Montag, 5. November 2012

November

Ja, im November mag man es etwas heimeliger. Gestern war ich fleißig in der Küche zugange und habe ein köstliches Schokoladeneis hergestellt und eingefroren, Adventsmarmelade eingekocht (nach diesem köstlichen Rezept), ein Kürbisbrot und Kürbis-Haselnussküchlein (Rezept) gebacken. Eigentlich sind Backen und Marmeladeeinkochen gar nicht so mein Ding... 
Und das passende Novembergedicht war auch ganz flink gefunden:


NOVEMBER
 Solchen Monat muss man loben:
Keiner kann wie dieser toben,
Keiner so verdriesslich sein
Und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
Keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist 'ne wahre Pracht.







Seht das schöne Schlackerwetter! 
Und die armen welken Blätter,
Wie sie tanzen in dem Wind
Und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
Und sie durcheinanderwirbelt
Und sie hetzt ohn' Unterlass:
Ja, das ist Novemberspass!

Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
Ihren feuchten Himmelsthau
Ur und ewig, trüb und grau!
Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Schimmernd hängt's an jedem Zweig,
Einer dicken Thräne gleich.

O, wie ist der Mann zu loben,
Der solch' unvernünft'ges Toben
Schon im Voraus hat bedacht
Und die Häuser hohl gemacht!
So, dass wir im Trocknen hausen
Und mit stillvergnügtem Grausen
Und in wohlgeborgner Ruh
Solchem Greuel schauen zu!


 Heinrich Seidel


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