Donnerstag, 27. Juli 2017

Monatscollage im Juli

"Dass man sich verliert,
ist noch nicht so schlimm,
sondern dass man sich hinterher
nicht wieder zurechtfinden kann."

Marcel Proust


Der Juli brachte
° einen Krankenhausaufenthalt mit einer nicht ganz geglückten Operation
° ein lädiertes Stimmband 
° eine Vielzahl von Arztbesuchen
° interessante Einblicke in das Leben und Werk von Emily Dickinsoneine feine Eye-Poetry #06  mit vielen tollen Beiträgen und ein Jandl-Gedicht als neue Inspirationsquelle
° Störche auf den Wiesen, Schmetterlinge und Bienen auf den Blumen
° die Erkenntnis, dass ich recht wetterfühlig geworden bin, besonders bei Gewitterstimmungen
° Gartenfreuden mit vielen Tomaten, Kräutern und Blumen
° weniger Runden mit dem Hund, weil ich ihn nach der Op noch nicht wieder führen darf
° viele heiße Sonnenstunden, in denen wir im kühlen Wald unterwegs waren   

Samstag, 22. Juli 2017

Rache... {samstagsplausch}

die rache
der sprache
ist das gedicht

ernst jandl



GESTARTET: die Eye-Poetry # 07 mit einem Gedicht von Ernst Jandl. Nein, Rache war eigentlich nicht mein Leitgedanke. Ich hoffe eher auf eine Menge Inspirationen - egal, ob sie Euch zu einem genähten, geklebten, gebastelten, gemalten, getöpferten, gekochten, gepflückten, geschnitzten, geknipsten,... Werk führen.  

GEHECHELT: hat der kleine schwarze Lockenhund bei den hochsommerlichen Temperaturen, so dass wir immer eine frische Flasche Wasser im Auto haben, damit der Hund gleich nach dem Spaziergang etwas trinken kann. Die Zweibeiner müssen warten, bis sie ihren Durst daheim löschen können. Ja, so ist das...

GECLICKT: AGT - Der Border Collie erinnert mich an meine alte Aussie-Hündin, die bis zuletzt keinen ihrer Tricks vergaß.
Ach - Mr. President ist auch im Rennen, passt doch perfekt...

GEBACKEN: Mohnflesserl. Bei den derzeitigen Außentemperaturen brauchte der Vorteig nur 12 Stunden zu gehen.  


GEFREUT: über jeden Schmetterling, den ich sehe, überhaupt an den kleinen, schönen Dingen des Lebens

GEÜBT: logopädische Übungen, um mein lädiertes Stimmband wieder zu aktivieren.

GENERVT: dass ich beim Autofahren nicht laut schimpfen kann (s.o.)

GELESEN: Nachdem mir Margaret Atwoods "Hexensaat" so gut gefallen hatte, habe ich nun einen ihrer Klassiker gelesen, der irgendwie an mir vorbeigegangen ist: "Der Report der Magd". Sehr empfehlenswerte Dystopie mit (leider) recht aktuellen Anklängen.


GENÄHT: den Quiltblock für den Monat Juli und zwei sommerliche Kleidchen für die Lockenmädchen.

GEPLANT: zwei kleine Rucksäcke für die beiden mit Saurierzacken und -schwanz, wie gewünscht. Mal schauen, ob mir das gelingt...

GEWÜNSCHT: ganz einfachen, friedlichen Sommerregen ohne Gewitter. Momentan bin ich sehr wetterfühlig, da rauben mir die ständigen Gewitter den letzten Nerv.

GEMERKT: auch mir fehlen Katjas samstägliche Himmelsblicke.


verlinkt bei Andreas Samstagsplausch

Ein schönes Wochenende!!!

Mittwoch, 19. Juli 2017

"snails trail" - Jetzt aber hurtig auf dem Schneckenpfad!

