Montag, 24. Juni 2013

Buchthema Mai / Juni

Als Bine und Caro von der Lesenden Minderheit  sich "Liebesgeschichten" als Thema für die Monate Mai und Juni ausgewählt hatten, sinnierte ich, ob ich überhaupt Liebesgeschichten auf meiner Leseliste für die nächsten Wochen habe.
Ach ja, das Leben und somit auch die Literatur ist voller Geschichten, die um Liebe kreisen. Ich brauchte gar nicht dezidiert nach einem Liebesroman suchen, Liebespaare traten zur Genüge in meinen Büchern auf.


Ganz und gar ungewöhnliche Liebespaare trafen im Mai und Juni in meiner Lektüre aufeinander:
Ein/e Golem und ein Dschinn
Eine amerikanische Hausfrau und ein Sufi-Mystiker, ein Sufi-Derwisch und ein Religionsgelehrter
Eine verarmte Kolonialerbin und  ein stummer indischer Schneider

Ich beginne mal mit meinem Favoriten, auf dessen Erscheinen in deutscher Sprache ich nicht warten wollte und den ich deshalb auf Englisch verschlang las.  

Helene Wecker: The Golem and the Jinni
(im August : Golem und Dschinn)
Im New York des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit seinen großen Einwanderungsgruppen und ihren eigenen kulturellen Vierteln inmitten der brausenden Metropole stranden auf ungewöhnliche Weise zwei Wesen. Aus der arabischen Wüste stammend, aus dem Element Feuer geboren, materialisiert sich ein Dschinn der höheren Kategorie und findet seinen Begleiter vorerst in einem arabischen Metallhandwerker. Auf einem Auswandererschiff aus der alten Welt erreicht ein Golem-Mädchen das Ufer von New York. Ein Golem ist eine aus Lehm gefertigte menschenähnliche Gestalt aus der jüdischen Mythologie, die auf Bitten eines anderen von einem magisch bewanderten Rabbi zum Leben erweckt wurde.  Ein alter jüdischer Gelehrte findet die heimat- und führerlos Gewordene und nimmt sie in New York unter seine Fittiche.
Zwei magische Wesen aus der alten Welt, aus einer anderen Dimension, die aber unterschiedlicher kaum sein können: Arabische und jüdische Mythologie, Feuer und Erde prallen aufeinander. Und trotzdem kann daraus ein Liebespaar werden.  
Ein ungemein spannendes, mitreißendes Buch mit dessen Protagonisten man sich rasch verbindet und von denen man sich nach dem Ende des Buches nur ungern wieder trennt. Absolute Empfehlung
Im August erscheint das Buch auf Deutsch.  

Elif Shafak: Die vierzig Geheimnisse der Liebe
Während Ella, eine vierzigjährige Amerikanerin ihren Familien- und Hausfrauenalltag mit einer kleinen Lektorinnentätigkeit auffrischen möchte, erhält sie die Aufgabe ein Buch zu begutachten, das die Geschichte der historischen Freundschaft und tiefen seelischen Verbundenheit zwischen dem Sufi-Derwisch Shams-e Tabrizi und dem islamischen Gelehrten Maulana Dschalaluddin Rumi schildert. 
Ella bewegen zusehends nicht nur die spirituellen Ideen, sondern auch der Autor des Buches, Aziz, zu dem sie bald Kontakt aufnimmt. Längst überfällige Entwicklungen in Ellas Leben nehmen daraufhin ihren Lauf.
Diesen Liebesroman, der vor dem Leser großes spirituelles Gedankengut ausbreitet, fand ich sehr interessant, da ich mich bislang noch nicht mit dem Sufismus befasst hatte. Das Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Threes Anna: Warten auf den Monsun.
1995 kann Charlotte auf ein bewegtes und teilweise auch tragisches Leben zwischen England und Indien zurückblicken.
Als Tochter eines britischen Kolonialoffiziers kam sie in Indien zur Welt, ihre stärkste emotionale Bindung baute sie zu ihrer indischen Amme auf. Kurz vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs wurden sie und ihr Bruder getrennt in Internate in England geschickt.
Nach Kriegsende kehrte sie in ein verändertes Indien zurück und erlebte den Niedergang der Kolonialzeit. 
In ein Gefühlchaos fühlt sie sich gestürzt, als eines Tages der stumme Schneider Madan bei ihr einquartiert wird. Madan ist ein Findelkind, dessen Leben bislang immer dramatische Wendungen nahm.Was ist es, was die beiden aneinander bindet?
Ein schönes Buch für die kommenden Ferienwochen, das interessante Einblicke in die indische Geschichte schenkt. 

Am Monatsende werden alle Buchbesprechungen bei der Lesenden Minderheit gesammelt.








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