Mittwoch, 17. Oktober 2012

Buchempfehlung: Meloy, Ellis: Under Wildwood

Colin Meloy: Under Wildwood. Illustrationen: Carson Ellis  

Nachdem ich mit großem Vergnügen den ersten Band der “Wildwood Chronicles” auf Englisch und später auf Deutsch gelesen habe, wartete ich sehr gespannt auf die Fortsetzung.
Unter dem Titel „Under Wildwood: The Wildwood Chronicles, Book II” ist nun der zweite Band erschienen.
Zunächst: Carson Ellis’ Illustrationen sind wieder hinreißend. Ihr Mann Colin Meloy hat erfreulicherweise den Stil des ersten Buches beibehalten, wenngleich die Stimmung doch verändert ist. Auch dieser zweite Band zieht den Leser wieder in seinen Bann. Die Welt von „Wildwood“ ist magisch, voller Spannung und Überraschungen

Im ersten Band führte uns Meloy in die mystische Welt der „Undurchdringlichen Wildnis“  jenseits von Portland /Oregon. Die fantastische Welt von „Wildwood“ grenzt nämlich direkt an diese ganz reale amerikanische Stadt. (Wenn Ihr mehr über den ersten Band wissen wollt, hier ist meine Rezension).
Prue und Curtis ist es gelungen, den kleinen Bruder Prues aus den Fängen seiner despotischen Entführerin zu retten.
Prue war in die Welt außerhalb Wildwood zurückgekehrt während Curtis bei den Räubern im Wald verblieben war.

Genau an dieser Stelle holt uns nun der zweite Band ab. Prues und Curtis’ Leben wird erneut in andere Bahnen gelenkt, als ein Anschlag auf Prue begangen werden soll. Ein gefährlicher Gestaltwandler hat sich auf ihre Spuren begeben. Das führt dazu, dass Prue nun wieder ihren langweiligen Alltag verlassen muss, um sich selbst und auch Wildwood zu retten.
Was auf Curtis und Prue zukommt ist dunkler, düsterer und verwickelter, als die Abenteuer des ersten Bandes. Curtis verliert den Rückhalt seiner neuen Familie, den Banditen, und weiß nichts von deren weiterem Schicksal. Prue muss ohne ihre magische Vertraute ihre Mission verfolgen. So begeben sie sich dieses Mal gemeinsam auf den Weg, während sie im ersten Band getrennt unterwegs waren. Auf ihren verworrenen Wanderungen müssen sie vollkommen neue und unerschlossene Gebiete erkunden und die Unterwelt Wildwoods (herrlich skurril!) entdecken.  Stets stehen sie unter Bedrohung und sind vollkommen auf einander angewiesen.Sie bekommen mehr Konturen, werden erwachsener durch die Geschehnisse.
Die Handlung pendelt immer wieder zu den Erlebnissen der neu eingeführten Charaktere Elsie und Rachel - Curtis’ Schwestern. Während Curtis Eltern verzweifelt Hinweisen nach dem Aufenthaltsort ihres verschollenen Sohnes im Ausland nachgehen, haben sie ihre Töchter in die Obhut eines Kinderheims mit sehr zweifelhaftem Ruf gegeben. Hier geraten sie in die Fänge eines skurrilen Industriellen, der die wirtschaftliche Eroberung des unerschlossenen wilden Waldes anstrebt.
Neue Gegenspieler tauchen auf, deren Hintergründe noch verborgen bleiben.
Die Geschichte birst vor neuer Ideen und Spannung.

Der einzige Schönheitsfehler ist, dass dieser zweite Band der mittlere einer Reihe ist. Die Geschichte schließt an die Abenteuer des ersten Bandes an und setzt voraus, dass der Leser diesen kennt. Das Ende des Buches bringt keinen der Handlungsstränge zum Abschluss, sondern lässt den Leser kurz durchatmen, um in den Fortgang der Ereignisse einzutauchen, d.h. in den nächsten Band. Für mich als Erwachsenen ist das kein Problem, für den jugendlichen oder kindlichen Leser vielleicht eher.  

Auf jeden Fall: sehr empfehlenswert



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