Sonntag, 30. Oktober 2016

Erinnerung ***

"Viele, die ihr ganzes Leben der Liebe widmen, 
können uns weniger über sie sagen,
als ein Kind, 
das gestern seinen Hund verloren hat."

Thornton Wilder 


Ashley 25.05.2003 - 30.10.2015

Ein Jahr sind wir nun schon ohne unseren liebenswerten braunen Seelenhund... Exakt einen Monat später folgte ihr der allerbeste Hundekumpel über die Regenbogenbrücke. Damit war das Dreamteam wieder komplett. (Und der Lockenhund blieb allein und tieftraurig zurück...).

Im Hundehimmel gibt es Seen zum Schwimmen und Wiesen zum Wälzen (bestimmt mit den unterschiedlichsten Gerüchen zum Parfümieren, da sich endlich keine Menschennase mehr drum schert), endlose Haine von Apfelbäumen, unter denen immerwährend Fallobst liegt, und stets harrt am Durchgang zum Menschenhimmel schon eine Schlange von Engeln aus, voller Hoffnung, Bälle über die Wolken werfen zu dürfen, damit die Hunde sie apportieren können.
Und vermutlich spielen Hasen und Hunde endlich ungestört Fangen, immer abwechselnd...


Freitag, 28. Oktober 2016

12tel-Blick im Oktober

So, nun ist auch an meinem Fotostandort, an dem ich einmal pro Monat mein 12tel-Blick-Bild aufnehme, Herbst geworden. Das letzte Viertel ist hiermit eingeläutet.
Das Laub beginnt sich allmählich zu färben und auch die Menschen kleiden sich anders, als auf dem Septemberfoto. An diesem Oktobermorgen ließ sich niemand dazu verlocken, auf der Bank unter der Linde Platz zu nehmen, obwohl die Stadt gut besucht war.

Seit vier Monaten ist nun das Durchfahrt-Verbotsschild blau verhüllt. Der morgendliche Lieferverkehr muss diesen Teil der Fußgängerzone als Abfahrtsweg wählen, da sich links von mir, in der Verlängerung der Gasse, eine Baumaßnahme befindet. Eigentlich wäre dies der kürzeste Weg zur Laube.


 Freitag, 14. Oktober, 11.07 Uhr
 ca. 9 Grad, grau und kühl


Wie unterschiedlich doch die Farben der Gebäude erscheinen, je nachdem, wie viel Licht auf den Platz fällt.


Erwähnte ich nicht vorhin die Laube? Diese breite ca. ein Kilometer lange Straße, Obere- und Untere Laube, verläuft  dort, wo sich früher die Stadtmauer und der Stadtgraben befanden. Um 1830 wurde die Stadtmauer abgebrochen, mit dem Abbruchmaterial füllte man den Stadtgraben auf. So entstand der Raum für eine Allee.

Die Laube ist heute der westliche Teil der Ringstraße, die sich um die Konstanzer Altstadt legt. Vierspurig mit Baumgürtel in der Mitte, vielbefahren, laut.

Seit 1990 kann man hier durch den über acht Meter hohen "Laubebrunnen" bzw. den "Konstanzer Triumphbogen" schreiten.
Vier Brunnenbecken und die Bogenelemente sind hier zu Einem verflochten und leiten vom "Paradies" über die Allee hinüber zu einem der früheren Stadttore der Altstadt.
Geschaffen wurde das Kunstwerk vom Bildhauer Peter Lenk, von dem z.B. auch die Figur der Imperia stammt, die im Konstanzer Hafenareal an prominenter Stelle steht.


So umstritten anfangs die Imperia-Figur war (und mittlerweile eines der Wahrzeichen von Konstanz geworden ist), so schlugen auch die Wellen angesichts dieses Brunnens damals hoch. Zum großen Teil wurde dieser von Spenden finanziert und strotzt nur so Ironie.
Am augenfälligsten ist wohl die Parodie auf den Autoverkehr und seine Teilnehmer.


Hier kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen in mitten von prallen, nackten Schönheiten, alten (fülligen) Männern im und über dem Brunnen, Fabelwesen, autofahrenden Babys und Rockern, abgasfürchtenden Engeln, etc. Es gibt einiges zu entdecken, vieles zu deuten...
Gell, einige von Euch haben bestimmt die beiden badenden Herren vom letzten Sonntag wiedererkannt, oder?


Ursprünglich standen auf der Laube Kastanien, die im Laufe der Zeit zum großen Teil durch Platanen ersetzt worden sind.

