Freitag, 22. Juli 2016

Spontane Grenzerfahrungen

Schreibe  ich heute dreist gegen den Trend? Alle Welt schimpft auf die Briten und ihren Entschluss zum "Brexit";  man wünscht sich eine starke EU und verwünscht eurokratische Bürokratie und das Lobbyistentum.
Grund genug gibt es allerdings dazu.
Trotzdem genieße ich es, direkt an einer Grenze zu wohnen. Noch dazu an einer zu einem Nicht-EU-Land.
Deshalb schaue ich schnell mal hinüber und herüber und lasse ein paar Gedanken, ganz ungeordnet, ungefiltert und bestimmt oberflächlich heraus schlüpfen.

Der Blick hinüber in die Schweiz geht rasch von statten. Ich brauche nur runter zum See zu laufen...
Aber auch wenn sie am anderen Ufer Deutsch sprechen (okay, Mundart, aber die verstehe ich ja), so haben sie ihre eigene, andere Geschichte, Traditionen, Gepflogenheiten, Gebräuche, Regeln, Eigenarten etc., ihren Stolz auf ihr Land und alles was dazu gehört.
Das ist auch gut so.
Natürlich pflegen sie genauso ihre Nachlässigkeiten, Fehler und Schattenseiten. Schweizerische halt.


Mancher Tourist, der Konstanz besuchen wollte, stand schon plötzlich und ungewollt an der Grenze zur Schweiz, die in fußläufiger Altstadtnähe verläuft.
Heute brauche ich, dank des Schengen Abkommens nicht mehr meinen Perso zu zücken, wenn ich schnell mal drüben tanken oder ins Fitness gehen möchte.
Hat man geschäftlich dort drüben zu tun und muss z.B. Werkzeug über die Grenze mitnehmen, dann wird es allerdings ziemlich mühselig.

(Ich erinnere mich noch aus meiner Zeit als junge Mutter im Studentenalter an eine Kontrolle beim Grenzübertritt, als ich dem Zöllner ganz treu und brav erzählte, was ich in der Schweiz gekauft hatte: "Stoff". Aus irgendeinem Grund wurde er ziemlich unwirsch, bis er mir abnahm, dass ich tatsächlich nur Stoff zum Nähen und nicht zum Drogengenuss erworben hatte oder ihn veräpplen wollte...)

Einkaufen in der Schweiz fand ich schon immer toll, wobei das Vergnügen mittlerweile ein teures geworden ist. Man findet gänzlich andere Produkte und Marken. Dass jetzt sogar Alnatura-Produkte die Migros erobern, wundert mich eher (und manchen Schweizer ebenso) . Das typische Schweizer Angebot ist es doch, weshalb ich in die Migros komme. Letztens wurde ich beim kleinen verschlafenen Reformlädeli fündig, wonach ich in Deutschland, selbst im Internet vergeblich gesucht hatte.  

Durch den günstigen Wechselkurs und die Mehrwertsteuererstattung angelockt, lernen unsere lieben Schweizer Nachbarn die deutschen Grenzregionen auch endlich einmal kennen. Vor dieser Zeit schienen sie keine große Lust zu haben, hier auf Entdeckungstour zu gehen.
Der Schweizer Einzelhandel steht dem Einkaufstourismus natürlich eher reserviert gegenüber. Die paar Düütschen, die trotzdem noch in der Migros shoppen, schaffen den Ausgleich natürlich nicht.



Grenzüberschreitend ist allerdings auch das Handynetz. Wie oft stehe ich auf einer Hunderunde im Wald auf dem (deutschen) Bodanrück und mein Handy teilt mir mit, dass ich im Schweizer Netz hänge. Leider ist das Handynetz auch der Meinung, mein heimischer Hausflur gehöre zur Schweiz, während die Küche in Deutschland liegt.
Dafür versorgt mich die Telekom noch weit bis Kreuzlingen/CH hinein, was evtl. manchen Schweizer nerven mag.



