Sonntag, 29. November 2015

Wochenperlen XLVIII...

Hunde sind sprichwörtlich, zum Beispiel:
Ein Hund wäscht den anderen, oder:
Morgenhund hat Gold im Mund oder:
Der Glückliche schlägt keine Hunde oder aber:
Ich sei, gewährt mir die Bitte, bei euren Hunden der Dritte.


Loriot


Gründe und Abgründe

Grund zum Lachen: Loriot, immer wieder, brauche ich gerade sehr
Grund zum Freuen: feines Geschenk von Lotta, ein Adventskalender, der auch noch genau zu meinen frisch gekauften Blumen passt
Grund zum Staunen: sekundenschneller himmlischer Beleuchtungswechsel
Grund zum Weinen: gesundheitlicher Absturz des blauäugigen Hundes ins schier Bodenlose
Grund zum Zweige hängen lassen...   


     

Samstag, 28. November 2015

Der Himmel und das Federding...

Hope is the thing with feathers
Hope is the thing with feathers 
That perches in the soul, 
And sings the tune without the words, 
And never stops at all,

And sweetest in the gale is heard; 
And sore must be the storm 
That could abash the little bird 
That kept so many warm.

I 've heard it in the chillest land, 
And on the strangest sea; 
Yet, never, in extremity, 
It asked a crumb of me.


Emily Dickinson



Die Hoffnung ist das Federding
Die Hoffnung ist das Federding, 
das in der Seel' sich birgt 
und Weisen ohne Worte singt 
und niemals müde wird.

Am süß'ten klingt es in den Bö'n - 
und schlimm der Sturm der kränkt 
und Schaden bringt dem Vögelchen, 
das soviel Wärme schenkt.

Ich hab's auf fremd'ster See gehört 
und auf der kält'sten Flur; 
doch nie hat's in Gefahr begehrt 
von mir ein Körnchen nur. 



Zum Bloggen komme ich derzeit kaum, aber der Blick wandert draußen immer wieder nach oben. Gerade erst vier Wochen ist es her, dass wir uns von unserem braven alten Retrieverchen verabschieden mussten. Jetzt müssen wir um seine 14jährige Hundefreundin bangen...

So blau die Himmelsschnitte auch aussehen, der Himmel war sehr wechselhaft.



Mit diesen Himmelsbildern denke ich auch an die liebe Katja.


Donnerstag, 26. November 2015

12tel Blick im November

Mitte des Monats fand ich es an der Zeit, mich an den See zu begeben, um meine 12tel Blicke für den November einzufangen. Sonnige warme Tage mit strahlend blauem Himmel hatte uns der November beschert, aber genau an diesem Morgen zog der November einen Flunsch.
Wenn schon Novemberbilder, dann aber typische, so dachte er wohl.


Ja, Nebel gehört zum Bodenseeherbst halt unbedingt dazu.  Schaut mal, wie niedrig der Wasserstand zu dieser Zeit war! Inzwischen hat es ein paar Regentage gegeben.

 
Tatsächlich - in der Reihe der Monate sind es bislang die einzigen Nebelfotos gewesen. Doch, da hatte der November recht, das hätte wirklich gefehlt, der Bodensee ohne Nebel... sowas...tststs...


Hier (click) könnt ihr die Serie in größerem Format vergleichen.



Die Bäume trugen noch ihr goldenes Herbstlaub, das danach aber immer schütterer wurde. Als ich eine Woche später zum Vogelhaus kam, waren die Obstbäume fast alle schon kahl. Irgendwie gefällt mir dieser Baum ohne Laub eh besser...
Das Himmelsblau hob meine Stimmung sogleich. Doch damit ist es im Moment leider auch vorbei.






Am 30. wird Tabea auf ihrem Blog wieder die 12tel-Blicke aller TeilnehmerInnen dieser schönen Aktion sammeln.



Sonntag, 22. November 2015

Wochenperlen XLVII....

Lass dich fallen.

Lerne Schnecken zu beobachten.
Pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
Mache kleine Zeichen, die “Ja” sagen
und verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen.
Schaukel so hoch du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen.
Verweigere “verantwortlich” zu sein. Tu es aus Liebe.
Mach viele Nickerchen.
Gib Geld weiter. Tu es jetzt. Das Geld wird folgen.
Glaube an Zauberei.
Lache viel.
Bade im Mondlicht.
Träume wilde, phantasievolle Träume.
Zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert.
Kichere mit Kindern.
Höre alten Leuten zu.
Öffne dich, tauche ein, sei frei.
Segne dich selbst.
Lass die Angst fallen.
Spiele mit allem.
Unterhalte das Kind in dir.
Du bist unschuldig.
Baue eine Burg aus Decken.
Werde nass.
Umarme Bäume.
Schreibe Liebesbriefe.


Joseph Beuys

Gegrübelt: über die Zerbrechlichkeit der Welt 

Gekümmert: um die alte, bunte Hündin, die aus Kummer über den Verlust der Hundegefährtin krank geworden ist. 

