war der Landwirt mit dem Traktor unterwegs.
Gehen wir mal näher heran: jetzt sieht man, dass die Äpfel von unseren 12tel-Blick-Bäumen sich der Reife nähern und schon einiges an Fallobst abgegangen ist. Unsere alten Hunde hätten sich die besten rausgesucht, doch der Lockenhund ist da wählerischer...



Allmählich wird die Zusammenstellung immer länger und ab September vermutlich auch wieder bunter und veränderlicher...



Am 30. jedes Monats bietet Tabea  auf ihrem Blog eine Plattform für alle Teilnehmerinnen dieses feinen Fotoprojektes. Danke, Tabea!



Samstag, 26. August 2017

Besuch für Mensch und Hund {Samstagsplausch}

"Die Lust an der Macht hat ihren Ursprung nicht in der Stärke, sondern in der Schwäche."

Erich Fromm


GEFREUT: über Tochterbesuch aus Köln. Deshalb war es diese Woche auch so still hier auf dem Blog. Da ist das reale Leben einfach wichtiger.

GERUFEN: nach dem kleinen Hund der Tochter, dem als Großstadthündchen nicht klar war, dass man sich vielleicht doch nicht mit einer Schwanenfamilie am Seeufer anfreunden sollte. Der große Lockenhund hält als erfahrener Seeanrainer da Abstand (und schielt als Apportierhund dann lieber begehrlich Richtung Enten und Blässhühner, stöhn...).


GELACHT: über den Schattenwurf des Minihundes und über den kleinen Gnom sowieso

GENOSSEN: das tolle Wetter, das extra für den Besuch über dem See ausgebreitet wurde. Selbst in das Biotop wurde Himmelsblau mit Wattewölkchen getropft


GESESSEN: am Wochenanfang in Wartezimmern von Ärzten und endlich auf einen vernünftigen Facharzt getroffen, der mir bestätigte, dass meine Beschwerden auf Fehler der ärztlichen Zunft beruhen....

GESPROCHEN: mit neuer Stimme und mich am Gesicht des Logopäden gefreut, der gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt, meine Fortschritte bestaunen durfte. Jetzt habe ich ganz neue Übungen bekommen, teilweise sehr witzige...


GESEHEN: einige schöne Schmetterlinge

GEHÖRT: wie ein Schweizer Ehepaar am deutschen Ufer ein schnelles Motorboot mieten wollte. Der Wechselkurs ist extrem günstig für sie, aber sie wollten gern auch noch die Mehrwertsteuer   abziehen. (Ich hege eigentlich große Sympathien für die Schweiz und seine Bewohner. Aber die Raser auf unseren Autobahnen und Geiz-ist-geil-Anhänger mag ich nicht, egal welcher Nationalität).


 GEKAUFT: einen Herbstpullover (noch einen!) und ein bisschen Unterwäsche. Shoppen macht in Tocherbegleitung viel mehr Spaß....

GELESEN: nichts. Keine Zeit.


GERÜHRT: gewesen über den Missing People Choir

GEDACHT: am 25. August an das Jahrhundertfeuer in Lissabon 1988



GEFUNDEN: schon so manchen kleinen Herbstboten

GELAUFEN: abendliche Extrahunderunden, um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen.





Jetzt aber rasch zu Andreas Samstagsplausch, mal schauen, ob noch eine Tasse Kaffee oder Tee für mich übrig sind....

Montag, 21. August 2017

Colson Whitehead: "Underground Railroad" {Bücherwelt}

Meine Neuerscheinung des Monats August: Mehr als ein Zug in die Freiheit



Georgia kurz vor dem Beginn des amerikanischen Bürgerkriegs:
Cora ist eine Sklavin auf einer Baumwollfarm - in dritter Generation, ihre Großmutter wurde noch in Afrika geboren. Für Sklaven ist das Leben eh die Hölle, für Cora aber ganz speziell. Denn sie gilt innerhalb ihrer Sklavengemeinschaft als Außenseiterin, ja Ausgestoßene, seitdem ihre Mutter ohne ihre kleine Tochter floh.
Als Caesar, der neu aus Virginia auf die Plantage kommt, ihr von der "Underground Railroad" erzählt, eine Möglichkeit, der Sklaverei zu entkommen, willigt Cora nach anfänglichem Zögern ein. Mit der Flucht entscheiden sie sich, ein erschreckendes Risiko einzugehen  - bei Gefangennahme droht ein grauenhafter Tod.