In diesem Jahr setze ich mich normalerweise schon in der ersten Woche eines Monats an den Nähtisch und grübele über die Farbverteilung des neuen Quilt-Blocks.  Denn es wartet doch wieder eine spannende Aufgabe des Quilt-Alongs 6 Köpfe - 12 Blöcke.
Anfang Juli war mein Nähtisch nicht mit Bastelpapieren belegt wie im Juni, aber ich lag im Krankenhaus. Nach meiner Rückkehr lief hier erst einmal alles im Schneckentempo wieder an.
Das passte ja auch ganz exakt zum Thema des Juli-Blocks - "snail's trail". Gewunden wie ein Schneckenhaus oder auch wie der Pfad einer Schnecke sieht er aus. Dörthe (lalala-patchwork) hat eine sehr sorgfältige Anleitung dazu geschrieben und auch einen Link zu möglichen Abwandlungen gezeigt.



Anfangs schwebte mir vor, gleich vier verschiedene Stofffarben zu verwenden, was ich aber am Ende verwarf, um zu einer einfachen klaren Form zurück zu kehren (das Leben verlangt gerade nach Klarheit...).
Mit meiner Version des "Pineapple"-Blocks im letzten Monat war ich nicht wirklich zufrieden.
Dörthe wies deutlich darauf hin, das Trimmen der Nahtzugaben bei jeder Runde nicht zu vergessen, woran ich mich nun gehalten habe. Ob ich das beim Nähen des "Pineapple" vergessen hatte?
Auf jeden Fall ging mir die Schnecke besser von der Hand als die Ananas...


Der zusätzliche "Log Cabin"-Block vom Juni darf hier noch mit dabei sein. Beim fertigen Quilt wandert er vielleicht auf die Rückseite (oder dient als Reserve, falls mir in den nächsten Monaten ein Block mal total daneben geht...)


Ich spiele jetzt schon ein bisschen mit den möglichen Farben für die Zwischenräume. Wie wäre es mit einem Mittelgrau?

Jahresquilts sind schon etwas ganz Besonderes. Irgendwie fließt etwas von dem Verlauf eines Jahres in ihn hinein, Erinnerungen verweben sich damit (Dass ich gern wieder eine Katze im Haus hätte, lässt sich jedenfalls an meinen bisherigen Quiltblöcken erkennen oder?).
Wenn ich so einen Quilt dann später zur Hand nehme, denke ich immer, was damals alles so passiert ist, als ich ihn nähte, zum Beispiel mein Jahresquilt von 2014,  meine beiden Sommerquilts von 2016. 

Kennt Ihr so etwas auch?


Auch der Juli hat noch Farben zu bieten, die ich in meinem Quilt verwende. Fein.





      

Dienstag, 18. Juli 2017

Mariana Leky: "Was man von hier aus sehen kann" {Bücherwelt}

Meine Neuerscheinung des Monats Juli: Skurril und durchaus tiefgründig



"Immer wieder taucht plötzlich dieses Nachbild auf, dieses eine, ganz bestimmte, es taucht auf wie ein Bildschirmschoner des Lebens, und oft dann, wenn man überhaupt nicht damit rechnet."

Es sind Metaphern und Bilder dieser Art, die man gerne mitnimmt, weshalb ich Mariana Lekys Roman "Was man von hier aus sehen kann" so genossen habe.

Mariana Leky führt ihre Leser in ein kleines Dorf im Westerwald, das von einer engen Gemeinschaft recht kauziger Einwohner bevölkert wird. Manche werden mit Namen, andere nur mit Beruf oder Verwandtschaftsverhältnis vorgestellt. Fast beiläufig entwickeln sich diese Romanfiguren zu intensiven Persönlichkeiten.

Ein Raunen geht durchs Dorf, als Selma nächtens von dem Erscheinen eines Okapis am Waldrand träumt, denn dies gilt als Zeichen, dass binnen eines Tages ein Dorfbewohner zu Tode kommt.
Doch es sind dieses Mal 29 Stunden, in denen uns die Ich-Erzählerin Luise, Selmas Enkelin, durch die Gemeinschaft führt, Persönlichkeiten und ihre Beziehungen und Geschichten kennenlernen lässt, bis der Schock durchs Dorf eilt und auch den Leser nicht unberührt lässt.