Auffällig ist es, wie liebevoll die Schweizer ihre alten Gebäude, wie z.B. die Riegelhäuser (hochdeutsch: Fachwerkhäuser)  pflegen. Auf der deutschen Seite sehe ich viele Bauernhäuser so lange verrotten, bis man sie endlich abreißen darf.

Fahre ich durchs Schweizer Hinterland sehe ich kleine Bauernhöfe und Kühe auf der Weide. Seid froh, denke ich, wärt ihr in der EU, würde eurer Idylle schnell der Garaus gemacht. Ja, ich bin wahrlich kein Freund der Agrar-Industrie und ihrer Folgen für die Natur und die bäuerliche Landwirtschaft.


Eigentlich ist die Nachbarschaft zur Schweiz allgegenwärtig. Wir hören morgens im Bad und im Auto Schweizer Radiosender, haben Schweizer Schulen von innen kennengelernt, sogar unsere Hunde haben ausschließlich Schweizer Hundeschulen besucht, fahren mehrmals in der Woche aus privaten und beruflichen Gründen über die Grenze u.v.m.

Jedes Mal wenn ich mich mal wieder aus der EU schleiche, denke ich, wie wichtig gerade auch für ein friedliches Europa die Pflege der individuellen Eigenarten der einzelnen Länder, die Pflege von Natur- und Kulturraum ist.
Und ich glaube, wäre ich die Schweiz, würde ich mir die Entwicklung auch erst mal lieber von außen angucken.
(Keine Sorge. Ich setze immer noch voller Hoffnung auf ein geeintes Europa. Aber nicht mehr so kritiklos und enthusiastisch wie in jungen Jahren.)

Kommentare:

  1. Aus dem hohen Norden Großbritanniens sieht das etwas anders aus, denn was England den Schotten an Hindernissen in den Weg legte (denn die Welt außerhalb Londons und des Südwesten gibt es ja nicht in deren Vorstellungen und Plänen) machte die EU wenigstens teilweise wett. Wie deutlich am Referendumsergebnis zu sehen ist - Schottland war und ist sich einig, wo fairere Bedingungen herrschen. Und sich auf die Entscheidung von Menschen zu verlassen, die erst nach der Abstimmung erstmals(!) nachschauen was die EU eigentlich ist, ist mir nicht geheuer. Was vom Kontinent aus nicht so einsehbar war und dessen Ausmaß auch mir jetzt erst so richtig klar wurde ist, wie absolut ahnungslos die Bevölkerung hier ist was die EU betrifft: Sie haben keine Ahnung was sie ist, was sie tut, wer die Entscheidungen trifft oder warum. Viele fallen aus allen Wolken wenn sie darauf hingewiesen werden, daß die "gesichtslosen, ungewählten Bürokraten", die die Entscheidungen treffen die Staatsoberhäupter der Mitgliedsstaaten sind - also auch Cameron, der Meckerer...ihnen wurde so lange von der Murdoch-Presse totaler Blödsinn (und frei erfundene Lügen) über die EU erzählt und sie so lange zum Sündenbock für alle Fehlentscheidungen und Probleme heimischer Politik gestempelt daß in der Weltsicht dieser Menschen alles Übel von der EU kam. Deshalb hörten wir Sätze wie "die Türken kommen, wenn wir in der EU bleiben" (und laut Farrage vergewaltigen die dann scheinbar britische Töchter auf den Straßen)- daß die meiste Immigration in GB aus deren Commonwealth und früheren Kolonien stammt und mit der EU nichts zu tun hat wird lieber unter den Teppich gekehrt, da sich das nicht zum politischen Nutzen verwenden läßt. GB ist ein Fall wo die "splendid isolation" so weit ging daß sie keine Ahnung haben, wo sie heute im weltpolitischen Geschehen stehen - noch unter Maggie Thatcher traten britische Politiker deutschen Verhandlungspartnern gegenüber als ob sie ihnen befehlen könnten was sie zu tun hätten um ihnen auszuhelfen, (schließlich hatten sie ja den Krieg gewonnen...) und das ist auch in etwa der Zeitgeist, in dem viele hängengeblieben sind. Wehe dem der darauf hinweist, wer so viele dieser aktuellen Krisenherde geschürt hat in den letzten Jahrzehnten und die Situation erst so richtig verschärft und nun nicht die Konsequenzen tragen will. Ganz abgesehen davon daß sie von einem Politiker verschaukelt wurden, dem es einzig um den Job des PM ging (er wurde mit "shame on you, Boris!" empfangen in London)und der dafür alles täte...den anderen, der noch am Freitagmorgen des Auszählungstages zugab daß er gelogen hatte, muß ich nicht erwähnen, oder? Nein, "brexit" ist deshalb so erschreckend weil er gezeigt hat, wie leicht sich selbst heutzutage eine ahnungslose und uninformierte Bevölkerung von zwei Demagogen mit nachweisbaren Lügen verleiten läßt.
    Hätten sie die Entscheidung nach gründlicher Abwägung aller Aspekte getroffen könnte niemand daran rütteln - aber dem war nicht so. Die Petition, das Referendum zu wiederholen weil sie sich betrogen und belogen fühlten, steht bei über 4 Millionen Unterschriften.
    Aus schottischer Sicht gesehen ist "brexit" natürlich auch etwas ganz anderes: Der Grundstein für ein zweites Unabhängigkeits-Referendum der Schotten. "Brexit" betrifft nicht nur die EU, er könnte auch das Auseinanderbrechen Großbritanniens einleiten. Wie immer man dazu steht - Churchill dreht sich in seinem Grab. Die Idee einer Art "Vereinigter Staaten Europas" war seine. ♥nic