Die Dinge laufen nicht wie geplant, Cora tötet unterwegs aus Notwehr einen jungen Weißen. Es gelingt ihnen zwar eine Station zu finden, die sich Richtung Norden leitet, aber sie werden gejagt.

In Whiteheads genialer Vorstellung ist die "Underground Railroad" im Roman nicht lediglich eine historische Metapher für eine Gemeinschaft von Gegnern der Sklaverei, die im Untergrund wirkt und entflohenen Sklaven Fluchthilfe, -weg und Unterschlupf bietet, sondern eine reale Untergrund Eisenbahn: Eine Eisenbahn mit Lokführern, Schaffnern, einem geheimen Schienennetz, Tunneln  und Stationen unter dem Boden der Südstaaten. Auf diesen Schienen soll es Richtung Freiheit gehen.
Ein Fantasy-Element in einem ansonsten sehr realistischen Sklavenroman! Aber Whitehead geht vorsichtig damit um, baut es nicht weiter aus, verliert sich nicht darin.

Das ist gut so, denn damit ist ihm ein erzählerisches Kunststück geglückt, Cora überwindet so große Strecken (ohne langatmige Wegbeschreibungen) und wird an neuen Stationen in anderen Bundesstaaten des Südens mit vollkommen unterschiedlichen Situationen konfrontiert.

Der erste Halt führt Cora und Caesar nach South Carolina, wo sich die beiden fast schon zu sicher fühlen, bevor Cora heimtückische Machenschaften um medizinische Experimente mit schwarzen Bewohnern entdeckt.
Außerdem sitzt ihnen Ridgeway, der skrupellose, gewiefte Sklavenjäger bereits im Nacken.
Atemlos hetzt Cora auf ihrer Odyssee von Staat zu Staat, um einen sicheren und freien Ort zu finden.
An jeder Station ihrer Flucht erfährt sie von neuen unfassbaren Schrecken und Grausamkeiten, die die schwarze Bevölkerung, seien es Sklaven oder Freigelassene, bedrohen und widerfahren. Sie knüpft Freundschaften, lernt die Liebe kennen - und verliert wieder alles.



"Und auch Amerika ist eine Illusion, die größte von allen. Die weiße Rasse glaubt - glaubt von ganzen Herzen - dass sie das Recht hat, das Land zu rauben, Indianer zu töten, Krieg zu führen. Ihre Brüder zu versklaven. Wenn es irgendeine Gerechtigkeit auf der Welt gibt, dürfte diese Nation nicht existieren, denn ihre Grundlagen sind Mord, Diebstahl und Grausamkeit."

Mich haben die realistischen Schilderungen traumatisierter Menschen auf der Suche nach Freiheit und die ungeschönten Ausmaße der Grausamkeiten von Sklaverei und Rassismus ziemlich mitgenommen. Aber immer wieder hat mich der Roman durch seine Form und Art der Darstellung fasziniert. Gibt es in der dunkelsten Phase der Geschichte ein Licht am Ende des Tunnels?

Whitehead erhielt für seinen Roman bereits die wichtigsten Literaturpreise der USA: den "National Book Award" und den "Pulitzer Preis 2017".

Die neuesten Ereignisse z.B. in Charlottesville/Virginia unterstreichen die Wichtigkeit dieses Buches. Nicht nur das:
Das Bild der bekanntesten afroamerikanischen Fluchthelferin der historischen "Underground Railroad" - Harriet Tubman - soll eigentlich das des Präsidenten, Indianerhassers und Sklavenhalters Andrew Jackson auf der 20-Dollar-Note ersetzen.  Präsident Trump findet diese Entscheidung zu hart und bezeichnet sie als "bloße politische Korrektheit" ("pure political correctness").

