Dienstag, 12. Dezember 2017

12 von 12 im Dezember

Im Dezember kann mir der 12. des Monats ja gar nicht entgehen, spätestens bei Öffnen des Adventskalendertürchens wird es offenbar. Dieses Jahr haben uns die Lockenmädchen einen gebastelt (da ist heute der liebe Mann an der Reihe) und dann hängt natürlich der finnische Adventskalender hier. So einen habe ich  auch in die Staaten schicken lassen. Da weiß ich dann immer, was die Kleinen 6 Stunden später erwartet ;-).


1 Aha, wer klettert denn da Richtung Baumspitze? (Ob die Wichtel dieselben finnischen Handschuhe tragen wie die beiden Lockenmädchen?)


2 So, erledigt, die vier Futterhäuschen sind bestückt, gleich wird die Vogelschar hier einfallen. Ich muss jetzt aber ausfliegen, denn ich will zuerst zur deutschen und dann zur Schweizer Post.
Keine Postfotos, ich habe die Hände voll...


3 Bei den Poststellen bin ich wider Erwarten recht schnell an der Reihe gewesen.
Und wenn ich dann schon mal jenseits der Grenze bin, guck ich noch schnell in die Migros rein.



4 Nachdem ich den Gedanken verworfen hatte, noch mal kurz durch die Stadt zu bummeln (dort habe ich gestern schon zwischen zwei Arztterminen ausgedehnt die Schaufenster angeschaut), bin ich heimgefahren und habe bei Müsli und Kaffee im Migros-Magazin geblättert. 




5 Die Post hat eine weitere feine Streifenkarte gebracht (danke Taija!), die zu den anderen schönen Adventspostkarten in den Bücherschrank im Wohnzimmer wandert. Jeden Tag wird es dort bunter.


6 Noch mehr Post. Hhm, dieser Absender war doch etwas zu optimistisch. Aber der Inhalt war wenigstens heil geblieben:


7 Das passt doch bestimmt für einen Leseabend, wenn es im Kamin knistert und draußen schneit, oder?
Jetzt muss ich aber nochmal schnell los zu einem kurzen Arzttermin...


8 Im Wartezimmer blättere ich derweil in meinem Quiltbuch und überlege, was ich aus den vielen gesammelten Stoffresten nähen werde.


9 Der Lockenhund freut sich am Nachmittag schon auf seine Runde, die jetzt wieder normal groß ausfallen darf. Artig trägt das Hundemädchen seinen Schalkragen, den ich ihm nach überstandener fiebriger Mandelentzündung genäht habe. 


10 Wir kommen auf der Runde beim Weihnachtsbaumacker vorbei. Nee, die sind erst in den nächsten Jahren soweit.... Habt Ihr schon einen Baum? Wir noch nicht.


11 Daheim verschiebe ich am PC-Bildschirm noch ein bisschen die Quiltquadrate und probiert verschiedene Hintergrundfarben aus.


12 Nach dem Abendessen werde ich den Bügelberg noch ein bisschen abtragen und dann im dritten Teil von Pullmans Trilogie weiterlesen. Sein neues Buch gefällt mir auf jeden Fall besser.

Wie es anderswo an diesem 12. Dezember aussieht, könnt Ihr wieder bei Caro (draußen-nur-kännchen) erfahren.

Samstag, 9. Dezember 2017

Köpfe und Hälse {samstagsplausch}

"Ehe man den Kopf schüttelt,
vergewissere man sich,
ob man einen hat."

Truman Capote


GEKRAMT: ein bisschen in der Weihnachtskiste und Sterne aller Arten aufgehängt

GENÄHT: auch einen Stern, den Ohio-Star für das Jahresquiltprojekt.



GEPLANT: die Fertigstellung des Quilts. So werden die Blöcke liegen, die Randdreiecke werde ich am Wochenende zuschneiden und schon einmal an der Rückseite arbeiten.

GEKAUFT: Stoff für die Streifen zwischen den Blöcken und die Rückseite und ein feines Wollvlies für die Füllung



GECLICKT: Kintsugi über die japanische Kunst Zerbrochenes zu veredeln.

GEPINSELT: die Karten für die Adventspost. Was habe ich mir alles ausgedacht und am Ende doch zu einer einfachen Lösung gegriffen, weil mich die Inspiration überwältigt hat...