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    1. Zum einen ist es wohl eher der Brexit-Gegner gewesen, der nach dem Ergebnis der Abstimmung gegoogelt hat, was denn da nun auf die Briten zukommt. Zum anderen ist ja nun mittlerweile bekannt, dass die 4 Millionen Unterschriften der Petition null und nichtig sind...85.000 Stimmen aus Nordkorea, zehntausend Stimmen aus dem Vatikan, die Möglichkeit, seine Stimme mehrfach abzugeben...zeugen nicht gerade davon, dass diese Petition auch nur in irgendeiner Weise seriös war, aber davon spricht ja auch keiner mehr...;-). Woher nimmst du eigentlich die Behauptungen her, dass die (Britische) Bevölkerung keine Ahnung hat, was die EU tut, wer die Entscheidungen trifft und warum...? Vielleicht sollten wir endlich mal damit aufhören, die Briten als blöder hinzustellen als sie sind. Und vielleicht sollten wir erst einmal schauen, wie sich Großbritannien nach dem Brexit entwickelt, die Ausmaße des Brexit kann nämlich seriös keiner wirklich vorhersagen. "...noch unter Maggie Thatcher traten britische Politiker deutschen Verhandlungspartnern gegenüber als ob sie ihnen befehlen könnten was sie zu tun hätten..."...Machen wir hier in Deutschland nicht gerade genau das Gleiche? Haben Briten darum gebeten, den Deal mit der Türkei auszuhandeln? Wir Deutsche sind nun wirklich derzeit nicht in der Position, anderen vorzuschreiben, wie sie es besser machen könnten...Wir haben weiß Gott selbst vor unserer Tür zu kehren...Ich bin übrigens ganz klar dafür, dass Entscheidungen auch vom "gemeinen" Volk zu tragen sind...denn nur das ist demokratisch. In der Türkei kann man gerade erleben, was nicht demokratisch ist...und wir hier in Deutschland sollten es eigentlich besser wissen...nach zwei Diktaturen, die beide noch nicht so lange her sind und die nach wie vor ihre Schatten werfen.