Zusammen  mit diesem Roman möchte ich Euch auch noch "American War" von Omar El Akkad empfehlen, der uns in ein Amerika der Zukunft führt - mit einem neuen Krieg der Nord- gegen die Südstaaten.



Mein Dank geht an den Hanser-Verlag für das Rezensionsexemplar von Colson Whitehead: Underground Railroad.

 Auf ein Wort:
Ich bemühe mich in der Regel nur um Rezensionsexemplare, die mich thematisch interessieren.
Allerdings behalte ich mir stets vor, meine freie ehrliche Meinung über das Buch zu schreiben - keine Werbung, sondern eine Buchbesprechung.
Wenn ich Euch ein Buch empfehle, dann mache ich das aus freien Stücken, nicht weil ich dafür ein Gratisexemplar o.ä. bekommen habe.    

Samstag, 19. August 2017

Zweifelnd {samstagsplausch}

Angst und Zweifel

Zweifle nicht
an dem
der dir sagt
er hat Angst
aber hab Angst
vor dem
der dir sagt
er kennt keine Zweifel

Erich Fried

Zweifellos perfekte Nachbarn der Tierarztpraxis

GEFAHREN: zur Tierärztin, Störche gucken und Lockenhund durchchecken lassen. Die großen Verkehrsadern sind gerade von Touris verstopft, aber wir Einheimischen finden immernoch landschaftlich herrliche Umwege, die das Fahren zum Genuss werden lassen.

GESEHEN: Holunderbeeren



GESTARTET: die Eye-Poetry # 08. Vielleicht habt Ihr Lust, Euren Inspirationen freien Lauf zu lassen? Dieses Mal steht Erich Fried im Zentrum mit einem Stück Liebeslyrik

GEHOFFT: dass sich trotz Ferienzeit ein paar Teilnehmer für die Eye-Poetry # 07 finden würden. Das war auch so, schaut ruhig rein. Bis zum 14. September ist die Verlinkung noch offen.



GEROCHEN: Duftendes Heu auf gemusterten Wiesen

GEFREUT: meine tiefen Töne sind wieder da. Also die meiner Stimme!! Nach der OP hörte ich mich ja eher wie Micky Mouse an... Jetzt klingt es eher nach pubertärem Stimmbruch, aber an der Bäckertheke versteht man mich wieder!


GEMOCHT: Besuch auf der Terrasse


GENÄHT: Inspiriert von den Zeitschriften auf dem Tisch habe ich nach einem älteren Ottobre-Schnitt gegriffen und einen Wolfspullover für das kleine Lockenmädchen genäht. Wenn dort schon Kojoten und Bären ums Haus schleichen...  


GERÄTSELT: über Pflanzenfunde. Oben: das ist wohl Wirbeldost.
Die Pflanze unten...?

GEBLÄTTERT: hat der Mann deshalb in Bestimmungsbüchern


GESEHEN: 'Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind'. So macht Bügeln Spaß. (Wir haben keinen Fernseher...)

GELESEN: 'Underground Railroad ' von Colson Withhead. Am Wochenende schreibe ich endlich die Rezension.

GECLICKT: nach dem Lesen des Buches oben und "American War" von O. El Akkad hört sich dieser Artikel verstörend nah an.



GESCHWITZT: Also Temperaturen über 25 Grad brauche ich nicht wirklich. Aber der Bodensee wird gern mal von der Sonne verwöhnt, während es woanders längst regnet, wie gestern zum Beispiel, da fing es erst am Abend an zu regnen. Hoffentlich bleiben wir vom Hagel verschont, denn die Netze schützen unsere Trauben vielleicht (!) vor den Vögeln, aber nicht vor Hagelkörnern...

GEKAUFT: einen wunderschönen blau gemusterten Wollpullover für den Herbst.
Okay, aber so bald kommt der doch noch nicht, oder?? Auch wenn ich schon so viele Pilze im Wald sehe.



GEKNIPST: den Himmel. Die beiden letzten Bilder sind von gestern Abend. Bei heranziehenden Unwettern oder Gewittern sieht der See immer gruselig aus. Aber am Ende zeigte die Sonne beim Untergehen zwischen den Regenwolken ein versöhnliches Gesicht.




