Samstag, 31. Dezember 2016

Bitte ein Licht leuchten lassen!


"Aber glaubt mir, dass man Glück und Zuversicht selbst in Zeiten der Dunkelheit zu finden vermag,
Man darf nur nicht vergessen, ein Licht leuchten zu lassen."

Albus Dumbledore 
(in J.K. Rowling: Harry Potter und der Gefangene von Askaban) 


Fast schon wie ein vorgezogener Jahreswechsel mutete mir der Moment dieses Morgens an. Was hat dieser Vorbote anzukündigen, der dort um die Ecke biegt?
Kein versichernder Rückblick, keine Mutmaßungen über das Kommende, einfach nur Wahrnehmen und neugierig um die Ecke blicken.


So halte ich es auch heute.
Fünf Jahre führe ich nun schon diesen Blog, vieles hat sich in dieser Zeit im Bloggerland getan. Blogs, die ich früher gern las, kommen mir heute kommerzialisiert und unpersönlich vor. Alles strebt zu größerer Perfektion, Format, Bild, Design.
Noch bin ich mir etwas unsicher, wie ich meinen Blog weiterführen möchte. Deshalb gönne ich mir eine kleine kreative Verschnaufpause, zum Sammeln von Inspirationen, Entwirren technischer Anleitungen, Verarbeiten schlimmer Verzweiflungsattacken nach misslungenen Umformatierungen und einfach mal Ausleben analoger kreativer Ideen.
Natürlich schaue ich weiterhin bei Euren Blogs vorbei.  

Danke, für Eure Besuche und lieben Kommentare hier auf meinem Blog.
Passt gut auf Euch auf und haltet Euch warm!
Bis demnächst!


 

Mittwoch, 28. Dezember 2016

12tel-Blick im Dezember

Es ist Zeit, Abschied vom Obermarkt in Konstanz zu nehmen. Mit der alten Malhaus-Apotheke im Rücken blickte ich 2016 allmonatlich einmal auf die Linde. Nun schauen wir heute mal von der anderen Seite, Änderungen des Standpunktes können ja durchaus erfrischend sein.

Am 24.12. , vormittags  ist die Altstadt für einen Samstag recht leer. Die Geschäfte werden kurz nach dem Mittag schließen, so dass sich für Schweizer Einkaufskunden eine weitere Anreise nicht lohnt.
Wer jetzt noch rasch fehlende Geschenke finden muss, kann entspannt stöbern. Heute ist man unter sich.


Die Post bemüht sich, noch ein paar Pakete vor den Feiertagen auszuliefern und rollt mir trotzig aufs Bild. Es scheint sich um eine Menge von Zustellungen zu handeln, so dass ich am Ende resigniere. Ja, das ist halt eben das Dezemberbild, mal wieder mit einem gelben Farbklecks.



Samstag, 24.12.2016, 11.16 Uhr
7 Grad, mild, grau


Eigentlich hätte ich ja schon am 12. Dezember ein Monatsfoto aufnehmen wollen, mit einer Weihnachtsbude unter der Linde wäre es bestimmt sehr stimmungsvoll geworden. Nur war mein Fotostandort ständig von hohen Lieferfahrzeugen zugestellt.
Eine Erkenntnis dieses Jahres: ich bin meistens am Vormittag in der Stadt unterwegs, die Lieferfahrzeuge auch...  Nachmittags sind Stadt und Parkhäuser vollgestopft, die Läden profitieren vom Schweizer Einkaufstourismus, die Einwohner leiden, weichen aus, kaufen im Internet...


Nach einem Jahr mit dem 12tel-Fotoblick  in der Stadt zieht es mich wieder ganz stark hinaus aus den Stadtmauern. 
Vielleicht treibt Euch Zufall oder Reiselust mal im neuen Jahr nach Konstanz, dann könnt ihr auf der Bank unter der Linde Platz nehmen und Euch wie zuhause fühlen, kennt Ihr den Ort doch schon einmal durchs ganze Jahr hindurch.


Ein herzliches Dankeschön für dieses tolle Fotoprojekt geht an Tabea, die all den begeisterten TeilnehmerInnen am 30. jedes Monats eine Plattform für ihre Monatsbilder auf ihrem Blog bietet.
Wir würden uns bestimmt alle freuen, wenn es auch 2017 eine Fortsetzung geben wird.


