Donnerstag, 3. November 2011

Was für eine wunderbare Entdeckung!
"Das ganz und gar unbedeutende Leben der Charity Tiddler" von Marie-Aude Murail
Eine erfundene Autobiographie von Beatrix Potter

Was für ein "graues Leben" muss die kleine, 5 jährige Charity führen. Sofort habe ich das einsame, von ihren wohlhabenden Eltern vernachlässigte, neugierige kleine Mädchen, das im viktorianischen Zeitalter in London aufwächst, ins Herz geschlossen. Fast ausschließlich von einem Kindermädchen und später von einer Gouvernante erzogen, sucht sich Charity ihre Familie im Kreis von Tieren, die sie heimlich ins Haus schleust. Sie verbringt ihre Zeit damit, Studien über Tiere und Pflanzen zu erstellen, malt exquisite Aquarelle und deklamiert Shakespeare (vor allem, wenn sie Gesellschaften anöden) . In ihrem eintönigen Kinderleben gibt es nur wenige Begegnungen mit anderen Menschen. So lernt sie mit dreizehn beim Besuch ihrer Cousinen und Cousins den unkonventionellen Kenneth kennen, mit dem sie auch in den späteren Jahren immer wieder einmal zusammentreffen sollte. 
Gemeinsam mit Charitys Erwachsenwerden lernte ich mit ihr das politische und gesellschaftliche Leben dieser Zeit, das moderne Theater (Shaw und Wilde), naturwissenschaftliche Ansichten ( Darwin) kennen.
Aus dem 5 jährigen einsamen Mädchen entwickelt sich am Ende eine erfolgreiche, unabhängige junge Frau.

Ein Jugendbuch, das auf jeden Fall auch viele erwachsene Leser finden sollte.

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