Am Wochenende werde ich erst einmal Liegengebliebenes aufarbeiten... Und Ihr so?

verlinkt bei Andreas Samstagsplausch

Mittwoch, 16. August 2017

Eye - Poetry # 08 - Die kreative Herausforderung für August / September


"Für die Welt bist Du irgendjemand, aber für irgendjemanden bist Du die Welt."

"Es ist nicht wahr / dass Geschichte / gefälscht wird / Sie hat sich großenteils / wirklich / falsch / zugetragen / Ich kann das bezeugen: / ich war dabei." 

Erich Fried (beide)

Wer fühlt sich nicht nach den ersten Worten berührt? Und kam Euch beim zweiten Zitat nicht auch sofort der Gedanke: "passt ja perfekt, sehr aktuell!" ? (Fake-News sind keine neue Erfindung....)

Zu meiner Schulzeit war Erich Fried neben Heinrich Böll bestimmt einer der von rechter und konservativer politischer Seite meist beschimpften und kritisierten Schriftsteller (und wurde deshalb von mir besonders geschätzt...). Damals nahm ich vor allem seine politischen Gedichte, sein politisches Engagement und seine unabhängige Geisteshaltung wahr. Ich wusste  nicht, dass er auch als Übersetzer tätig war, z.B. Shakespeare, T.S. Elliot, Dylan Thomas, Silvia Plath und Graham Greene aus dem Englischen ins Deutsche übertrug. 

Erich Fried wurde 1921 in Wien in eine jüdische Familie geboren. Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland und dem Tod seines Vaters an den Folgen eines Gestapo-Verhörs entkam Fried nach England, wo er fortan lebte. Er engagierte sich in Emigrantenorganisationen und arbeitete zunächst in verschiedenen Jobs, dann als Übersetzer, politischer Kommentator und Schriftsteller. 
Aus drei Ehen (die beiden ersten relativ kurz, die dritte mit der Künstlerin Catherine Boswell bis zu seinem Lebensende) hatte er sechs Kinder. 
Fried gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikern des 20. Jahrhunderts. Hervorzuheben sind seine Liebesdichte und seine Verbindung von Politik und Lyrik. Hier findet Ihr ausführlichere Informationen über Erich Fried.
1988 verstarb Fried, sein Grab befindet sich in London (Kensal Green).

Heute nehme ich mir mal ein Stück Liebeslyrik aus seinem Werk, gerade rechtzeitig, bevor der Herbst und der Winter kommen...

Wintergarten

Deinen Briefumschlag
mit den zwei gelben und roten Marken
habe ich eingepflanzt
in den Blumentopf

Ich will ihn
täglich begießen
dann wachsen mir
deine Briefe

Schöne 
und traurige Briefe
und Briefe
die nach dir riechen

Ich hätte das
früher tun sollen
nicht erst
so spät im Jahr

Erich Fried



Blumentöpfe und - erde sind ja noch zur Hand, noch ist es vielleicht nicht zu spät zum Pflanzen.... Ihr dürft Euch kreativ austoben (auch ohne grünen Daumen und auch mit anderen Materialien...)

Am 15. September werde ich  nachfragen, was Euch an interessanten Ideen in den Sinn gekommen ist. Vom 15. September bis zum 14. Oktober habt Ihr dann wieder Zeit zum Verlinken.

Hier noch einmal die Spielregeln:

Eure Möglichkeiten sind weit gefächert, je größer am Ende die Vielfalt, desto interessanter ist es doch.

* Eye Poetry - was ist damit gemeint?
"Lyrik fürs Auge" -  Literarisches für das Auge umgesetzt.

* Idee:
An jedem 16. eines Monats stelle ich ein Gedicht, ein Zitat oder ein kurzes Stück Prosa vor.
Wir haben einen Monat Zeit,  einen ganz persönlichen kreativen Weg zu finden, den Text für das Auge umzusetzen, zu interpretieren und in eine neue, eigene Form zu gießen.
Die Form ist frei. Möglich sind z.B.

- Foto, Fotoserie
- Darstellung in gemalter, gezeichneter, collagierter, gestempelter ... etc. Form
- künstlerische Installation oder Aktion
- Genähtes, gestricktes, gesticktes, gefilztetes etc. Objekt
- Filmchen
- ...