Samstag, 24. Dezember 2016

Licht in die Finsternis tragen

"Weihnachten ist kein Zeitpunkt und keine Jahreszeit,
sondern eine Gefühlslage.
Frieden und Wohlwollen in seinem Herzen zu halten,
freigiebig mit Barmherzigkeit zu sein, 
das heißt, den wahren Geist von Weihnachten
in sich zu tragen."

Calvin Coolidge (30. Präsident der USA)

Ich hoffe, ihr vermisst jetzt hier nicht Fotos meiner weihnachtlichen Dekoration, Bastelideen für Last-Minute-Geschenke  oder gar köstliche Stollenrezepte (für die wäre es jetzt eh viel zu spät). Falls ihr da noch Tipps braucht, findet Ihr sie reichlich in der Bloggerwelt.
Natürlich habe ich Feines aus der Weihnachtskiste ausgewählt, nicht viel, eher was mir sehr am Herzen liegt, mit dem Erinnerungen verbunden sind.

Angesichts der Stürme, die über die Länder toben, zieht es mich eher in die Natur, um in eine weihnachtliche Stimmung zu gelangen.
Weder helfen Schnee und Eis mit, noch hebt die Sonne hier am See die Laune. Grau und feucht ist's meist in den letzten Tagen gewesen.
Aber friedlich.


Ein ganz buntes unterschiedliches, aber einträchtiges Zusammensein am Ufer.
Wäre doch schön, wenn wir Menschen das auch mal auf die Reihe bekommen könnten.


Und zusammen schauen ein (ruhiger, entspannter, fern vom Jagdmodus befindlicher) Lockenhund und ich da oben ins Geäst und beobachten ein Eichhörnchen.


Durchlüftet und froh kehren wir heim. Jetzt kann Weihnachten kommen. Die Farben werden ausgerollt, Musik ertönt, im Kamin knistert es, am Baum werden echte Kerzen - wie immer - gewagt.

In den nächsten Wochen möchte ich ein bisschen am Blog herum basteln, deshalb wird es ein bisschen stiller.

Ein friedliches, fröhliches, buntes und heiteres Weihnachtsfest Euch allen!
Und ein frohes Chanukka-Fest!
Weihnachten und das jüdische Chanukka fallen in diesem Jahr zusammen. Viele Lichter werden entzündet:
Auf dass das Licht die Finsternis vertreibt.

Sonntag, 18. Dezember 2016

Sonntagssplitter # 45

"Wer glaubt, ein Christ zu sein, 
weil er die Kirche besucht,
irrt sich.
Man wird ja auch kein Auto,
wenn man in eine Garage geht."

Albert Schweitzer 


Gescheitert: dabei, den voll besetzten Krähenbaum zu fotografieren. Die Krähen haben mich beim Anschleichen bemerkt und sind davon geflogen, bis auf ein paar Oberschlaue und Kühne...

Gemocht: Raben- und Krähenvögel

Geplant: den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Der Hund mit juckender Wunde hat es verhindert
Geschoben: das Vorhaben auf die kommende Woche, letzte Chance...


Gehofft: auf frostiges Winterwetter, das uns aber nur einen Morgen lang zuteil wurde.

Gefunden: endlich alle Weihnachtsgeschenke und
Geschickt: fast alle Weihnachtspakete

Gefahren: zur Tierärztin


Gefreut: über nette Weihnachtskarten kreativer Bloggerinnen

Geärgert: dass mir gerade überhaupt nichts Kreatives zu Gestaltung von Weihnachtskarten einfällt


Genäht: Geschenke und Probeversionen derselben, noch bleibt ja eine knappe Woche Zeit, allerdings hemmen diese "Frickeleien" an der Nähmaschine weitere kreative Ideen (s.o.)

Gewünscht: Mal in eine Zeitmaschine zu steigen und einen Tag im Konstanz von früher zu verleben

Gekauft: Amaryllis, sowohl für die Vase, als auch für den Topf


Gelacht: über die Räuchermännchen- und Nussknackerbrigade im Schaufenster eines Altstadtlädchens. Die Schar der Gestrandeten...

Gekramt: in der Weihnachtskiste und die weitervererbten Räuchermännchen wiederbelebt.
Gewundert: dass in dem Kistchen mit den Räucherkegeln etwas lange Jahre Vermisstes lag (was dort absolut nicht hineingehörte)
Gemerkt: beim Entzünden des Rauchkegels, dass ich den Rauch der Räuchermännchen immernoch nicht vertrage... (Kopfweh!)