GEPIEKST: bin ich worden, denn mein Calciumspiegel ist nach der OP viel zu tief. Jetzt muss ich Calciumtabletten en masse schlucken. Menno. Wäre ja schön gewesen, wenn mal etwas ohne Komplikationen ablaufen würde...

GEZÜCKT. das Fieberthermometer, weil der Lockenhund plötzlich an hohem Fieber erkrankt ist. Es hat ein bisschen gedauert, bis wir wussten, dass es eine Mandelentzündung ist. Der arme Wurm hatte wohl nach seiner OP und Antibiotikabehandlung zu wenig Abwehrkräfte

GEDACHT: dass Hund und Frauchen jetzt wirklich gemeinsam Ärger "am Hals" haben...


GEFRUSTET: dass die Hunderunden schon wieder im Miniformat gelaufen werden mussten 

GEFAHREN: schon wieder zu Ärzten für Menschen und solchen für Tiere

GENOSSEN: ein wenig Wintersonne


GELESEN: von Philip Pullman: Über den wilden Fluss und gleich noch einmal "Der goldene Kompass", weil es dazu perfekt passt.

GEFREUT: über Pastelltöne am Himmel



Am Wochenende werden wir versuchen, mal ein bisschen Advent ins Haus zu holen, den Hund gesund zu pflegen, zu backen, zu packen (Weihnachtspäckchen) ...

Und wie geht es Euch? Voll im Adventsstress oder beim Schneemann bauen oder mit dickem Hals und Mandelentzündung?

verlinkt bei
Andreas Samstagsplausch und Katjas In Heaven



Donnerstag, 7. Dezember 2017

Philip Pullman: Über den wilden Fluss {Bücherwelt}

Springt mit ins Boot! Meine Lieblingsneuerscheinung des Monats November wird Euch mitnehmen auf einen mitreißenden (Lese)fluss.



Vor einigen Jahren las ich begeistert Philip Pullmans Trilogie "His dark Materials" (Der goldene Kompass /  Das Magische Messer /  Das Bernstein-Teleskop). Die Verfilmung anzuschauen, habe ich mir erspart, denn ich wollte mir meine eigenen Bilder ungern nehmen lassen.
Sehr gespannt war ich deshalb, als ich erfuhr, dass Pullman mit seinem neuen Roman "Über den wilden Fluss" den ersten Teil einer neuen Trilogie ("Book of Dust")  geschrieben hat. Sie soll seine "His dark Materials"-Bücher zeitlich sozusagen einrahmen.

"Über den wilden Fluss" erzählt die Vorgeschichte, die ungefähr zehn Jahre vor der Handlung des "Goldenen Kompass" einsetzt.
Pullman führt uns in ein scheinbar bilderbuchähnliches Oxford, in dem der 11-jährige Malcolm Polstead, rothaarig, praktisch begabt, neugierig und großherzig seinen Gastwirts-Eltern im Pub "Zur Forelle" am Ufer der Themse zur Hand geht. Freiwillig hätte er wohl das 14-jährige Spül- und Serviermädchen  Alice  nicht als die weibliche Protagonistin ausgewählt, die ihm für sein Abenteuer zur Seite gestellt wird. Sie weiß sich gegen aufdringliche Gasthauskunden zu wehren und kann recht kratzbürstig und scharfzüngig sein - vor allem gegenüber Malcolm.


Malcolm hilft gern den Nonnen im Kloster auf dem gegenüberliegenden Ufer in der Küche und erfährt so, dass dort das halbjährige Baby Lyra (die wir als kindliche Heldin aus dem "Goldenen Kompass" kennen) zur Pflege und zum Schutz untergebracht wird. Die Idylle bekommt nun rasch Risse.
Malcolm muss miterleben, dass missliebige Wissenschaftler beseitigt und Schüler organisiert zum Ausspionieren und Denunzieren von Eltern und Lehrern angeleitet werden. Die freie Äußerung seiner  Meinung wird lebensgefährlich. Der Junge wird zusehends in das Netz des sich organisierenden Widerstandes eingebunden.
Durch eine dramatische Klimaänderung steigt der Fluss sintflutartig über die Ufer, so dass Malcolm und Alice unfreiwillig zum Team werden müssen, um das Baby Lyra vor seiner sowohl schönen wie auch grausamen Mutter und deren Handlagern zu retten, und zum Vater, Lord Asriel zu bringen.

