Samstag, 6. Oktober 2012

October's Party

Wir haben Glück hier unten im Südwesten. Nach morgendlichen Nebelschleiern kämpft sich die Sonne durch und es wird recht warm.  Überall verlocken die Farben zum Fotografieren. Als ich auf der Suche nach einem passenden Oktobergedicht war, fiel mir wieder auf, dass viele der deutschen Herbstgedichte sehr melancholisch sind. Oh nein, das kann ich gar nicht gebrauchen! Angesichts des derzeitig (noch) wunderschönen Herbstwetters und der herrlichen farbigen Natur passte das für mich überhaupt nicht. Schließlich bin ich auf den englischen Sprachraum ausgewichen. Überfällt dort auch eine tiefe Melancholie die Literaten? Gibt es ein englisches Gedicht, was meine Stimmung ein bisschen wiedergibt?
Am besten gefiel mit "October's party" von George Cooper.





"October gave a party;
The leaves by hundreds came—
The Chestnuts, Oaks, and Maples,
And leaves of every name.
The Sunshine spread a carpet,
And everything was grand,
Miss Weather led the dancing,

Professor Wind the band.














The Chestnuts came in yellow,
The Oaks in crimson dressed;
The lovely Misses Maple
In scarlet looked their best;
All balanced to their partners,
And gaily fluttered by;
The sight was like a rainbow
New fallen from the sky.








Then, in the rustic hollow,
At hide-and-seek they played,
The party closed at sundown,
And everybody stayed.
Professor Wind played louder;
They flew along the ground;
And then the party ended
In jolly "hands around."
."
 -   George Cooper, October's Party








Nicht extra rhythmisiert und neu in Reime gesetzt, sondern nur ganz simpel übersetzt: 





"Oktober lud zum Fest,
Das Laub kam zu Hunderten -
Die Kastanien, Eichen, Ahorn,
Und Laub von jeglichen Namen.
Der Sonnenschein breitete einen Teppich aus
Und alles war grandios.
Fräulein Wetter leitete das Tanzen an,
die Kapelle Professor Wind.

Die Kastanien kamen in Gelb,
Die Eichen in Karminrot gewandet,
Das liebliche Fräulein Ahorn
Schaute in Scharlachrot am besten aus.
Alle passten zu ihren Partnern,
Und  fröhlich flatterten sie dazu
Der Anblick glich einem Regenbogen
Frisch vom Himmel gefallen.



Dann in der ländlichen Senke
Ein Versteckspiel spielten sie
Die Party schloß bei Sonnenuntergang
Und jeder verblieb.
Professor Wind spielte lauter
Dann flogen sie den Grund entlang
Und schließlich endete die Party
In einem ausgelassenen Reigen.















Dann schaue ich mal, dass ich noch ein bisschen Partystimmung von Herrn Oktober mitnehme, die Farbenvielfalt in mir sammle und dann, wenn das Herbstgrau vorherrscht in Kreativität umwandle. Vielleicht in einen bunten Quilt?  Das habe ich noch nie gemacht, aber ich hätte schon Lust drauf.


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