Gesagt. Jungs, ihr werdet wohl doch Nichtraucher werden müssen. Meine Räucherkerzenzeit ist seit dem Studium vorbei, und Räucherkegel ertrage ich auch nur bei offenem Fenster.

Gefragt: Oberschlauer Lehrer Lämpel und Räuchertürke... Ist das noch "Political correctness"?


Gefunden: einen spannenden Link über Tanz und Malerei, sehenswert! Amazing!



verlinkt bei Lottas Aktion "Bunt ist die Welt",  Auf ihrem Programm steht heute weihnachtliches Rauchwerk.

Samstag, 17. Dezember 2016

Postfaktische Himmelswahrnehmung

"Nicht Tatsachen, sondern Meinungen über Tatsachen
bestimmen das Zusammenleben."

Epiktet (55 - 135 n.Chr.)


Gefühlt sah die ganze vergangene Woche so aus. Jeden Tag, von morgens bis abends. Grau, grau, grau, hellgrau, mittelgrau, dunkelgrau, steingrau, nebelgrau halt.
Himmel? Da gab es keinen Himmel, nirgends.


Wie gut, dass meine Kamera meine Wahrnehmung korrigiert. Und dass ich ihr Glauben schenke...


Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich ja den Frostmorgen des Sonntags gleich für mehrere Tage abonniert, so schön war er. Leider nur für ein paar Stunden, dann war wieder alles grau, ständig grau.


Nein, doch nicht. Da gab es doch ganz zauberhafte, abendliche Stimmungen, die kamen doch kaum aus dem Nichts.
Aber  .stiegen da nicht schon wieder graue Schleier aus dem feuchten Grund?


Ganz richtig. Und diese wurden dann von der Abendsonne in Szene gesetzt.


Ich gebe es zu. Die Kamera trage ich in meiner Jackentasche, um sie dann zu benutzen, wenn es ausnahmsweise einmal NICHT grau ist, dort wo es sonst IMMER grau ist. So wird es sein.


Oder auch nicht.

verlinkt bei Katjas Aktion "In Heaven" 

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Spunk

Knalltüte, Hooligan, Schwarzer Peter, Wollpo, Schäfchen, Locke, Jagdschaf,...
Spitznamen  hat sie viele im Laufe der letzten 8 Jahre gesammelt.


Ein Hund mit zwei Gesichtern - im Wald zeigen sich die hervorragenden Jagdhundegene (alter finnischer und englischer Jagdhundadel) und die Eignung zum Beschützer (hoffe ich zumindest: ich hab alleine Angst im Wald, Rotkäppchen-Feeling).
Der große schwarze Hund mit dem scharfen Blick und der exzellenten Suchnase.


Dann gibt es aber auch den lockigen Hund, der so gern von allen gestreichelt werden will, dies auch nachdrücklich fordern kann (Spätfolgen der früheren Therapiehundeausbildung) und gern Kontakte zu Zweibeinern knüpft, die dann fragen, ob ein Pudel drin stecke. Oder es sich gar um einen Labradoodle handelt (Mischling aus Labrador Retriever und Pudel). "Gell, der haart nicht!?" - "Wie ein Persianer!" - "Dem haben Sie Lockenwickler reingedreht..." - "Ein Schaf!!" - "Endlich mal ein Pudel mit einer tollen Schur!" - ....- ... - ....
Es ist immer sehr kurzweilig mit dem Lockenhund durch die Stadt zu laufen...

Nein, es gibt durchaus echte Retriever mit Locken, den Curly Coated Retriever. Haaren kann der Hund auch, ziemlich heftig zweimal im Jahr und sieht hinterher aus wie ein alter Teppich. Aber nachher wächst der Persianermantel wieder, der nicht geschoren werden muss.
Und Angst muss man vor der Knalltüte auch nicht haben.


Happy Birthday, Scarlett!

Montag, 12. Dezember 2016

12 von 12 im Dezember

Das letzte Mal in diesem Jahr schaue ich zurück auf meinen zwölften Tag des Monats.


1 Das Törchen an meinem finnischen Adventskalender öffnen (und wissen, dass auch die beiden Lockenmädchen in den Staaten dies 6 Stunden später so tun werden)
2 Der Hund muss mit Herrchen frühmorgens die Hunderunde absolvieren, denn ich muss in die Stadt zum Arzttermin, schön beleuchtet ist es hier.
3 Auch an meinem 12tel-Blick-Standort hat sich einiges getan
4 Nach dem Arzttermin bleibt noch Zeit für zwei kleine Besorgungen und rasche Blicke in weihnachtlich geschmückte Schaufenster.


