Sonntag, 26. Oktober 2014

Mein Freund der Baum - Der gebeutelte Maulbeerbaum

Nach langer Pause möchte ich heute mal wieder einen Baumfreund vorstellen, der dieses Jahr viel durchstehen musste.
Dieser Maulbeerbaum (Morus alba) ist der letzte noch verbliebene Teil einer ganzen Maulbeerbaumallee, die einst auf der Insel Mainau stand. Gepflanzt wurden die Bäume auf Wunsch der Großherzogin Luise, der Gattin des Großherzogs Friedrich I. von Baden. Seidenraupen dienten die grünen Blätter dieser Maulbeerbäume als Nahrung. Aus den Konkons dieser Seidenraupen wurde der Stoff der Hochzeitsrobe der herzoglichen Tochter Viktoria hergestellt, die somit 1881 ein Kleid zur Vermählung mit dem Kronprinzen Gustaf von Schweden trug, das vom Ursprung her mit der Insel fest verwoben war.
Soweit die geschichtlichen Hintergründe.
Da der Baum wegen seiner Wuchsform zum Klettern einlädt, ist er heute mit einem Zaun geschützt.
 
Vor dem heftigen Starkregen Ende Juli konnte ihn aber nichts bewahren, so dass mehrere große Äste abbrachen. So liegt er nun darnieder, lädiert und gestützt. Ein trauriger Anblick...


Irgendwie war dieses Jahr auch für diesen Baumfreund nicht wirklich toll. Da haben wir was gemeinsam... Aber er ist ja in guten gärtnerischen Händen, so dass ich hoffe, dass er weiterhin erhalten werden kann.

Baumfreunde treffen sich am letzten Sonntag des Monats hier (Jahreszeitenbriefe). 

Kommentare:

  1. maulbeerbäume habe ich bewusst noch nie wahrgenommen. das ist ja ein prachtexemplar, das du hier vorstellst - hoffentlich kann er als ein relikt der allee weiterhin erhalten bleiben. gibt es einen grund, warum keine neuen maulbeerbäume angepflanzt werden?
    liebe grüße von mano

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  2. Ja ich stand im September auch davor und dachte: armer Baum!
    Doch ein kleines Eichhörnchen, dass gerade im Baum kletterte, zauberte mir wieder ein Lächeln ins Gesicht. :-)
    Liebe Grüße
    Anette

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  3. Komisch, dass wir heute lauter beeinträchtigte Bäume präsentieren: G. die geplagten Buchen an der Küste, ich die Rosskastanien, du diesen armen Maulbeerbaum. Spannend ist deine Geschichte!- ich habe mal 5 Wochen in Griechenland in einem Haus mit von Maulbeerbäumen beschatteter Terrasse verbracht und in meinem letzten Baumpost kam ja ein Verwandter vor...
    LG
    Astrid

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  4. Man sieht, dass dieser Baum bereitzs viel erlebt hat! Ein Prachtsexemplar. Besten Dank für deinen Kommentar bei meinen Glücksmomenten, ich habe dir dort eine Antwort hnterlassen. :-)
    Liebe Grüsse Alizeti

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  5. Baumfreunde?
    Das muss ich mir gleich näher ansehen, ist total mein Thema.
    Kennst du die Kinderhörspielserie "Arborex und der Geheimbund KIM"? Ich bin in meinem gesamten Freundes- und Bekanntenkreis die Einzige die das als Kind gehört hat. Arborex war immer "mein Freund, der Baum".

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  6. Tolle Aufnahmen

    Liebste Grüße zu dir :-)

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  7. Liebe Andrea, das ist ja ein zu Herzen gehender Baumfreund-Beitrag... Wie schön, dass der alte Baum es dir wert war, seine Geschichte zu erzählen und zu bebildern. Hier hat es auch "königlich" verordnete Seidenraupenzucht gegeben und sogar im 2. Weltkrieg gab es eine Renaissance, die Schüler mussten Seidenraupen züchten, um die Fallschirmseidenproduktion zu unterstützen, vor einiger Zeit gab es einen Zeitzeugenbericht, der das als Schüler selbst mit erlebte. Maulbeerbäume haben hier Tradition und seit einiger Zeit gibt es immer wieder mal auch Neupflanzungen. Dieses Jahr habe ich die Früchtchen erstmals gegessen, süß und lecker, man kann sie auch trocknen. Dankeschön für deinen Baum! Lieben Gruß Ghislana

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