Während das Damoklesschwert des plötzlichen Ableben über dem Ort schwebt, gibt es für die möglicherweise Betroffenen einiges an Aufgeschobenem noch schnell vor Toresschluss zu klären. Kein Wunder, dass nach Ablauf der Frist die Menge der Überlebenden vor der Briefkastenleerung den Postboten bittet, ihre voreilig eingeworfenen Briefe mit Geständnissen, Entscheidungen und Lebensbeichten  wieder herauszufischen.
Ja, da tritt er zutage, der Humor, die Komik, die Skurrilität, die den Roman innig umgibt. Und auch die tiefgründige Wahrheit.

Luise, die Ich-Erzählerin erzählt die Ereignisse im Rückblick. Bei den dramatischen Folgen des Okapitraumes im ersten Teil ist sie noch ein 10jähriges Schulmädchen, im zweiten Teil  Anfang zwanzig und auf dem Weg, eine Buchhändlerin zu werden. Ihre Unbeschwertheit ging ihr verloren, sie gleitet recht haltlos durchs Leben und versucht, Entscheidungen möglichst zu umschiffen. Ihr Lebensmittelpunkt ist noch immer jenes leicht verschrobene Westerwälder Heimatdorf, in dem ihr der Mann ihres Lebens ausgerechnet als buddhistischer Mönch begegnet und gleich wieder Richtung Japan verschwindet.
Im Dorf hängt doch alles immer "wundersam zusammen", da wird auch eine Verbindung nach Japan trotz großer Entfernung gemeistert werden können.

So skurril einem diese Geschichte auch auf den ersten Blick erscheint, erzählt sie doch von menschlichen Grundthemen wie Tod und Trauer, Verlust und Neubeginn, Liebe und der Suche nach dem Sinn des Lebens und dem eigenen Weg.  Tragisches und Komisches gehen Hand in Hand.
Dabei werden scheinbar skurrile und abstruse Begebenheiten zum Alltag,
       
Was mir gefällt sind eben diese herrlichen Metaphern und Bilder. Wer kennt sie nicht, die "Verstocktheit", Sprachlosigkeit und Entscheidungsschwäche, die Luise befällt, wenn es plötzlich um die Liebe geht. Hilfreich zur Seite und nie ersetzt steht ihr da ihr Anrufbeantworter, der als Gesprächsvermeider fungiert.
Der Optiker hingegen lebt eigentlich seine Liebe, kann sie aber nur in kurzen Satzanfängen formulieren, die niedergeschrieben nach Jahrzehnten einen Koffer füllen. Ist er doch derjenige, der allen hilfreich und liebevoll zur Seite steht und handelt, wo andere dazu nicht fähig sind.
Neben allen trottet dann der riesige Hund Alaska, von Luises Vater auf Rat seines Psychiaters als Ausdruck des "eingekapselten Schmerzes" angeschafft, am Ende einem biblischen Alter entgegen.

Es lohnt, sich auf die Bilder, die ganz spezielle Stimmung und die meisterhafte Sprache einzulassen.

Hier gebe ich gern eine Leseempfehlung!

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann. DuMont Buchverlag, 320 Seiten, Juli 2017

Sonntag, 16. Juli 2017

Eye-Poetry # 07 - Die kreative Herausforderung für Juli / August


Wenn ihr gern weiter in der Sommerstimmung schweben möchtet, dürft ihr Euch gern noch kreativ an dem Gedicht von Emily Dickinson versuchen, die Verlinkung der Eye-Poetry # 06 ist noch bis zum 14.August geöffnet. 

Steht Euch der Sinn nach eher experimenteller Lyrik und Konkreter Poesie, dann habt Ihr bestimmt an der neuen Herausforderung Freude.