Es gab Zeiten, als hier auf der Laube noch ein Wochenmarkt stattfand, heutzutage wird er beim großen Konstanzer Flohmarkt einmal im Jahr komplett für den Verkehr gesperrt und für eine Nacht und einen Tag zur Bummelmeile.
Aber eigentlich liegt er brach und schreit nach mehr Aufmerksamkeit und Nutzung, mehr Kunst.


Das Fotoprojekt 12tel-Blick wird von Tabea betreut. An jedem 30. im Monat bietet sie auf ihrem Blog Raum für die Fotostandorte aller TeilnehmerInnen.



Sonntag, 23. Oktober 2016

Sonntagssplitter #38

"Eine kleine Reise ist genug,
um uns und die Welt zu erneuern."

Marcel Proust


Geplant: ein paar Blogbeiträge, damit es hier in den nächsten Tagen nicht so still sein wird. Dann erfahrt Ihr auch, was es mit diesen beiden badenden Herren auf sich hat...

Geschickt: zweites Herbstpaket in die Staaten

Genäht: noch nichts, Kinderwollpullover nur zugeschnitten

Getrunken: Matchatee und Seccito

Gekocht: Ofenkürbis und -herbstgemüse als Salat

Gesammelt: Esskastanien und Walnüsse

Genossen: Herbstfarben und Sonnenschein

Gewagt: Account bei Instagram

Genervt: über Regenschauer auf der Hunderunde

Gelesen: Reiseliteratur

Gekramt: nach schon weggepackten T-Shirts

Gestaunt: über immer bessere werdende Wetterdaten am Urlaubsort

Gepackt: Koffer und Rucksack, Futterkiste für den armen Hund, der derweil "Urlaub" in der Schweiz machen wird

Gehört: Fado als Einstimmung

Gefreut: nächste Woche endlich wieder dort zu sein



"Man kann die Welt nur von zwei Orten aus betrachten,
vom Himalaya und vom Chiado."

Abilio Manuel Guerra Junqueira

#Lissabon

Samstag, 22. Oktober 2016

Etwas Altes, etwas Neues...

Meine samstäglichen Himmelsblicke liegen mir am Herzen, von denen mag ich mich nicht trennen.
Mag sein, dass es daran liegt, dass sie gerade am See bei fast jedem Wetter spannend sind.

Wie zum Beispiel an diesen beiden Morgen in dieser Woche. Beim ersten Foto blickt ihr auf die Allee zur Insel Reichenau und weiter Richtung Konstanz, beim zweiten auf den Obersee hinaus.



Immer wieder gibt es Witziges, wie den Mond, der am Rand des Palmenhauses entlang rollt oder bunte Flugobjekte, die am herbstlichen Himmel lustige Akzente setzen.




Ab heute gibt es auch etwas Neues in der Sidebar, "Andrea Holunder" treibt sich jetzt auch ab und an bei Instagram herum (zunächst noch spärlich, nächste Woche mehr...).

verlinkt bei Katjas samstäglicher Himmelssammlung

Freitag, 21. Oktober 2016

Schnell raus, den Herbst genießen!

Nachdem ich mir in den letzten Tagen die Taschen unterwegs voller Walnüsse und Esskastanien gestopft habe, da man aller Orten drüber stolperte, und im Haus jetzt endgültig alles mit Körben zum Trocken der Beute belegt ist, schone ich Rücken und Augen auf den herbstlichen Hunderunden.
Heute gehen wir einfach nur so spazieren, lustwandeln auf den Wegen, schauen nicht suchend nach unten, sondern staunend, genießend nach oben.



Ihr wisst es längst, unter allen Bäumen liebe ich ganz besonders den Ginkgo. Nicht alle haben schon ihr goldenes Gewand an, manche zögern es noch ein bisschen heraus.  


Wenn die Sonne sich wie auf diesem Spaziergang aus den Wolken schält, leuchten gleich alle Farben noch prächtiger.


Oje, da langweilt sich jemand neben mir. Irgendwo müssen doch die Eichhörnchen stecken. Sollten die sich nicht eifrigst um ihren Wintervorrat bemühen?
Pass auf, Lockenhund, ich hab da ein ganz besonderes Exemplar für dich...


Nachdem das Monstereichhörnchen (auf der Ausstellung im Palmenhaus der Insel Mainau) gründlichst nach Geruchsspuren abgecheckt und als "Fake" entlarvt wurde, folgt der genervte Blick...



Die Feuchtigkeit im Herbst schätzt der Lockenhund eigentlich sehr, denn diese scheint sehr geruchsintensivierend zu wirken.


Pilze schießen hervor und im Wald streifen  die Pilzsammler durchs Unterholz.


Die Dahlien knallen ins Farbensemble im Park noch mal mit voller Wucht hinein.



Klar, die Drachensaison ist natürlich auch in vollem Gange.  Da schaue ich gern noch ein bisschen länger zu.