Es gibt keinen falschen oder richtigen Zugang, sondern nur einen ganz persönlichen.
Es geht nicht um Perfektionismus, sondern um kreatives Schaffen, Spaß, Inspiration.
Jeder wählt die Form, die ihm gerade passend erscheint, an der er Spaß hat, wofür gerade die Zeit übrig ist. Und manchmal ist dann vielleicht auch der Zufall im richtigen Moment zur Stelle.

* Vorstellung
Teilnehmen könnt Ihr mit einem eigenen Blog-Posting. Am 15. des Folgemonats verlinkt Ihr die Darstellung Eurer Ergebnisse auf meinem Blog.
(Am besten, ihr sucht für das Thumbnail-Image, das dann hier auf dem Blog erscheint, Euer Ergebnis aus).
Spannend wäre es, wenn Ihr Eure Idee und den Weg dahin schildern würdet. Am Ende sollte auf jeden Fall das  Objekt / Foto/ Bild/ ... stehen mit dem zugrunde liegenden Zitat.

Bedingung ist nur, dass es keine älteren Beiträge sind und/oder die nicht in Zusammenhang mit unserem Projekt erstellt wurden. (Kommerzielle oder Werbung tragende Links sind unerwünscht, da bitte ich um Euer Verständnis).

Gern dürft Ihr diesen Button mit auf Euren Blog nehmen:


Viel Spaß! Wir treffen uns mit unseren Ergebnissen dann hier am 15. September.

Montag, 14. August 2017

Eye - Poetry # 07 - Zeigt doch mal her!


An jedem 15. des Monats findet auf meinem Blog die Linkparty zu meiner kreativen Challenge "Eye-Poetry" statt. Wer wissen möchte, worum es geht, oder die bisherigen Ergebnisse bestaunen möchte, findet jetzt HIER die INFOS.

Wie war bei Euch das Wetter in den letzten vier Wochen? Habt Ihr den Sonnenschein draußen in der Natur genossen oder habt Ihr Euch bei Regen mit einem Buch aufs Sofa verkrochen und Wörter befreit?

Vorgestern entdeckte ich auf einer warmen, sonnigen Runde mitten im Wald den von unbekannter Hand freigelassenen rotbemützten Zwerg (siehe oben). Der passt doch perfekt! Eye-Poetry findet man überall...
Aber mit Büchern, Wörtern, Sätzen und Buchstaben habe ich mich in der Zwischenzeit natürlich auch auseinander gesetzt. Schließlich ist das ja auch das Thema der aktuellen Eye-Poetry Challenge gewesen.

bibliothek

die vielen buchstaben
die nicht aus ihren wörtern können

die vielen wörter
die nicht aus ihren sätzen können

die vielen sätze
die nicht aus ihren texten können

die vielen texte
die nicht aus ihren büchern können

die vielen bücher
mit dem vielen staub darauf

die gute putzfrau
mit dem staubwedel

ernst jandl


Eigentlich hatte ich schon ein genaues Bild vor Augen, fühlte mich doch schon sehr inspiriert. Nicht immer passen aber meine Ideen in den Rahmen, der zur Hand ist, bzw. sprengen den Rahmen der gegebenen Möglichkeiten.... Dieses Mal nicht nur im übertragenen Sinn. Ich hätte das Ganze gern in einem speziellen tiefen Bilderrahmen in Szene gesetzt, aber er war leider nicht tief genug für meinen Vogelschwarm....  

IDEE: Zeigen, wie Buchstaben, Wörter, Sätze und Texte aus einem alten Buch ausbrechen und sich verstelbstständigen, lebendig werden. Die lange eingeschlossenen Wörter sollten sich wild und explosiv Freiraum verschaffen, trotzdem sollte zu sehen sein, wie lange sie schon eingesperrt waren

MEDIUM: Holzkiste als Rahmen, zusammengenähte Buchseiten eines alten Lexikons als Hintergrund, 75 Jahre altes Naturbuch  (H. Frieling: Großstadtvögel), in dessen Umschlag ein Loch geschnitten wurde, gefaltete Vögel aus brüchigen Buchseiten aus den 1920iger Jahren (macht das Falten nicht einfacher...)      