Die nächste Runde der Eye-Poetry hat nämlich ein Gedicht des österreichischen Lyrikers Ernst Jandl (1925 - 2000) zum Thema. In den 50er und 60er Jahren wurden die Gedichte Jandls als Provokation empfunden: "Verbalkaspar" und "Kulturrowdy" schimpfte man ihn. Doch die Literaturlandschaft der direkten Nachkriegszeit war endlich in Bewegung geraten. Ich durfte seine Gedichte dann schon im Deutschunterricht genießen. Heute ist schon Grundschulkindern "Ottos Mops" bekannt.

Jandl hat schon in jungen Jahren durch seine dichterisch tätige, früh verstorbene Mutter Kontakt mit dem literarischen Schaffensprozess bekommen. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland liest er heimlich mit Gleichgesinnten expressionistische Literatur, hört Jazz und kann sich nationalsozialistischer Indoktrination entziehen. 1943 wird er zur Wehrmacht eingezogen, kommt 1944 an die Front, wo es ihm gelingt mit Kameraden zu amerikanischen Truppen überzulaufen.
Nach dem Krieg studiert er Anglistik und Germanistik, wird Lehrer und wendet sich dem Schreiben zu. 1954 lässt sich Jandl von seiner Frau scheiden und lebt bis zu seinem Tod mit der Schriftstellerin Friederike Mayröcker zusammen.
Das Gedicht "bibliothek" wurde 1978 veröffentlicht und gehört somit zu Jandls Spätwerk.



bibliothek

die vielen buchstaben
die nicht aus ihren wörtern können

die vielen wörter
die nicht aus ihren sätzen können

die vielen sätze
die nicht aus ihren texten können

die vielen texte
die nicht aus ihren büchern können

die vielen bücher
mit dem vielen staub darauf

die gute putzfrau
mit dem staubwedel

ernst jandl



Die Ferienzeit hat begonnen.  Mal schauen, ob ihr es schafft, Buchstaben und Wörter aus der "Bibliothek" zu befreien und sie vielleicht im Sand der Atlantikküste, auf den Wiesen der Schweizer Berge, am  Gate 13  des Flughafens auf dem Weg nach Spanien oder einfach daheim geblieben auf dem sonnigen Balkon neue Wege beschreiten zu lassen.  

Am 15. August werde ich  nachfragen, was Euch an interessanten Ideen in den Sinn gekommen ist. Vom 15. August bis zum 14. September habt Ihr dann wieder Zeit zum Verlinken.

Hier noch einmal die Spielregeln:

Eure Möglichkeiten sind weit gefächert, je größer am Ende die Vielfalt, desto interessanter ist es doch.

* Eye Poetry - was ist damit gemeint?
"Lyrik fürs Auge" -  Literarisches für das Auge umgesetzt.

* Idee:
An jedem 16. eines Monats stelle ich ein Gedicht, ein Zitat oder ein kurzes Stück Prosa vor.
Wir haben einen Monat Zeit,  einen ganz persönlichen kreativen Weg zu finden, den Text für das Auge umzusetzen, zu interpretieren und in eine neue, eigene Form zu gießen.
Die Form ist frei. Möglich sind z.B.

- Foto, Fotoserie
- Darstellung in gemalter, gezeichneter, collagierter, gestempelter ... etc. Form
- künstlerische Installation
- Genähtes, gestricktes, gesticktes, gefilztetes etc. Objekt
- Filmchen
- ...

Es gibt keinen falschen oder richtigen Zugang, sondern nur einen ganz persönlichen.
Es geht nicht um Perfektionismus, sondern um kreatives Schaffen, Spaß, Inspiration.
Jeder wählt die Form, die ihm gerade passend erscheint, an der er Spaß hat, wofür gerade die Zeit übrig ist. Und manchmal ist dann vielleicht auch der Zufall im richtigen Moment zur Stelle.

* Vorstellung
Teilnehmen könnt Ihr mit einem eigenen Blog-Posting. Am 15. des Folgemonats verlinkt Ihr die Darstellung Eurer Ergebnisse auf meinem Blog.
(Am besten, ihr sucht für das Thumbnail-Image, das dann hier auf dem Blog erscheint, Euer Ergebnis aus).
Spannend wäre es, wenn Ihr Eure Idee und den Weg dahin schildern würdet. Am Ende sollte auf jeden Fall das  Objekt / Foto/ Bild/ ... stehen mit dem zugrunde liegenden Zitat.