Gehofft: dass sie bald wieder auf die Beine kommt und die Tierärztin mal ohne uns auskommt.

Genossen: die letzten Blumen des Novembers in all ihrer Farbkraft

Gesammelt: Sonnenstrahlen und Wärme (bis 16 Grad...)

Gefreut: über den Glückspilz

Genäht: zwei Sweatshirts für mich selber

Gefunden: auf der Suche nach dem Warum - Wer Wind sät, wird Sturm ernten (click), und gekauft    

Gelauscht: den Regentropfen. Nach der langen Trockenheit war das Geräusch sehr ungewohnt.

Gefroren: im gestrigen Schneeregen.


Gefallen: haben mir die Novemberbäume, von denen ich jetzt ein paar zu Lotta (Bunt ist die Welt) schicke. Mal im Nebelgewand, in goldiger Pracht, marode oder schütter werdend.    










Samstag, 21. November 2015

trinkt blau, ...

trinkt honiggelb...
ob morgens schon am see,


ob noch schlaftrunken am fenster,...


ob mit blick auf die berge, trinkt honiggelb.


trinkt blau, wenn ihr an einer schweigenden minute am montagmittag nach oben blickt, trinkt...


trinkt das letzte blau des tages und berauscht euch reichlich am


süffigen abendhoniggelb.





trinkt blau, trinkt nicht kummer!
auch in dieser zeit. gerade in dieser zeit.



trunken vom blau der vergangenen woche geht mein dank an lotta für das blaue lyrikbüchlein und mein blau und honiggelb zu katja, der ich auch für diese allsamstägliche himmelsrunde danken möchte.

Sonntag, 15. November 2015

Wochenperlen XLVI.....


"Ich bin müde, Boss. [...] Am meisten müde bin ich, Menschen zu sehen, die hässlich zueinander sind.
Der Schmerz auf der Welt und das viele Leid, das macht mich sehr müde.
Es gibt zu viel davon.
Es ist als wären in meinem Kopf lauter Glasscherben."

Michael Clarke Duncan
 (in seiner Rolle als John Coffey im Film „The Green Mile“)




...
 Worte zu finden, angesichts der menschlichen Grausamkeiten
ist mir gerade kaum möglich.
...



Samstag, 14. November 2015

November im Rausch

(Die folgenden Gedanken entsprangen dem gestrigen Tag, heute gehen meine Gedanken und mein Mitgefühl Richtung Frankreich. Aber die kann ich noch nicht in Worte fassen.)

Ein Novembermorgen, der mit der Fahrt zur Tierärztin beginnt, kann trotz oder gerade wegen Umleitungen durchaus himmelsbeglückend sein, so dass man unterwegs den Wagen von der Straße aus auf einen Feldweg rollen lässt und einfach die Kamera rauskramen MUSS. Wäre der Termin nicht gewesen, ... dann hätte ich mich zum sonnentrunkenen November auf die Bank gesetzt und mitgeseufzt...



Diese Woche hatte er durchaus ziemlich fiese Nebelsuppen parat, durch die sich die Sonne zu unterschiedlichen Zeiten hindurch zu quälen versuchte.


Toll, wenn ich auch noch dabei zugucken darf, wenn sich das Himmelsblau offenbart.


Typisch November wäre ja eigentlich am Bodensee das beständige Nebelgrau, dass sich mit Bodenankern unten festkrallt. Wenn es, wie diesen Donnerstag, tatsächlich obsiegt, dann legt sich eine bleierne Schwere auf das Gemüt hernieder. Da merke ich erst, wie dankbar ich dem diesjährigen, zu warmen, zu sonnigen November bin....


Denn ein grauer Novembertag gleitet abends fast unmerklich und geschwind ins Nachtschwarze hinüber, während der in den Sonnenrausch geratene November am Tagesrand noch mal des Sommers Farbtöpfe aufreisst und sich bemüht, die Reste auf den Abendhimmel zu kleistern. Die letzten Tropfen gießt er in den See. Sowas....




Die Himmelsschnitte schneide ich wohlweislich erst ab Mittag heraus... Weiß ich schon am Morgen, welche Flasche der November entkorkt hat?
Mehr Himmel gefällig? Dann ab zu Katjas Samstagshimmeln. 


Ein schönes Wochenende!


Freitag, 13. November 2015

Glücksmoment der Woche: Kupferbaum

Man nehme morgendlichen Herbstsonnenschein (derzeit eher selten am Nebelsee) und eine Allee von Metasequoia Glypostroboides (Urweltmammutbaum), dazu einen ganz leichten Wind, der die gefiederten (Nadel-)Blätter von den Zweigen dieser lebenden Fossilien zupft.


Wenn man sich vorstellt, dass diese Bäume aus Stecklingen von einem 1952 aus England erhaltenen Exemplars gezogen wurden, dann kann man sich vorstellen, wie schnell sie wachsen - bis zu einem Meter im Jahr!


