Montag, 8. Februar 2016

Blickwinkel Vermont - No.3

Während ich im Keller noch über eine Kiste stolperte, die das Tochterherz leider nicht mitnehmen konnte, als sie in die Staaten ging, trudelte der Februarbeitrag für den Blog aus Vermont auf meinem Mailkonto ein.
Kommt, lasst es draußen stürmen! Schauen wir mal zusammen 5470  km Luftlinie westwärts (3400 miles as the crow flies).


Winter oder "Mud season"?

Hier bin ich wieder, Liv aus Vermont. Der Winter kann sich auch hier nicht entscheiden. Manche Wochen ist es sehr kalt und dann erwärmt es sich wieder (teilweise auf über Null!). Die Straßen werden zu rutschigen Matsch-Straßen. So sehen sie sonst nur in der 5. Jahreszeit aus, Mud season. 
Wir wohnen nun in einem anderen Haus mit noch steilerem Driveway. Nicht jeder traut sich hier hoch, besonders nicht ohne Vierradantrieb. Die Kinder wollen nun Schnee haben, denn die Wiese vor dem Haus ist ein langer steiler Hügel, der zum Schlittenfahren einlädt. 


Sonnenschein kann jedes Wetter schön aussehen lassen. 


Spuren von einem Fuchs. Hier gibt es auch Kojoten, aber die sind meist keine Einzelgänger. Auch Hasenspuren kann man hier sehen und Reh. Aber Bärenspuren hab ich nicht gefunden, dabei leben hier Schwarzbären, die in diesem seltsamen Winter öfter gesichtet werden, als in anderen Wintern. Nein, Bären halten keinen Winterschlaf, sie ruhen nur, müssen mehrmals aufstehen im Winter und wachen auch recht schnell auf.


Kleine Bäche sind Kunstwerke im Winter. Man kann sich nicht dran satt sehen. 





English Shepherd Hündin Tilly liebt den Schnee auch. Da rasen Kinder in so Plastik-Dingern die Hügel runter und müssen gerettet werden. Dann nimmt man das Seil, das an dem Plastikding hängt, ins Maul und zieht sie daran herum. Dann kreischen sie so fein!

Einmal in der Woche backe ich Brote für mehrere Familien im Ort. Brot kann man hier zwar kaufen, es ist aber zumeist matschig weich (die Kinder hier machen sich einen Spaß daraus ihn zu Kügelchen zu formen), hat keine Kruste und enthält genetisch veränderte Zutaten, beispielsweise Zucker aus GMO (genetically modified organisms) Zuckerrüben, Maisstärke etc.. 
In Co-ops kann man auch gute Brote aus Vermonter Bäckereien kaufen, aber in dem Co-op hier in der Nähe wird es nur ein Mal in der Woche geliefert und ist innerhalb weniger Stunden ausverkauft. 




Ich backe nur mit Bio-Mehl aus der Region, fast nur mit Sauerteig und bis auf Salz, Hefe (falls vorhanden) und Wasser ist alles in Bio-Qualität in den Broten. Und das meiste aus der Region. Das ist eine Marktlücke, die bisher nur wenige Bäckereien ausfüllen.
Hier in Vermont wird auf dem Land nicht nur mit Geld bezahlt. Das ist etwas, an das ich mich erst einmal gewöhnen musste, als ich hier her zog, Fast jeder hier produziert Produkte selbst, sei es nun Fleisch, Milch, Sauerkraut, eingelegtes Gemüse, Brot oder Wolle, Keramik, Holzprodukte oder Ahornsirup. 


Nächstes Mal kann ich vielleicht von Matsch oder mehr Schnee berichten, von dem neuen Lama unserer Freunde oder den Ponies, die Tilly gerne jagen...

Macht's gut und genießt den Sonnenschein, wenn er da ist.

Liebe Grüße Liv

 

Kommentare:

  1. Was für prächtige Eis- und Sonne-Fotos! Da könnte ich echt neidisch werden. Hier ist bloß Wind und Regen. ;(

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  2. ...die Eisfotos sind großartig...und ja, natürlich sieht bei Sonnenschein alles schöner aus...obwohl ich auch den Nebel mag...interessant, von deinem Leben mit anderen Bräuchen, als ich sie kenne, zu lesen...das Brot sieht lecker aus,

    lieber Gruß Birgitt

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  3. Die Fotos sind wunderschön. Und die Sache mit dem Warentausch finde ich genial.
    Ich bin gespannt, was wir noch alles über das Leben dort erfahren dürfen.
    Liebe Grüße nach Vermont
    Katala

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  4. Wieder so tolle Fotos... Ja, mehr Tauschökonomie würde mir auch gefallen, manchmal klappt das auch schon. Der Stacheldraht-Fresser-Baum sollte gezüchtet werden, es gäbe viel zu fressen... Viel Spaß beim Schlittenfahren! Lieben Gruß an Mutter und Kind ;-) Lieben Gruß Ghislana

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  5. Ach ja...Schnee und Sonne ist etwas Feines...leider bietet der Winter hier fast nur Grau...langsam habe ich die Faxen dicke...LG Lotta.

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  6. Hallo Andrea,
    ein schöner Gastbeitrag von Deiner Tochter! Ganz großartige Fotos. Was hat Deine Tochter in die Staaten verschlagen? Gibt es dazu einen Post, den ich noch nicht gefunden habe?
    LG kathinka

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  7. So schön, hell und winterlich! danke für den Tapetenwechsel!

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  8. Die Eiszapfen sind ja toll! Ja, Schnee und Sonne sind wunderbar. Nur hat der deutsche Winter viel zu wenig davon...
    Liebe Grüße
    Anette

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  9. Staunen... ja, das muss ich jedesmal bei deinen Bildern!
    Liebe Liv, magst du uns auch mal berichten warum es dich genau dorthin verschlagen hat? Ich bin einfach neugierig.

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  10. Was für eine Bezahlung, liebe Liv, mit wundervollen selbstgebackenen Broten, selbsteingelegtem Sauerkraut und frisch gezapften Ahornsirup ;) Fast kann ich es nicht glauben ;)) es hört sich paradiesisch an. Jedes einzelne Foto weckt in mir (nie gekanntes) Fernweh.. ich würde am liebsten meine Sachen packen und mich auf die Reise machen. Ach, Andrea.. seufz!! Herzlichst, Nicole

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  11. über das nichtentdecken so mancher tierspur ist man vermutlich sogar froh, nicht? mir ginge es jedenfalls bestimmt so.
    selbermachen – das klingt allerfeinst.
    danke für die einblicke!

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  12. Ach schön, der Blick nach Westen und ich merke, das Leben ist überall wieder ganz anders, als man es gewohnt ist :)

    Das Brot sieht fantastisch aus! "Deutsches" Brot ist etwas ganz besonders, das in vielen Ländern fehlt, da hast du eine gute Marktlücke gefunden, die aber sicher viel Arbeit macht, oder?

    Liebe Grüße,
    Hadassa

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  13. "tausche kuchen gegen sauerkraut" find ich prima! ob das in unserem dorf auch möglich wäre? wohl eher nicht, denn die supermärkte sind gut bestückt und im nachbardorf ist ein biobrotladen und ein ziegenhof für leckeren käse. aber toll fände ich so ein tauschsystem schon!
    dann wünsche ich euch noch viel schnee zum schlittenfahren und mir keinen mehr - die schneeglöckchen sollen jetzt nicht mehr verschüttet werden!!
    liebe grüße und danke für den interessanten einblick,
    mano

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