Bedingung ist nur, dass es keine älteren Beiträge sind und/oder die nicht in Zusammenhang mit unserem Projekt erstellt wurden. (Kommerzielle oder Werbung tragende Links sind unerwünscht, da bitte ich um Euer Verständnis).

Gern dürft Ihr diesen Button mit auf Euren Blog nehmen:


Viel Spaß! Wir treffen uns mit unseren Ergebnissen dann hier am 15. August.

...auch nicht gesund {samstagsplausch}

"Gar nicht krank
ist auch nicht gesund."

Karl Valentin

Landkärtchen-Falter, Wespe und Fliege friedlich vereint 

Es wurde allmählich Zeit, die kleine Blogpause  zu beenden. Gestern bin ich wie versprochen mit der aktuellen Linkparty zur Eye-Poetry # 06 gestartet. Wer Lust verspürt, kann immer noch teilnehmen.

Falls Ihr jetzt auf die neue Eye-Poetry-Challenge wartet, dann müsst Ihr Euch noch ein bisschen gedulden - aber nur bis heute Abend, dann erscheint sie hier auf dem Blog um 18 Uhr.
Ich wollte doch vorher schnell noch zu  Andreas (Karminrot) Samstagsplausch eilen....

GELEGEN: leider zu viel im Krankenhaus, was mein Rücken gleich übel vermerkt hat. Und wenn mal sowieso alles schief läuft, wollte er dann auch mittun, als ich gerade wieder nach Hause durfte.

GENÄHT und GEBASTELT: wurde nichts, denn der Rücken wollte gepflegt werden.

GEHOFFT: hatte ich, dass alles glatt läuft. Aber in diesem Jahr ist einfach der Wurm drin. Wenn es mögliche Komplikationen gibt, vielleicht auch seltene, dann bekomme ich meinen Teil eben ab. (Hallo, Karma, was willst Du mir eigentlich sagen?)


GEERNTET: Chili Pimiento de Padron, um dem Leben noch etwas Würze zu verleihen. In Galicien/Spanien sagt man "os pementos de padrón, uns pican e outros non" (Paprikas aus Padrón, einige scharf, andere nicht). Die erste war jedenfalls sehr scharf, passt ja perfekt...  

GESCHWIEGEN: habe ich in den letzten Tagen viel. Kein Wunder, eines der Stimmbänder ist nach der OP gerade nicht einsatzfähig.

GEWUNDERT: hat sich die Lockenhündin  über meine Stimmveränderung. So recht mag sie sich auch nicht dran gewöhnen. Jaja, ich werde in den nächsten Wochen daran arbeiten...

nach dem großen Regen
GENOSSEN: den Ausblick aus dem Krankenhausfenster, mit Blick über die Stadt, zum See und bis zu den Alpen

GEMOCHT: die Mauersegler, die man von diesem Fenster aus beobachten konnte.

GESCHAFFT: mein Werk für die Eye Poetry # 06 . Eigentlich war es ganz anders geplant, aber ich bin am Ende einfach meinen Inspirationen gefolgt...


GEFREUT: über die feinen Karten und Mails von Birgitt, Nicole, Mano, Ghislana, Eva und Astrid. Ganz lieben Dank für Eure lieben Gedanken!

GELESEN: sehr viel -
Megan Hunter: Vom Ende an,
Natascha Wodin: Sie kam aus Mariupol
Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann (Rezension folgt)
Luise Berg-Ehlers: Berühmte Kinderbuchautorinnen... alle sehr zu empfehlen!
Schön leicht und ablenkend in öden Stunden im Krankenbett war von Sandra Regnier  Das Herz der Lilie, die mir  aber mit dem Ende den ganzen Lesespaß genommen hat.

Bis denne, heute Abend zur Eye-Poetry # 07 !





Freitag, 14. Juli 2017

Eye - Poetry # 06 - Zeigt doch mal her!