Die Worte des Gedichtes befinden sich auf den beiden Längsseiten der rahmenbildenden Kiste, allerdings getrennt: die erste Zeile immer auf der linken, die zweite auf der rechten Seite:
die vielen sätze                                                                           die nicht aus ihren texten können
die vielen texte                                                                           die nicht aus ihren büchern können

Also noch ein kleines weiteres Spiel mit dem Gedicht ...



Habt Ihr auch mit Messer und Schere Befreiungsaktionen gestartet oder eher zum Staubwedel gegriffen? Zum Pinsel? Zum Stift?
Euch ist bestimmt was Interessantes, Kreatives eingefallen!

Falls Ihr Probleme beim Verlinken haben solltet, schreibt bitte den Link in Euren Kommentar, so dass ich versuchen kann, hilfreich einzugreifen.

Zusätzlich werde ich hier noch einmal die TeilnehmerInnen mit Namen und gleichzeitiger Verlinkung zum Anklicken aufführen.  Danke an Birgitt (erfreulichkeiten), Pia (Pias Blog), Astrid (lemondedekitchi), Angelika (Kreativ leben), Susanne (nahtlust), Heide (heidekind), Eva (Rund um Ludwigsburg), Mano (manoswelt), Andrea (Karminrot)

Ich freue mich über Eure Verlinkung: (bitte beachten - der jüngste Beitrag wird immer zuoberst aufgeführt) : 


Samstag, 12. August 2017

12 von 12 im August

In den letzten beiden Monaten habe ich gepasst, heute springe ich wieder mit 12 Fotos meines 12. Augusts in Caros Reihe


1 Gut, dass ich schon wach bin. Der Rest der Siedlung wird vom Einsatz eines Elektroabbruchhammers geweckt. Der Nachbar hat einen Frühaufsteher-Handwerker geholt. Hhm....  Naja, die Vögel stört es offenbar nicht. Erst bekommen die Piepmätze ihr Ganzjahresfutter, dann frühstücke ich und schaue mir das Gedränge an der Futterstelle von drinnen an

2 Puh, kalt und feucht... Hund und Mann machen wegen Regens deshalb bestimmt nur eine kürzere Runde


3 Ab zum Wochenmarkt. Man merkt, heute findet das Seenachtsfest in Konstanz statt, aber für uns wird trotzdem noch ein Parkplatz frei

4 Schnell noch zum Bio-Supermarkt und zum besten und kleinsten Backladen der Stadt, dann flugs nach Hause, eh der Ansturm anrollt


5 Der Lockenhund haart immernoch. Curlys kämmt man ja eigentlich nicht, aber das muss jetzt sein. Erst totes Haar raus und dann den Staubsauger durch die Wohnung jagen. Perfekt - das findet der Hund auch

6 Für uns gibt es wie immer die Samstags-Spaghetti mit Improsauce und Salat. Der Hund bekommt Pansen (auf der Terrasse, *müffel*, fein, es regnet nicht mehr)


7 Die Blumen des Hauses verlangen nach Pflege. Dann setze ich mich für längere Zeit an den Nähtisch

8 Mein Werk für die Eye-Poetry bekommt noch den letzten Schliff



9 Fertig!!! Für das kleine Mädchen. Der Schnitt ist aus der neuesten Ottobre. Davon werde ich auch dem großen Lockenmädel ein Kleid nähen. Nach der Hunderunde werden wir mit ihnen skypen.

10 Hunderunde. Das feuchte Wetter macht den Hund ganz wuschig, überall riecht es so fein nach Wild


11 Daheim wird die (Stoff-)katze wieder im Korb liebkost (sieht aus, als ob sie trotz permanenter Operationen am Nähtisch irgendwann eine Nachfolgerin braucht. Liebe zehrt...)

12 Abendliche Lektüre (Rezension folgt) und Internet-Suche nach gebrauchten Leselernbüchern für die kleine Locken-Miss, die in Vermont halt auch lernen möchte, deutsche Bücher zu lesen

Und wie war Euer 12.?