Samstag, 26. Januar 2013

Maismehlmuffins aus Vermont

Gerade wurde Präsident Obama für seine zweite Amtszeit vereidigt. Ein schöner Anlass mal etwas typisch Amerikanisches zu backen. Mir steht der Sinn nach etwas Klassischem - irgendetwas, an dem noch etwas Geschichte haftet. Ich hab mich auf die Spurensuche begeben.
Am 4. Juli 1872, gerade am Nationalfeiertag der USA, wurde in Vermont Calvin Coolidge geboren. Nachdem er in Amherst MA. das College besuchte hatte, studierte er Jura und ging in die Politik. Dort legte er eine erfolgreiche Karriere hin und wurde Vizepräsident unter Warren G. Harding. Als dieser plötzlich und unerwartet 1923 starb, wurde Coolidge Präsident und musste, so wie es das Gesetz verlangt, unverzüglich auf das Amt vereidigt werden. Zu diesem Zeitpunkt besuchte er jedoch gerade seinen Vater in Vermont. Und so schwur er beim Licht einer Laterne seinen Amtseid auf die Familienbibel. Sein Vater konnte die Vereidigung abnehmen, da er Friedensrichter und Notar war. Das nenn ich mal heimatverbunden. Somit wurde Coolidge der 30. Präsident der USA in den Goldenen Zwanzigern - und ein allgemein beliebter Präsident dazu.

"Silent Cal", so sein Spitzname, war dem Smalltalk eher abgeneigt. Er zeichnete sich allerdings als ein großer Tierfreund aus, der sich selbst im Weißen Haus mit einer Vielzahl von Tieren umgab. Vögel, Katzen, Hunde (15!), ein Bär, ein Wombat, Fische und sogar ein Waschbär namens Rebecca belebten das Gelände und das ehrwürdige Gebäude. Jetzt dürft Ihr Euch den Präsidenten mit seiner Katze auf dem Arm und dem Hund zu Füßen vor seinem Schreibtisch vorstellen. Seine Frau Grace glich die Schweigsamkeit ihres Gatten aus, sie galt als charmant und recht gesprächig.

Jetzt wird es Zeit zum Thema zu kommen... Was speiste der Präsident morgens zum Frühstück? Er sehnte sich nach dem, was er schon zu seiner Kinderzeit auf dem Teller hatte: die "Cornmeal Muffins"  Mit "corn" ist in den Staaten der Mais gemeint, also Maismehlmuffins. Um die Begierde des Präsidenten zu befriedigen, musste dieses Rezept aus Neu England nach Washington geschickt werden, so dass es in der Küche des Weißen Hauses nachgebacken werden konnte. Endlich konnte Coolidge seinen geliebten Muffin in Scheiben schneiden, Butter darauf schmieren und vielleicht mit etwas Marmelade versußen. Mmmh!

Ich weiß jetzt nicht, ob ich genau dieses historische Rezept, nach dem es Silent Cal so gelüstete, hier liefern kann, aber immerhin habe ich es von unserem Vermonter Familienzweig zugeschickt bekommen.
Statt Zucker wird er ganz klassisch mit dem berühmten Vermonter Ahornsirup zubereitet. Und - Achtung, dies ist ein amerikanisches Rezept, wir messen mit Cups/ Tassen und nicht in Gramm. Wer eine Umrechnung in Gramm braucht, dem wird HIER geholfen. Ich habe einen Messbecher, der auch das Maß in Cups angibt.

1 3/4 cups Weizenmehl
1 cup Maismehl 
 2 TL Backpulver
 1/2 TL Natron (baking soda)
 1/2 TL Salz
 1 cup Milch
 1/3 cup Ahornsirup (oder etwas mehr, je nachdem wie süß man den Muffin haben möchte)
  2  Eier
 120g Butter geschmolzen und abgekühlt (!!!)

 Ofen auf 200 Grad Celsius vorheizen.
Zunächst die trockenen Bestandteile: Weizen- und Maismehl, Backpulver, Natron und Salz in einer Schüssel mischen.
 In einer anderen Schüssel Ahornsirup, Milch und Ei/er verquirlen.
Die Flüssigkeit zum Mehl geben und mit einem Holzlöffel (nicht mit der Küchenmaschine) locker mischen. Danach die abgekühlte Butter einrühren. 
Den Teig in Muffinförmchen füllen.
 15-18 Minuten backen ( nach 18 Minuten am besten, wie ich bestätigen kann, aber das kann von Ofen zu Ofen unterschiedlich sein.).

Die Muffins werden in dünne Scheiben geschnitten und mit Butter, Marmelade oder Ahornsirup serviert.

Übrigens: die Amerikaner sind große Muffinliebhaber. Drei Staaten der USA haben Muffins zu offiziellen „State Muffins“ erklärt: Minnesota den Blaubeermuffin,  New York den Apfelmuffin und Massachusetts den Maismehlmuffin.
Liebe Grüße nach Vermont XOXO!!!


Kommentare:

  1. Hmmm, die klingen aber lecker! Dann oute ich mich jetzt wohl als Muffin-Fan und der Ahorn-Sirup ist auch nicht zu verachten. Ich werde das Rezept bei Gelegenheit mal ausprobieren.

    Liebe Grüße und schönes Wochenende
    Steffi

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  2. Oh ja, die Amerikaner sind Muffinliebhaber...Aber...meine Freundin, die derzeit in Miami lebt, hat für ihren Sohn Muffins für die Schule gebacken, weil er Geburtstag hatte...Haben die Kinder aber nicht gegessen...das deutsche Rezept war denen nicht süß genug...Interessanter Bericht! LG Lotta.

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