Mittwoch, 25. Januar 2012

Buchbesprechung


John Henry Eagle:
Der eiserne König.

Mal wieder eine richtig gelungene Covergestaltung und dann noch in einem führenden Frauenmagazin empfohlen… Das könnte spannend sein, so dachte ich mir.
Der englischnamige Autor ist in Deutschland aufgewachsen. Das Buch ist also keine Übersetzung. 
Es wird versprochen:
"Ein Abenteuer". So der Untertitel des Buches.
„Ein Epos unheimlich wie Grimms Märchen, zauberhaft wie "Die unendliche Geschichte", phantastisch wie der "Herr der Ringe"

Im Lande Pinafor stimmt etwas nicht. Die Felder liegen brach, denn in den Dörfern herrscht Müßiggang, da jeder im Gold schwimmt. Das Grafenschloss ist von einer riesigen Hecke überwachsen, dahinter schläft alles.  Dunkle Kräfte sind tätig, die schwindende Kraft der Natur zeugt davon. Steckt der „eiserne König“ dahinter? Wem kann man noch trauen?

Eine Gruppe märchenhafter Helden macht sich auf den gefährlichen Weg gegen die bösen Mächte zu kämpfen, denn das Wiedererwachen des eisernen Königs würde das Land dem Untergang nahe bringen.

Das hört sich ja interessant an. Eigentlich hätte man aus der Idee, die Grimm’schen Märchenfiguren in eine ganz neue Geschichte einzubinden, eine Menge machen können. Doch schon am Anfang überkam mich das Gefühl, dass krampfhaft irgendwelche wahllosen bekannten Figuren aus dem Märchenwald gezogen werden, damit ihr Name auch auftaucht.

Die Protagonisten bleiben blass und eindimensional. Eine Charakterentwicklung findet kaum statt. Irgendwie bleiben sie mir seltsam fremd. 

Dem Autor ist scheinbar bis zum Ende unschlüssig, welchen Sprachstil er wählen soll. Einmal schlägt er den Ton der Märchen an, dann auch mal  Fachsprache (Jagd…). Vorherrschend ist einfachste  Umgangssprache, bis zum Unterschichtsslang, den seine Protagonisten benutzen:  (z.B. "He, du Schwuchtel" oder "Verpisst euch, Fremde!")
Krampfhaft wird versucht, witzig oder amüsant zu schreiben. Das Gegenteil wird erreicht, Handlung und Sprachstil passen nicht wirklich zusammen. Eine düstere oder bedrohliche Stimmung kann so nicht entstehen.
Ständig sich wiederkehrende Formulierungen und Abläufe nerven mich.

Schade, grundsätzlich ist die Idee nicht schlecht, aber die Umsetzung gefällt mir nicht.







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