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    2. Ich wohne seit fast 20 Jahren in GB und habe all das hautnah miterlebt - und wie wenig viele Menschen von der EU wissen finde ich in täglichen Gesprächen heraus. Nein, die Briten haben nicht darum gebeten irgendwas mit der Türkei auszuhandeln, aber sie nehmen auch kaum Flüchtlinge die sie selbst mitkreiert haben - und die meisten ihrer Immigranten kommen wie gesagt aus Gebieten, die sie lange Zeit zum eigenen Profit ausgebeutet haben aber wehe die Ausgebeuteten wollen etwas davon zurückhaben, auch das erlebe ich hier hautnah. Daher nehme ich auch die Stimmung in Schottland hautnah wahr...Über 4 Millionen minus ~100.000 machen wie viele? Was ihr "hier in Deutschland" gerade macht basiert nicht auf dem Glauben, daß die EU "gerade Bananen" verlangt habe (das ist kein Witz, das ist eins der Dinge die die "Sun" ihren Lesern "verkauft" hat).♥nic

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    3. "Über 4 Millionen minus ~100.000 machen wie viele?"....Die Frage ist jetzt nicht ernst gemeint, oder? Wenn ich allein zehntausend Stimmen für eine Petition in der Vatikanstadt generieren kann, dann weiß man, wie seriös die restliche Stimmenabgabe verlief...Einen guten Querschnitt über das Wissen eines Briten über dies oder das wird man ganz sicherlich nicht allein dadurch herausfinden, indem man mit den Nachbarn redet. Und was die Bevölkerung wirklich denkt, erkennt man auch nicht daran, was in der Presse steht...das wird in England vermutlich nicht anders sein als hier in Deutschland...;-). Ein schönes Wochenende.

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    4. Nein, was hier in der Presse steht ist mehr dazu gedacht dem durchschnittlichen Briten zu sagen was er denken soll, so funktioniert die Murdoch-Presse, aber was sie selber sagen gibt einem doch eine gewisse Einsicht, vor allem wenn sie das recht aufgebracht direkt nach dem Referendum tun weil sie sich belogen fühlen - zurecht. ♥nic

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    5. Oh, fast vergessen: The Telegraph (ein Tory paper), 29.6.2016, zählt nach wie vor die Unterschriften der Petition.

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  2. Sehe ich absolut genauso, nic. Deshalb ist es für mich auch nicht wirllich nachvollziehbar, dass man eine Entscheidung von solcher Tragweite tatsächlich vom "gemeinen Volk" hat entscheiden lassen, denn die Konsequenzen sind für das Land besonders auch in wirtschaftlicher Hinsicht gravierend. Demokratie ist ja alles schön und gut, aber ein Großteil der Bevölkerung ist einfach zu uninformiert (ich möchte jetzt nicht "unmündig" sagen), um eine objektive Entscheidung von solcher Tragweite treffen zu können. Eine hitzige Entscheidung ist schnell getroffen, aber die wenigsten machen sich die Mühe, sich wirklich über die politischen Hintergründe zu informieren und darauf basierend dann eine sinnvolle Entscheidung zu treffen.

    Die Pflege von individuellen Traditionen und Kulturen ist wichtig und sollte auch erhalten werden. Aber es sollte ein Weg gefunden werden, dies innerhalb eines größeren Ganzen zu tun. Abspaltung sehe ich hier nicht als Lösung, eher im Gegenteil. Wenn alle wieder ihr eigens Süppchen kochen und ihr "eigenes Ding" durchziehen möchten, haben wir bald wieder Zustände wie im Mittelalter, wo sich alle gegenseitig die Schädel einschlagen.

    LG, Varis

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  3. Die Schweiz ist ja nun wirklich ein gutes Beispiel, dass man auch ohne EU zurechtkommt...;-). Ich denke, wir sind uns beide einig, dass die EU im Grunde unverzichtbar ist und viel Gutes in der Vergangenheit hervorgebracht hat. Aber was einmal gut angefangen hat, muss nicht unbedingt gut enden...zumindest ist ein kritischer Blick hilfreich, um im Lot zu bleiben. Wie gut die EU-Elite mit Kritik umgehen kann, haben wir nach dem Brexit sehr gut sehen können. Von Selbstkritik keine Spur...Gerade wer sich mit der EU und deren Strukturen genauer beschäftigt, kommt sehr ins Nachdenken und Grübeln...schon, wenn er auf diesen riesigen bürokratischen Apparat blickt! Gerade die, die völlig unkritisch auf die EU blicken, scheinen sich eben gerade nicht...zumindest in letzter Zeit...mit ihr beschäftigt zu haben! Den Brexit sehe ich eindeutig als Warnschuss...ob er am Ende gehört wird, wird sich zeigen. Den Briten wünsche ich alles, alles Gute...den lieben Schweizern natürlich auch! Ich bin ein wenig neidisch darauf, dass dort noch das "gemeine Volk" mitbestimmen darf...;-). Ein schöner Post, ein schöner Blick auf die Schweiz! Liebe Grüße, Lotta.