Die Sonne lässt die Bäume in einem Kupfer- bis Goldton leuchten, dass ich meinen Blick kaum davon lösen kann.  


Fast traue ich mich nicht, meinen Fuß auf den feinen Kupferteppich zu setzen.  


Eigentlich galt dieser Baum der Kreidezeit lange als ausgestorben, bis man ihn in den Vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts in einem kleinen Reliktareal in China wieder entdeckte.


Ich mag ihn in den Urweltmammutbaum zu jeder Jahreszeit, aber im Herbst ist er einfach nur zauberhaft...


Eine Baumschaukel an so einer herbstlichen Metasequoia - doch, ein bisschen träumen ist erlaubt!


Diese Allee steht  auf der Insel Mainau, aber vielleicht findet Ihr auch ein Exemplar des Urweltmammutbaumes in einem Park in Eurer Nähe.

Verlinkt bei Ghislanas Baumsammlung....

Donnerstag, 12. November 2015

12 von 12 im November

Was für ein fürchterlich trüber, nasskalter Novembertag. Zum ersten Mal in dieser Woche hat sich der Nebel nicht bis zum Mittag verzogen, sondern lag unbeweglich und beharrlich über dem Bodensee.
Diese bleierne Schwere drückte mich ziemlich nieder, muss ich gestehen...


Heute wird es bei mir grau bis gräulich....
1 - Als Aufwach- und Aufmunterungsprogramm ging es hinunter zum Seeufer mit dem Lockenhund
2 - Dort führen die Stege ins Nichts
3 - Doch der Kormoran trocknete beständig auch diesen Morgen seine Flügel, sehr gruselig...
4 - Schnell Farbe ins Leben, Kaffee und Brot in den Bauch, Krümmelrest...
5 - In die Schweiz zum Einkaufen Schweizer Lieblingsprodukte
6 - Mittagsminirunde mit der Hundeseniorin (mit noch leichter Blasenentzündung...der Hund!)
7 - Gummistiefel wären wohl die bessere Wahl gewesen
8 - Die Post brachte in der Zwischenzeit die feinen finnischen Winterhandschuhe für das große amerikanische Lockenkind
9 - Die Näharbeiten mussten unterbrochen werden, da die Spätnachmittagsrunde wegen Abgleiten des Grau ins Tiefdunkelgrau vorgezogen werden musste. Pinke Leine damit ich den Hund noch sehe.
10 - Ups, die Welt endet hinter dem Walnussbaum
11 - In der Nähwelt wird das Grau heute auch nur durch einen bunten Hund Fuchs (hast ja recht, Eva...) aufgefrischt
12 - Vorgesehenes Abendessenrezept ausgetauscht gegen etwas Bunteres, Auberginenviolett mit Tomatenrot, Nudelgelb, Möhrenorange, Stangenselleriegrün und Mozzarellaweiß

Ich hoffe, Ihr hattet es wärmer, heller und bunter heute... Mal bei Caro nachschauen!

Sonntag, 8. November 2015

Wochenperlen XLV....




Lieblinks (japanische Ausgabe):

Warum ich jetzt einen S****U fahre

Wer japanisch kochen möchte, freut sich über diese geniale  Grundlagensammlung eins, zwei, drei...

Welcher Film mir immer Tränen in die Augen treibt (jetzt mehr denn je)

Immer wieder spannend, die Japanology Plus - Serie (englisch)


Samstag, 7. November 2015

Nebelvorhangwegschiebend

Noch hat uns das Nebelloch nicht gänzlich verschluckt, das sprichwörtliche, was das winterliche Bodenseeklima nicht unwesentlich charakterisiert. Schließlich haben wir erst November, und einen ungewöhnlich milden sowieso.
Morgendliche Nebelschleier lassen meinen Blick aufwärts nach einem Halt suchen. Fein, wenn er sich an Wildgänsen festhaken kann. Aber ach, schon setzen sie wieder zur Landung an.


Also muss das Einheitshimmelsgrau an Bäumen festgebunden werden.



Irgendwann scheinen sich hoffnungsvolle Löcher in den Nebelkäse zu bohren...na, tut sich was?


Habt Ihr gerade gedacht, oh, ja jetzt, itzo? Mitnichten... Eine Momentaufnahme. Fünf Minuten später war alles wieder dicht und öffnete sich erst eine Stunde später endgültig. Immerhin, denn sonst hat es meist bis Mittag gedauert, bis wir das Himmelsblau und feine Wölkchen zu sehen bekamen.


Warum bin ich eigentlich immer im Wald, wenn andere Leute nachmittags die Sonne und blauen Himmel genießen? Wobei - der schlechteste Ort ist es auch nicht...



Der Wochenschnitt zeigt, an welchen Tagen das Blau bis zum frühen Nachmittag das Nebelgrau besiegen konnte.


verlinkt bei Katja (die Raumfee) und ihrer feinen Himmelssammlung.