5 Schnell über die Grenze zum Tanken und zur Unterstützung der Schweizer Wirtschaft (die Schweizer sind derweil in Konstanz beim Shoppen)
6 Der Lockenhund hat am 14. Dezember Geburtstag. Rasch eine Überraschung im Zoogeschäft aussuchen (es wird eine ganz kleine Quietscheente)
7 Daheim schnell ein Mittagessen bereitet, auch das Vogelhäuschen muss noch bestückt werden.
8 Eine Stunde Skypen mit Vermont/ USA, dort sitzt man beim Frühstück, es schneit ununterbrochen, die Schule fällt wegen der schlimmen Straßenverhältnisse aus. Foto im blauen Morgenlicht... (Klein F. hat offenbar das Dreirad draußen stehen lassen...)


9 Ups, schnell raus mit dem Hund, noch ein paar Sonnenstrahlen einfangen.
10 Der arme Hund muss durch Nasenarbeit seine Futterration aufstocken.
11 Untergehende Sonne und Bodennebel zaubern Stimmungen
12 Daheim wartet der Sauerteig, nach dem Abendessen werde ich Dinkelsauerteigbrötchen backen.

Und wie war's bei Euch? Schaut nach bei Caro!!  

Sonntag, 11. Dezember 2016

Sonntagssplitter # 44

"Melancholy were the sound on a winter's night."
(Melancholisch waren die Geräusche in einer Winternacht.)

Virginia Woolf (in Jacob's Room



Ich könnte mir eine feine Adventsstimmung mit wirbelnden Schneeflocken, eisigem Wind und blauem Dezemberhimmel vorstellen. Allerdings kenne ich diese aus unseren Breiten so gut wie gar nicht.
Aber was ich gerade in den letzten Tagen in der Natur erlebe, ist nicht minder zauberhaft und gelegentlich auch mal mit kalten Wind verbunden. Ein bisschen scheint ein Elfenhauch auf allem zu ruhen.
Das leichte Zwielicht, die Baumgestalten im dicken Efeugewand, die sich über den schmalen Weg am Hang legen, lassen einen gern träumen.


An den Samenständen scheinen im Nebelniesel Perlenketten nächtlicher Tänzerinnen hängen geblieben zu sein.


Man kann es dem beharrlichen Nebel überlassen, sich schwer aufs Gemüt zu legen, man hat aber ebenso die Möglichkeit, sich seinem Zauber zu öffnen.


Welche zarte Garne wurden dort aus feinen Gewändern gerissen und erstarrten in der Morgenkälte?


Die Mispel,  fast vergessen, hat die ersten Fröste erlebt und wartet geduldig auf die Ernte.



Über den Netzen, die die Stiefmütterchen vor Schnee schützen sollen, erhebt sich eine zarte Blüte, und eigentlich braucht es gar nicht viel Fantasie, sich ein wirbelndes Ballkleid vorzustellen...



Wenn man aus der Natur heim kehrt, kommt einem der adventliche Schmuck fast schon ein bisschen grell  und derb vor.
Deshalb haben wir in diesem Jahr nur weiße Kerzen zum Advent und vornehmlich Zartes in Farbe und Form.

Ja, daheim liegt die Zeitung mit besorgniserregenden Nachrichten auf dem Tisch. Aber ein-, zweimal am Tag sollte man abtauchen dürfen und seine Gedankenwelt durchpusten und reinigen lassen.

Einen schönen dritten Advent! (Schon der dritte?? Kann nicht sein?!)

verlinkt bei Lottas Aktion "Bunt ist die Welt", sie ist heute der Adventsstimmung auf der Spur.




Samstag, 10. Dezember 2016

Mit dem Hund am Himmel unterwegs


"Graue Himmel sind nur vorbeiziehende Wolken."

Duke Ellington

Bei der Wahl der morgendlichen Runde mit dem Hund lasse ich mich meist von meiner Stimmung und dem Wetter leiten. Am Donnerstagmorgen wollte ich der Eintönigkeit des Graus auf einer freien, abwechslungsreichen, lichten Runde entfliehen. Eigentlich hat man dort auch teilweise eine schöne Fernsicht, außer halt wenn es neblig ist... Auf einer Anhöhe sah ich eine sportive Walkerin verharren und intensiv Dehnungsübungen machen. Als ich sie erreichte, lachten wir uns an. Gut gewählt war die Stelle, denn man konnte gut sehen, dass sich der Nebel zu heben schien.
Einig waren wir uns darin, dass es herrlich anzuschauen, aber von diesem Ort nicht gut zu fotografieren wäre. Schade. Naja, also haben der Lockenhund und ich uns wieder Richtung der eher für Hundeaugen und -nase interessanten Schafen begeben.
Trotzdem ließ mich die Stimmung nicht los.        