Pünktlich zum Eye-Poetry-Termin finde ich mich wieder hier ein. Erinnert Ihr Euch an die Aufgabe?

Emily Dickinson hat mich in den vergangen Wochen begleitet. Nachdem ich begeistert ihre Gedichte, Briefe und Texte über ihre Biographie gelesen hatte, habe ich für Euch als Ergänzung zu dem Eye-Poetry Gedicht noch einen Blogbeitrag über ihr Leben geschrieben: "Ich bin Niemand - Wer bist du?"   

Wenn man sich so sehr in ein Thema vertieft, schwirren einem natürlich eine Menge Ideen zu dem Gedicht durch den Kopf.


Gedicht Nr. 1776

To make a prairie it takes a clover and one bee,
One clover, and a bee.
And revery.
The revery alone will do,
If bees are few.  

Für eine Wiese braucht es Klee und Bienen,
Je eins von ihnen.
Und Träumerei.
Die Träumerei tut's auch allein, 
Bei wenig Bienen.

Emily Dickinson 


Die äußeren Gegebenheiten (Krankenhaus, Komplikationen, Rückenschmerzen) setzten mir dieses Mal Grenzen. Deswegen habe ich mich - trotz der Ideenvielfalt - im Minimalismus versucht. Nein, am Ende passte das Werk nicht in eine Streichholzschachtel, aber in ein selbst gefaltetes Papierschächtelchen, immerhin... Die Falttechnik haben meine Kinder irgendwann aus dem Kindergarten mitgebracht.
Dafür musste ich mich auch nicht für eine einzige Inspiration entscheiden, sondern habe sie alle unterbringen können.

IDEE:
Ganz wenig Klee, eine Spur Biene und ganz viel Träumerei rund um Emily Dickinson (und wie ich sie mir nach all der Lektüre so vorstelle). Sammlung der Inspirationen, was in der Frau im weißen Kleid vor sich ging. Sich einlassen in Emilys (mögliche) Traumwelt

MEDIUM: 
Ich habe mir Anleihen von Susannes (nahtlust/Papierliebe) wunderbaren Minibüchern geholt und einen Leporello nach dem Prinzip des "Single Sheet Book" (Buch aus einer Seite - ca. A4-Format -) gefaltet. Die einzelnen Bilder sind jeweils 7x7 cm groß. In verschiedenen Techniken (Malen, Zeichnen, Mixed Media...) habe ich meine Ideen aufs Papier gebracht. 
Schachtel: der Deckel entstand aus einem meiner Gelidruckpapiere vom Juni. Der innere Teil birgt das Eye-Poetry-Gedicht und eine weiteres ähnlichen Themas. Emily Dickinson pflegte ihre Gedichte auch gern auf Küchen-, Umschlag-, Rest-Papier etc. zu notieren, was sich eben so ergab, wenn sie eine Inspiration hatte. Das Kistchen hätte sie vielleicht auch vollgekritzelt....

Die Schachtel, ca. 7 x 7 cm


Ja, das Büchlein hat auch noch zwei kleine Innentaschen (Klee und Emily schreibend am Fenster), so dass das Fotografieren nicht wirklich einfach ist...


Hier noch mal die Bilder einzeln im Detail. Ja, meist trug sie in späteren Jahren ihr weißes Kleid, aber mit ein bisschen Träumerei... (wer meinen Beitrag über ihre Lebensgeschichte gelesen hat, wird vielleicht manche Zusammenhänge gleich erkennen) ... einer Kleeblüte und einer gezeichneten Biene schwebt sie über die Sommerwiese und nimmt uns mit.




Das sommerliche Wetter hat Euch doch gewiss auch noch mit Ideen versorgt, oder?
Ich bin wieder sehr, sehr neugierig und gespannt, wie vielfältig Ihr das Gedicht von Emily Dickinson umgesetzt habt.

Falls Ihr Probleme beim Verlinken haben solltet, schreibt bitte den Link in Euren Kommentar, so dass ich versuchen kann, hilfreich einzugreifen.