Und der See? Ganz ruhig und gelassen liegt er gerade da. Wunderbar, um auf dem Herbstspaziergang dran entlang zu schlendern. Die Seecafès sind geschlossen, die Promenaden leer.


Ich hätte auch noch eine ganz andere Sorte von Herbstspaziergängen auf Lager... Die hatten wir auch schon.



Lotta wünschte sich Herbstspaziergänge, da schieben wir doch die graue Variante lieber noch ein bisschen zur Seite...

Dienstag, 18. Oktober 2016

Drachenreiter...

...oder besser: die DrachenreiterIN auf dem Geburtstagsausritt auf ihrem Pony


Schon lange wälzte ich die Idee eines Drachenkostüms für das große  Lockenmädchen im Kopf herum. Im September schließlich war dann das Drachenei ausgebrütet...

Letztendlich wurde ein einfacher Schnitt eines Kapuzenpullovers die Grundlage für das Drachenkostüm.
Zwischen die beiden Kapuzenteile, die (von mir geteilten) beiden Rückenhälften und den angehängten Schwanzteil setzte ich Zacken aus Westfalenstoff, gefüllt mit Kissenfüllstoff.
Die "Flügel" sind locker zwischen Ärmel- und Seitennaht gespannt.

So flog dann das Teil aus Sweatshirtstoff über den Atlantik, wo die junge Dame es gleich sehr stilecht einsetzte.
Ja ja, das Buch "Drachenreiter" wird dann im nächsten Paket folgen, das ist ja jetzt ein "Muss", oder?



verlinkt bei Handmade on Tuesday.

Sonntag, 16. Oktober 2016

Sonntagssplitter # 37

"Designers want me to dress like Spring,
in billowing things.
I don't feel like Spring.
I feel like a warm red Autumn."

Marilyn Monroe 



Gefreut:
Über die Herbstfarben, die besonders südlich der Alpen zur Geltung kamen, da die warme Herbstsonne besonders schönes Licht schenkte.


Gefunden:
Glückspilze. Wenn dort noch nicht besonders viele Maroni auf dem Boden lagen, lockten dann eher die anderen Herbstfreunde, weniger zum Essen oder Sammeln, sondern zum Anschauen und Freuen.


Geknipst:
Wenige zarte Blümchen, denen in blumenreicheren Jahreszeiten wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde.


Gekocht:
Kürbis natürlich. Und auf der Heimfahrt aus dem Süden haben wir wie immer bei diesem Kürbisstand einen Halt eingelegt und uns mit Buttercup und blauen Kürbissen eingedeckt.


Getragen:
Daheim zum ersten Mal wieder Gummistiefel angezogen.


Gelegt:
Ein herbstliches Mandala

Gekauft: einen Flugkoffer und eine neue Geschirrspülmaschine...
Gehofft: Dass ich mich mit dem neuen Smartphone rasch anfreunde (Danke, Tochterherz!!)

Samstag, 15. Oktober 2016

Die Seite wird umgeblättert...

"Der Herbst ist die Jahreszeit,
in dem die Natur die Seite umblättert."

Pavel Kosorin  




Ja, ja, so ein Himmelsblau wünscht man sich ja, wenn man im Oktober noch schnell über die Alpen eilt. Wenn man Glück hat, dann bläut es ja da oben und die Sonne vergoldet die herbstliche Landschaft. 

Aber egal, ob wir in diesem Jahr im Frühling, im Sommer oder jetzt im Herbst zum Berghaus fuhren, immer wollte  der Himmel seine ganze Palette darbieten. 


Ist ja auch recht spannend, wenn man über oder in den Wolken hockt, aber wenn ich ehrlich bin, reicht mir davon ein Tag.


Wer hier oben sehr schweres Material braucht, muss den Helikopter zum Transport ordern, denn mit dem Auto gelangt man hier nicht hin, und Esel oder Maultiere habe ich hier keine gesehen.
Da heißt es auch, auf geeignetes Wetter hoffen...



Die südlichen Alpen schmückten sich mit Wattebäuschen und ganz oben mit feinstem Zuckerguss, nach der Finsternis im (beleuchteten...) San Bernardino-Tunnel tauchten wir dann ein in eine Szenerie von Grau und Weiß. Sehr im Trend.
Oktoberschnee und grauer Himmel, welcome back im nördlichen Herbst...
 