Auf der kurzen Fahrt heimwärts bog ich dann rasch Richtung See ein,  stellte das Auto ab und lief zum Ufer. Gerade im richtigen Moment. Als würde eine dicke graue Wolldecke von der Insel Reichenau gezogen.
Die Lichtverhältnisse wechselten von Minute zu Minute.


Am Abend hatte auch die Sonne ihre Hunde dabei. "Sun dogs", so nennt man im Englischen die Nebensonnen...


Gestern musste man am See einfach Glück haben. Wir sind für die Abendrunde in die richtige Richtung gefahren und konnten Himmels- und Seeaquarelle bestaunen. Auf der Rückfahrt (15 Minuten) durchquerten wir dichte Nebelsuppen.



Wenn man einen Hund hat, muss man bei jedem Wetter raus. - Was für ein Glück...

verlinkt bei Katjas "In heaven" - Himmelssammlung

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Trostkuchen {Rezept}


Irgendwie fühlte ich mich trostbedürftig. Über dem See hängt beharrlich und stabil ein dickes fieses Dauergrau, im Wald ist es deshalb noch finsterer als sonst. Das Wissen, dass in höheren Regionen der Himmel blau ist, macht das Grau nur noch dichter...
Zudem habe ich mich freiwillig einem 4-6 wöchigen Verzicht auf bestimmte Lebensmittel unterworfen, um herauszufinden, was mir neben der Laktose sonst noch Bauchschmerzen bereitet. Ausgerechnet in der besten Süßigkeiten- und Plätzchenzeit.
Tja, selber Schuld...


Kann man denn irgendetwas Leckeres, Süßes, Tröstendes, Serotoninhaltiges, Schokoladiges backen, das ohne Getreide auskommt? Und mir kein Bauchweh, sondern Glücksgefühle beschert?
Doch, das gibt es!


Gut, dass wir im letzten Monat so viele Maroni (Esskastanien) gesammelt haben. Aber momentan bekommt man sie auch noch frisch oder gegart und eingeschweißt im Supermarkt (in der Schweiz auch noch tiefgekühlt). Die ersetzen uns nämlich jetzt das Mehl, aber ohne irgendwie im Kuchen vorzuschmecken.

100 g Zartbitterschokolade (70% Kakaoanteil oder mehr)
100 g Butter (weich)
120 g Rohrohrzucker
4 Eier (Eiweiß und Eigelb trennen)
200 g Maronipüree/ Esskastanienpüree (entweder fertig kaufen, vorgegarte Maroni pürieren oder Maroni schälen, kochen und pürieren) ich habe etwas Ahornsirup und Wasser dazugegeben
125 g gemahlene Haselnüsse
1 Teelöffel Backpulver
1 Prise Salz

Zubereitung:
1, Den Backofen auf 185 Grad vorheizen.

2, Die Schokolade in Stücke brechen und über dem Wasserbad schmelzen lassen.

3, Maroni zubereiten und pürieren (Letzteres muss ich noch ein bisschen perfektionieren)

4. Butter und Zucker in einer Schüssel mit der Küchenmaschine verrühren. Dann während des Rührens einzeln die Eigelbe nach und nach dazu geben  bis eine gleichmäßige Masse entstanden ist.

5. Maronipüree, Haselnüsse, Backpulver und die geschmolzene Schokolade unterrühren.

6. In einer anderen Schüssel die Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen. Danach vorsichtig unter den Teig ziehen.

7. Eine Kastenform (ca. 30 cm lang) gut einfetten, den Teig einfüllen, glattstreichen und im Backofen 45 - 55 Minuten backen lassen. Mit einem Holzstäbchen eine Garprobe machen. Danach auskühlen lassen.


Ja, da fehlt schon ein Stück vom Kuchen. Das ist ja das Problem, er schrumpft ständig. Ich weiß auch nicht wie das kommt.  Wie gut, dass der schokoladige Trostkuchen leicht und schnell zu backen ist.

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