Zusätzlich werde ich hier noch einmal die TeilnehmerInnen mit Namen und gleichzeitiger Verlinkung zum Anklicken aufführen. 

Ich freue mich über Eure Verlinkung: (bitte beachten - der jüngste Beitrag wird immer zuoberst aufgeführt) : 

Montag, 3. Juli 2017

Im Juli macht Frau Holunder eine...


Wir sehen uns irgendwann in der zweiten Juliwoche hoffentlich wieder, spätestens zur Eye-Poetry-Linkparty am 15. Juli.
Genießt die schönen Tage!







Samstag, 1. Juli 2017

Gülden **** {samstagsplausch}


Fasst die Flügel des Vogels in Gold,
und er wird sich nie wieder in die Lüfte erheben.

Rabindranath Tagore


GESCHWUNGEN: hat sich der unvergoldete Rabe vorgestern in den Abendhimmel, der sich in seiner Farbigkeit laufend veränderte

GEFRAGT: ob dieser Blick nicht ein feiner 12tel-Blick für das nächste Jahr wäre. Auf jeden Fall ist er wieder ein samstäglicher Himmelsblick, auch wenn Katja diese nicht mehr regelmäßig sammelt.

Echtes Tausendgüldenkraut 
GEJUCHZT: beim Anblick einer sooo großen Fläche am Waldrand voller Tausendgüldenkraut

Seit ich vor wenigen Jahren zum ersten Mal das Tausendgüldenkraut an einer abgelegenen, sonnigen Waldrandstelle gefunden habe, halte ich jeden Sommer Ausschau danach. So zart, fein und wunderschön!
 Der Name beruht eigentlich auf einer Fehlübersetzung der lateinischen Bezeichnung "Centaurium erythraea", die sich nicht aus dem lateinischen 'centum aurei' (100 Gulden, aus denen dann im Mittelalter  inflationär 1000 wurden...), sondern vom griechischen 'kentaúrion' herleitet. Der mythische Zentaur Chiron soll nämlich eitrige Wunden an seinen Pferdebeinen mit diesem Kraut geheilt haben. Auf jeden Fall wird es seit dem Altertum als Heilpflanze gegen unterschiedliche Leiden geschätzt.
Der Volksmund kennt je nach Region und Zeit die Pflanze unter unterschiedlichsten Namen, die auch das Einsatzgebiet offenbaren... (z.B. Fieberkraut, Bitterkraut, Aurinie, Wundkraut).
Da man es nur noch sehr selten findet, steht es unter besonderem Naturschutz. Die sternförmigen, rosafarbenen Blüten öffnen sich nur bei Sonne und mindestens 20 Grad, sind also echte Lichtpflanzen.
Diese schlichte rosa Schönheit bezaubert mich jedes Mal aufs Neue. Nicht nur mich - auch Schmetterlinge werden von ihr angezogen.
Habt Ihr sie schon mal gesehen?



Tausendgüldenfeld umrahmt von breiter Brennnesselbarriere

GENERVT: nach über zwei Wochen musste mein Wespenstich tatsächlich noch einmal Ärger machen. Vielleicht gehören Wespen doch eher zu den Insekten, die ich nicht ganz so sehr schätze.

GEMERKT: eine meiner Peperonipflanzen ('Padron') trägt schon einige Früchte. Die zweite Pflanze noch nicht, aber das ist auch die scharfe Sorte ("nichts für Feiglinge"), die ich aus Versehen mitgenommen hatte (für den Fall, dass ich mal Feuer speien möchte...).

GENOSSEN: die Abkühlung... Über 25 Grad brauche ich nicht wirklich.

Schwebfliege besucht Wegwarte

GESTAUNT: das Paket in die USA war innerhalb von vier Tagen angekommen!! Klar, von der Schweiz aus.... Schneller als so manche Büchersendung oder Päckchen innerhalb Deutschlands.

GEKAUFT: bei Nähconnection ein Bündel feiner Ebooks mit Kleiderschnitten für die Lockenmädchen. Von der Sommerkollektion-Sammlung des Vorjahres war ich total begeistert.