Katja bietet uns wie jeden Samstag auf ihrem Blog wieder ein himmlisch orientiertes Forum.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Oktober in den Bergen

Ein paar Tage Muße in den Bergen am Lago Maggiore waren wieder sehr nötig. Die Sonne gab sich Mühe noch ein bisschen Herbstwärme zusammen zu kratzen.
Wie gehofft lockten Feigen am Baum, aber der Großteil war noch nicht reif (bzw. die weichen haben ihre Liebhaber gefunden, ich hab ja die Siebenschläfer in Verdacht...). Sogar der Lockenhund versuchte sich daran, den Reifezustand niedrig hängender Feigen zu überprüfen...

Natürlich könnte man jeden Tag vom Haus eine halbe Stunde ins Dorf hinunterlaufen, dort sich dann im Auto die enge Serpentinenstraße ins Tal schlängeln und sich schließlich unten am Lago vergnügen. Danach dann alles rückwärts zurück, inklusive dieses Mal bergauf vom Dorf zum Haus kraxeln.
Könnte man. Muss man aber nicht.
Eigentlich sind wir ja hier um uns für kurze Zeit aus dem Lauf der Welt auszuklinken. Selbst Zivilisationsgeräusche kommen hier oben nur selten an.


Sehen sie nicht schön aus, die stacheligen Esskastanienhüllen? Doch, was ist falsch?
Richtig, sie hängen oben am Baum und liegen nicht unten am Boden. Ein, zwei nette Bäume hatten Erbarmen mit uns, und warfen schon ein paar Maroni runter, so dass wir nicht mit leeren Händen heimkehren mussten.
Wir hätten wohl zwei Wochen später herkommen müssen, was unsere Zeitplanung im Oktober aber nicht erlaubte (und wer weiß, wie dann das Wetter sein wird...).
Also trösten wir uns nun wieder heimgekehrt mit den Maroni, die wir unter den Esskastanienbäumen am Bodensee finden.


Anstatt bückenderweise Esskastanien zu sammeln, haben wir dann eben unsere Rücken geschont, durchgeatmet und die Seele baumeln lassen, bevor wir das Berghaus winterfest machten und uns für dieses Jahr verabschiedeten.


Ach ja, der Kontrast konnte kaum größer sein. Auf der Alpensüdseite verwöhnte uns noch Sonnenschein und gleich hinter dem San Bernardino lag Schnee.


Ob das schon mal ein Versprechen ist, für einen anständigen kalten Winter zu sorgen?

Mittwoch, 12. Oktober 2016

12 von 12 im Oktober

Da sind wir gestern ja gerade rechtzeitig aus den Bergen heimgekehrt, um heute die 12 Fotos des 12. Oktobers einzustellen...

Heute morgen ist mein Mann mit dem Hund unterwegs gewesen, während ich schnell Post und Bank auf der To-Do-Liste abhakte.

Der Hund wurde danach ins Auto verladen und es ging zur Tierärztin. Wir lagen gut in der Zeit, so dass ich noch einen Sprung in die Naturata wagen konnte. Die Zeit war aber so knapp, dass ich mich nicht zu leidenschaftlichen Spontankäufen hinreissen lassen konnte. Kluge Planung...


Die Störche gegenüber der Tierarztpraxis sind fort... Wir gleich auch, denn der Arztbesuch war ein angenehmer und erfreulicher.


Diese Art Rückfahrten liebe ich. Und der Stau vor Konstanz hat sich mittlerweile auch aufgelöst.


Unser Garten strahlt in herbstlichen Farben und Herbstsonne, aber zum Draußensitzen ist es doch zu kalt. Brrrrr.


Wir stimmten dann gemeinsam ein Requiem für unsere Geschirrspülmaschine an. Nach über 20 Jahren Dienst hat sie ihren Abschied eingereicht. Jetzt müssen wir uns rasch um eine Nachfolgerin aus derselben "Familie" bemühen.


Der Hund hat ein Paket bekommen. Gut, dass er nicht weiß, das dies seine Verpflegung für die Woche in der Tierpension ist. Pst....!



Nun ist es doch soweit, die Sommersachen wollen weggepackt werden und die Herbst- und Winterkleidung kommt in den Schrank.


Im Garten frage ich mich, ob ich es wagen soll, die Geranien selber zu überwintern. Habt Ihr Tipps?


Die Nachmittagsrunde mit dem Lockenhund steht an. Der hat mal wieder seine eigenen Ideen...


Derweil kontrolliere ich die hiesigen Esskastanienbäume. Ha! Prächtig!!! Die Walnussbäume hingegen kann man in diesem Jahr hier vergessen...


Heute gibt es Kürbissuppe im Hause Holunder. Mal schauen, wie sie mit Muskatkürbis schmeckt.


Und so einen Sonnenuntergang wie gestern habe ich auch für heute bestellt.

Ob es bei Euch auch so ein prachtvolles (aber kühles) Herbstwetter gab, schaue ich gleich bei Caro nach!