Dabei wird Malcolms Kanu  "La belle Sauvage" (dt. die schöne Wilde), die im englischen Original titelgebend ist, fast selber zu einer Art Protagonistin. Sie wurde von den mysteriösen Gyptern auf ihre Aufgabe vorbereitet. "Dieses Boot wird jetzt das flotteste auf der Themse sein, abgesehen von richtigen gyptischen Booten. Es wird das Wasser durchschneiden wie ein heißes Messer die Butter."



Der zweite Teil des Buches spielt im Boot auf dem tobenden, unwettergepeitschten Fluss, und seinen gefahrvollen, düsteren Uferseiten, wo die Landschaft im Dauerregen versinkt und stattdessen mystische Orte emporsteigen.
Während die Protagonisten versuchen müssen, ihrem direkten alptraumhaften Gegenspieler Bonneville und den anderen Verfolgern einer totalitären Kirchenorganisation zu entkommen, will das Baby naturgemäß gewickelt und mit Milch versorgt werden,

Faszinierend finde ich Pullmans Idee, seinen Figuren individuelle tierische Anhängsel zu geben, die "Daemonen", die eine Art seelische Doppelgänger sind. Im Kindesalter der Romanfiguren sind diese noch in der Lage je nach Seelenstimmung sich in unterschiedliche Tiere zu verwandeln. Nach der Pubertät verfestigen sie sich. Der Daemon des düsteren Gegenspielers der Kinder, Gerard Bonneville, ist eine Hyäne, die keine Zweifel über beider Gesinnung lässt...
Malcolm selber rätselt , ob man selber etwas dafür kann, welche Gestalt der eigene Daemon annehmen wird. Der Dachsdaemon seiner Mutter belehrt ihn: "Du hast nicht gesagt, dass man ihn nicht auswählen kann, sondern dass man nichts dafür kann. Man kann sehr wohl etwas dafür, aber man weiß nicht, dass es so ist."
 
Nicht minder spannend ist das "Alethiometer", das zwar wie ein Kompass die Richtung in die Zukunft oder die Vergangenheit weisen kann - so man in der Lage ist, seine vielen Symbole zu deuten. Interessant sind Pullmans Steampunk-Elemente, man fühlt sich immer wie in einer Parallelwelt.



Ob man sich als junger oder älterer Erwachsener mit den beiden Protagonisten ins Abenteuer wagt, Pullmans Sprache, die Magie seiner Welt und eindrückliche kraftvolle Bilder nehmen einen gefangen.  Es ist spannend, die Entwicklung der beiden jungen Protagonisten Alice und Malcolm und ihres Verhältnisses zueinander auf ihrer atemlosen Reise mitzuerleben.

Ein Buch, das in keinem Moment langweilig wird und dem man sich kaum entziehen kann. Wenn man sich dann warm gelesen hat, kann man gleich im "Goldenen Kompass" nachlesen, was aus Baby Lyra geworden ist.

Absolute Leseempfehlung

Für junge LeserInnen ab ca. 13 Jahren und Erwachsene

Philip Pullman: Über den wilden Fluss
Carlsen Verlag
Erschienen am 17.11.2017



       

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Monatscollage November

Ja, Ihr merkt es, ich renne der Zeit hinterher... Schnell hake ich hiermit den November ab.

"Gott ist witzig. Es wäre nur schön, wenn uns jemand mal seine Pointen erklären könnte."

Woody Allen


Im November

* konnte ich noch viele schöne Herbststimmungen genießen
* habe ich mich über die vielen Teilnehmerinnen der Eye-Poetry # 10 gefreut
* schwelgte ich in Farben und Streifen
* ist der Lockenhund schwer erkrankt und musste notoperiert werden
* trug der Hund deshalb zeitweise Krankengarderobe bis er wieder genas
* lag ich im Krankenhaus und verlor dort den zweiten Teil meines Schmetterlingsorgans (mal wieder nicht komplikationslos, wie ich jetzt im Dezember feststellen muss)