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  4. 15 Jahre habe ich an der französischen Grenze gewohnt, davon noch 6 Jahre mit Grenzkontrollen erlebt. Die Reisefreudigkeit zwischen den Grenzbewohnern war immer groß, ob vor oder nach Schengen. Wir sind zum Flammkuchen essen nach F gefahren und haben uns „billigen“ Sekt aus dem Supermarkt geholt.
    Jetzt wohne ich an der tschechischen Grenze, dort wurden erst 2007 die Grenzkontrollen abgeschafft. Auch hier ist der Reiseverkehr schon immer sehr ausgeprägt gewesen. Unser Stadtzentrum ist voller tschechischer Shopping-Touristen, wir fahren schnell mal zum Knödel essen und Hörnchen kaufen rüber.
    Natürlich reist die Mehrheit gerade deshalb in ein anderes Land, um dort seine Eigenarten und Besonderheiten zu genießen.
    Die Skandinavier haben alle ihre Währung behalten , es hat ihnen nicht geschadet. Und man frage mal die Norweger, ob die in die EU wollen.
    Europa ist eine Herzensangelegenheit. Eine Verbindung innerhalb eines Kontinents. Es macht Sinn, gemeinsame Abkommen zu schaffen, über Wirtschaft und Außenpolitik zum Beispiel und es macht Sinn, die Menschen in Freundschaft zu vereinigen und nicht jeden Paragraphen gleichzuschalten.
    Aber was aus der aufgeblasenen Institution EU geworden ist, das ist zumeist höchst kontraproduktiv und die Mehrheit der europäischen Bewohner (die bestimmt nicht alle dämlich – sorry uninformiert – sind) ist mehr als frustriert darüber. Freiheit ist ein hohes Gut und ungewollte Zwänge erzeugen eine ganz natürliche Abwehr.

    Kein vernünftiger Mensch will eine Union der europäischen Länder abschaffen, aber Probleme unter den Teppich kehren hat noch nie was genützt und nur durch Kritik kann sich die Welt/Europa weiterentwickeln. Mit politisch korrekten Phrasen kommen wir nicht weiter.
    Ich habe hier gerne gelesen und kann Vieles bestätigen, gerade heute Morgen war ich im tschechischen Handynetz 
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

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  5. Ich möchte nur zu einem Punkt, dem der Möglichkeit der Schweizer, per Volksentscheid, an der demokratischen Meinungsbildung teilzunehmen, schreiben:
    Den Einblick, den ich bekomme, weil ein Teil der Familie nun in der Schweiz lebt ( denn dort bekommt man mit einer ( vom deutschen Steuerzahler finanzierten ) Akademikerausbildung eine angemessen bezahlte Arbeit, die auch Platz für eine Familie lässt ), macht mir deutlich, dass eine solche Form der politischen Teilnahme ein großes Maß an Sachkenntnis voraussetzt und den Willen, sich zu informieren und auseinanderzusetzen.
    Die Papierflut, mit der man sich vor dem Entscheid zu beschäftigen hat, wird nun auch nicht von jedem Schweizer Bürger bewältigt geschweige denn verstanden, so dass dann doch oft aus dem Bauch heraus entschieden wird. Und hinterher stellt sich oft heraus, dass zu kurz gedacht wurde. Ein Beispiel ist das Abstimmungsergebnis zum Burka - Verbot im Tessin, dessen ( wirtschaftliche ) Folgen nun einigen Gruppierungen so gar nicht mehr gefallen will.
    LG
    Astrid

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