C-Falter auf Farn, habe ich zum ersten Mal gesehen

GELESEN: "Wilde Nächte. Ein Leben in Briefen" von Emily Dickinson

GECLICKT: Eher durch Zufall ein Theaterstück über Emily Dickinson "The Belle of Amherst" mit Julie Harris. Nachdem ich mich mit ihrer Biographie, den Gedichten und Briefen beschäftigt hatte, passte das Stück perfekt. Die schauspielerische Leistung in dem von Julie Harris war echt beeindruckend.

Ob es eine Biene ist, die sich in der Ackerwinde windet?

GEFÜRCHTET: vor der Op.

GEPACKT: Krankenhaustasche. Habt Ihr da einen Geheimtipp, was unbedingt noch rein sollte (außer Kleidung, Toilettenartikel und Literatur)?

GEPLANT: eine kleine Blogpause. Wenn alles glatt läuft, melde ich mich in einer Woche wieder.
Ihr dürft gerne die Daumen drücken.



Jetzt werde ich mal versuchen, mein Wochenende zu genießen und mich abzulenken.
Da fange ich nachher, wenn ich vom Wochenmarkt heimkehre, gleich mal bei der Samstagsplausch-Runde an.



Freitag, 30. Juni 2017

12tel-Blick(e) im Juni

Der Juni brachte rasch sehr sommerliche Temperaturen mit sich. So schnell wollte ich es doch noch gar nicht sooo warm haben!
Mal schauen, was sich bei meinen allmonatlichen Fotostandorten getan hat.

Zum Fotografieren am See habe ich gleich drei Anläufe genommen. Beim ersten Termin, spätnachmittags an einem Wochenende, habe ich ein großes Event übersehen, das dort stattfand, der halbe Ort war in Seenähe zugeparkt. Nein, das macht keinen Spaß. Der zweite Abendbesuch scheiterte an meiner Kamerabatterie, nach dem Seeuferfoto gab sie auf... Nun denn, dafür dürft ihr wieder in der noch angenehmen frischen Morgenluft an den See.

 Am See, 19. Juni, ca. 8.50 Uhr
sonnig und schon warm 


Als Zugabe gehen wir 100 m weiter geradeaus und können diesen Blick auf den See genießen, einmal am Morgen und das andere Mal am Abend um 20.20 Uhr


Der Juni gehört für mich noch zu den Monaten, in denen sich noch viel ändert. Statischer sind da eher die kommenden Sommermonate. Anhand der beiden nächsten Fotostandorte, die ich zweimal besuchte, könnt ihr das gut sehen.


Schlösschenblick am 18. Juni, 16.40 Uhr
sonnig und ca. 30 Grad warm



Anfang Juni wurde die Wiese gemäht, das Getreide ist noch grün, am 18. Juni saust der Mopedfahrer wieder durch grüne Wiesen dem fast reifen Getreide entgegen.


Ähnlich sieht es in den Streuobstwiesen zwischen den Felder aus.


Streuobstwiesen, 21. Juni, 20.20 Uhr
sonnig, allmählich lässt die Tageshitze nach


Nein, es ist nicht nur die Abendsonne, die dem Getreide einen goldenen Schimmer verleiht.

Als Zugabe noch zwei Detailfotos. Hinter den Obstbäumen erstreckt sich ein Feld, das gerade Luzerne trägt. Da knattert gerade auch eine Reihe alter Traktoren entlang, die wohl zu einer kleinen Ausstellung fahren. Heute präsentieren sich meine Fotostandorte wirklich sehr ländlich-idyllisch...



Das Jahr ist schon zur Hälfte herum. Die 12tel-Blicke zeigen sich in der vollsten Pracht.

Wird es nun im Juli noch heißer und trockener? Ich bin gespannt.


Am 30. jedes Monats bietet Tabea  auf ihrem Blog eine Plattform für alle Teilnehmerinnen dieses feinen Fotoprojektes. Danke, Tabea!